[De]Motivationsschreiben

Tugenden. Relikte vergangener Tage. Bessere Zeiten. Hoffnung und Zuversicht.

Made in Germany. Zeichen höchster Qualität. Ein Gütesiegel mit weltweiter Anerkennung.
Der Deutsche. Pünktlich, fleissig, motiviert. Streben nach Perfektion. Macht durch Wissen.

Arbeitsbeginn um acht – der motivierte Mitarbeiter erreicht seinen Arbeitsplatz um viertel nach sieben. Er weiß wofür er es macht.
Ein Sinn im Leben. Der Kern um den er rotieren kann. Sei pünktlich und fleissig. Arbeite hart und siehe – es wird sich lohnen.
Eigenheim, Altersvorsorge – die Kinder können studieren. Urlaub in der Sonne.

Reihe dich ein – erhalte deinen Teil vom Kuchen.
Deutschland im Herbst.

Heute bin ich auch pünktlich. Heute bin ich fleissig. Ich bin wie früher. Für meinen Teil vom Kuchen.
Ich erreiche meinen Arbeitsplatz jeden Tag eine Minute später. Es ist schwer sich zu motivieren wenn die Aussicht auf den Teil des Kuchens „Altersarmut“ heisst.
Arm im Leben, arm im Alter. Zum Eigenheim hat es nichtmal in Ansätzen gereicht.

Was soll ich tun, um der eigenen Sinnlosigkeit zu entfliehen? Arbeiten um zu Überleben. Pfandflaschen sammeln im Alter.
Es ist spannend zu beobachten, wie tief die eigene Motivation noch sinken kann. Aus Nichts wird gar Nichts. Aus gar Nichts wird überhaupt gar Nichts. Depression. Zur Kenntniss genommen.
Ich habe und bin – Nichts. Die sinnlose Existenz wird nur von ihrer eigenen Angst überschattet.
Sperrzeit. Hartz IV. Zumutbarkeit. Leiharbeit. Agenda 2010.

Noch weniger Kuchen, noch mehr Fleiss – ein ewiger Teufelskreis. Arme bleiben arm, Reiche werden reicher.
Die Schere geht auf, aber nie wieder zu. Zu groß ist die Existenzangst. Bravo Rot-Grün. Auf einmal wirken Brexit und Trumps-Präsidentschaft nur noch als kleiner demokratischer Unfall – eigentlich viel zu weit weg.

Altersarmut. Existenzangst. Omnipräsent, aber ausgeblendet. In den Hintergrund gedrückt. Das Uhrwerk läuft weiter. Exportweltmeister.
Made in Germany – exportiert. Es gibt keinen Wohlstand für alle, dennoch wird er versprochen. Damit das Uhrwerk weiter läuft.

Die Wirtschaft braucht dich. Wir müssen weiter wachsen. Unendliches Wachstum – und das Klima nicht vergessen.
Kapitalgedeckte Altersvorsorge. Zins – Zinseszins. Das Geld für sich arbeiten lassen.
Du brauchst nichts zu tun – nur die Hand aufhalten.
Wir nehmen dir alles ab, es kommt jemand und macht das für dich.

Werde nur nicht ungeduldig. Fang nicht an zu rebellieren. Denk nicht nach. Der Messias wird kommen und dich an die Hand nehmen.
Du brauchst selbst nicht aktiv werden, es wird dir abgenommen. Schau wie bequem es dir gemacht wird.
Dein extra Teil vom Kuchen. Und das mit der Alterarmut bekommen wir schon irgendwie hin – nachdem das Klima gerettet wurde.

 

Belive

Ich befinde mich auf einer langen Reise. Eine Reise ohne Ziel.
Ich schaue durch die Fenster des Zugs. Herrliche Landschaften ziehen an mir vorbei. Weite Wiesen. Dichte Wälder. Ein kleines Dorf.
Ein unendlich langer Moment. Innere Ruhe. Ich möchte für immer aus dem Fenster sehen. Nichts sonst. Nur hier sitzen und die grenzenlose Schönheit der Welt, die an mir vorbei zieht, genießen.

Es klingt so wunderschön. Was heisst es eigentlich? Ein Sommernachmittag – ein Kinderlied.
Gefühlvoll. So sehr, dass man alles davon aufsaugen will. Aufsaugen muss. Für immer diese Melodie – für immer dieser Platz am Fenster. Ein Moment für die Ewigkeit.

Eine Sprache. Eine Sprache die keine Worte kennt. Eine Sprache für die es keinen Übersetzter gibt. Eine Sprache, die nicht gesprochen werden kann.
Eine Sprache, die jeder hören kann. Eine Sprache, die man fühlen muss. Fühlen um zu verstehen.

Schließ die Augen. Jetzt. Genau in diesem Moment. Hör genau hin und fühle es. Fühle, wie es von unten nach oben steigt. Wie die seichten und sanften Klänge dein Gehör massieren. Fühle den Sommer. Spür die Sonne auf deiner Haut. Einen leichten Wind in deinem Haar. Die Meeresluft.

Denk für diesen einen Moment an nichts anderes. Lass dich darauf ein und hab keine Angst. Keine Scham.
Ich lasse dich allein. Allein mit dem Moment. Dem einen, unbeschrieblichen Moment – in dem du Eins mit dir selbst bist. Das eine Mal.
Fühle welche Kraft in dir steckt. Nimm all deine Kraft. Schaffe dir deine Momente. Schaff sie, du hast sie dir verdient.

Der Zug wird langsamer. Die letzte Strophe neigt sich dem Ende zu. Du weisst es. Du fühlst es – aber du willst nicht, dass es aufhört. Es darf nicht einfach so enden – es muss weiter gehen.
Dein Gehirn ist jetzt überflutet von Oxytocin. Ruhe. Vertrauen. Liebe.
Ein Mensch. Ein Lied. Diese Melodie. Dieser Moment.

Stille. Im Fenster nur noch Schwarz. Draußen ist plötzlich finstere Nacht geworden.
Manchmal wünsche ich, zusammen mit dem Moment zu verschwinden.  Für immer.

louS

Langsames herantasten. Tipp tipp. Ein Schritt vor – falsch. Zwei zurück. Ein Stück weiter nach links. Tipp tipp – wieder falsch. Zurück. Nochmal.
Segel setzen, aufbrechen, zurückkehren.

Eigentlich weiß genau was ich möchte – aber ich tue es nicht. Sämtliche Motivation hat meinen Geist vor langer Zeit schon verlassen. Langsames rantasten. Wieder kein Ruck nach vorne – weiter auf der Stelle treten. Unschlüssig. Unzufrieden.

Tipp tipp – Tick Tack. Beklemmend. Der Geist ist nicht frei. Der Wille ist da, der Mut fehlt. Ich weiß was ich will, aber setze es nicht um.
Hell. Dunkel. Montag. Mittwoch. Freitag. Wochenende. Januar. September. Dezember.
Ein Jahr. Drei Jahre. Fünf, Zehn. Tot.
Ablenkung. Wieder was belangloses gefunden. Wieder etwas Zeit totgeschlagen. Wieder ein Tag rum.

Das Leben. Wie ein riesiger Irrgarten. Ich stehe ganz am Anfang und sehe das Ziel. Unfähig ihn zu betreten, nicht in der Lage neue Wege zu gehen. Stagnation.
Manchmal nimmt mich jemand an die Hand. Komm wir gehen. Aber ich reiße mich los. Ich will deine Hand nicht – ich will alleine gehen. Irgendwann.

Träume, Wünsche, Pläne – Illusionen eines besseren Seins.
Keine klaren Ziele, kein Weg. Der strebende Eifer vergangener Tage – abgetaucht in einem Sumpf aus fauliger Vergangenheit. Versunken in eigener Naivität und Gutgläubigkeit.

Komm wieder raus. Lass uns nach den Sternen greifen. So wie früher. So wie immer. Lass uns wieder kämpfen. Wieder ein Ziel erreichen. Wieder großartiges vollbringen. Noch einmal motiviert sein, noch einmal das Glück spüren – noch einmal richtig frei sein.

Tipp Tipp. Matsch. Wie ziehe ich mich am Schopf auf dem Sumpf – ohne Haare?! Wie greife ich nach den Sternen – ohne Hände?! Wie kann ich weiter gehen – wenn ich keine Beine habe?! Ich weiß, dass es geht – aber ich sehe das Licht nicht – ohne Augen.. Spüre die Wärme nicht – ohne Haut.. Fühle das Leben nicht – ohne Seele.

Ein Jahr ohne Whatsapp

Was bisher geschah…

Der ein oder andere Leser wird sich vielleicht an die Beiträge vor einem Jahr erinnern. Neben dem schmerzlich, kuriosen Verlust meines alten Zenfone und der anschließenden Vorstellung meines neuen Zenfone 3 Deluxe, entschied ich mich künftig auf Whatsapp zu verzichten.

Warum?

Vor gut einem Jahr hatte ich drei Messenger Apps auf meinem Smartphone installiert – Whatsapp, Facebook Messenger und Telegram.
Whatsapp, der Platzhirsch, nutzt einfach jeder. Doch seit der Übernahme des Messengers durch Facebook sehe ich Whatsapp ziemlich kritisch..

Was nützt es einem Wirtschaftsunternehmen wie Facebook einen defizitären Messengerdienst wie Whatsapp zu kaufen – ohne auch nur eine müde Mark daran verdienen zu wollen?
Wie refinanziert sich Whatsapp für den Facebook Konzern?
Sind meine Konversationen bei Whatsapp gut aufgehoben?
Wie sieht die Zukunft von Whatsapp aus?
Welche Alternativen bietet der Markt?

Bedingt durch mein Smart-Home Projekt nutze ich bereits einer der Alternativen am Markt – Telegram – und bin damit bisher extrem zufrieden.

Im Gegensatz zu Whatsapp bietet Telegram dem Nutzer einige Freiheiten und durch klare Transparenz ist auch einsehbar, wie sich der Dienst finanziert oder künftig finanzieren wird.

Hinsichtlich der Nutzung stellen beide Messenger nahezu gleiche Funktionen zur Verfügung. Der einzig signifikante Unterschied liegt in den Nutzerzahlen.

Die Absicht künftig für Unternehmen nutzbar zu sein und Werbung platzieren zu können wirken befremdlich auf mich. Ich möchte mit meinen Kontakten kommunizieren und sonst – rein gar nichts. Die Aussichten auf diese Szenarien machten Whatsapp für mich uninteressant – Zeit Abschied zu nehmen.

Fazit

Anfangs war es ein bischen merkwürdig. Hin und wieder hat man mal einige Statusmeldungen gesehen – das fiel weg. Auch die Anzahl regelmäßiger Kontakte nahm etwas ab.
Manche scheinen gar nicht mehr zu wissen, wie man ohne Whatsapp mit anderen Kontakten kommuniziert.
Neben Telegram habe ich sowohl den Facebook Messenger, als auch die gute alte SMS genutzt. Man höre und staune – ich musste auf nichts verzichten.

Auch die Anzahl der Kontakte, die Telegram nutzen – stieg im Laufe des Jahres deutlich an. Das freut mich natürlich irgendwie und ich hoffe, dass Telegram weiter an Bedeutung gewinnt und ein ernst zu nehmener Konkurrent für Whatsapp werden kann.

Subjektiv gesehen habe ich mein Smartphone deutlich weniger in der Hand. Nervige Gruppenchats und die entsprechenden Benachrichtigungen entfallen vollständig – auch das gespamme mit Kettenbriefen, Videos und Fotos hat vollständig abgenommen.
Wer mir per Telegram schreibt, der schreibt weil er mit mir Kommunizieren will – und nicht aus reiner Verzweiflung – oder wie auch immer man das nennen mag.

Ein Stück weit ist wieder ruhe in den Smartphone Alltag eingekehrt – eine Ruhe, die ich zu schätzen weiß.

Etwas lässtiges gibt es aber auch zu berichten, schließlich muss ich nun jeden, dem ich meine Telefonnummer gebe, noch darauf hinweisen, dass ich kein Whatsapp nutze.

Die Selbstverständlichkeit mit der Whatsapp genutzt wird und Alternativen nahezu vergessen werden – ist etwas angsteinflößend.
Immer wieder kocht man ein Skandal hoch und kurzfristig befindet sich ein anderer Messenger in den Top-Download-Charts der großen Appstores – konsequent genug scheint aber kaum jemand zu sein, diese Alternativen auch dauerhaft zu nutzen.

Kostenlose Dienste, die durch ein Wirtschaftsunternehmen betrieben werden, bieten stets irgendeinen Haken.
Wir leben in einer Zeit, in der niemand etwas aus reiner Herzensgüte macht. Erst recht nicht bei 17 Milliarden Euro Kaufpreis.

Es ist okay Whatsapp zu benutzen – aber sich vollständig in diese Abhängigkeit zu begeben ist sehr gefährlich. Es geht auch ohne. Es ging immer ohne. Denkt immer daran.

 

 

 

 

Operation – Rampage

Wir sind alle Gefangene unserer eigenen Identität und leben in Käfigen, die wir selbst errichtet haben.

Seit einigen Monaten führe ich Krieg. Krieg gegen mich selbst. Krieg – gegen die eignen Grenzen.
Grenzen, die nicht real sind. Grenzen, die ich mir selbst gesetzt habe. Moralische Grenzen. Persönliche Grenzen. Grenzen des Möglichen.

Alle haben gesagt es ist unmöglich, bist jemand vorbei kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

Jeder entscheidet für sich selbst was richtig und falsch ist. Jeder entscheidet für sich selbst wie weit er gehen kann.
Grenzen. Imaginäre Linien im Kopf, die man sich zu überschreiten wagen muss.
Grenzen, die überschritten werden müssen. Überschreiten, das polarisieren wird.

Wie oft sitzt man da und denkt über die Konsequenzen nach, ohne es dann wirklich zu tun – weil die Angst einen weiter hinter die Linie drückt?
Was hast du zu verlieren, wenn du doch sowieso nichts hast?

Überwinde die innere Grenze. Polarisiere. Vergiss. So wie du willst – oder gar nicht.

Operation Rampage. Merk dir diese Worte.
Die Grenzen im Kopf. Der Käfig wird immer kleiner.
Es zählt nicht was einmal war – es zählt was jetzt ist. Tick Tack. Stunde Null.

Grenze ab. Vergiss. Setze neue Linien. Überscheite sie. Vergiss es wieder.
Du. Nur du. Im hier und jetzt.

Du bist deine eigene Grenze. Erhebe dich darüber.

Linien Grenzen. Das Sein. Beschnitten nur durch den eigenen Wahnsinn.
Möglichkeiten. Endlos. Schatten. Emotionslos. Erleben – Vergeben. Vergessen – Verzeihen.

Kommen und Gehen. Tick Tack. Die Uhr tickt. Du, wie du an deine Grenzen stößt. Verpiss dich. Geh weg. Ich brauche dich nich. Ich will dich nicht.

Tick Tack. Ich gehe weiter – du bleibst stehen. Operation – Rampage. Ich gewinne – du verlierst.
Einer geht, der Nächste kommt. Ich bleibe. Eine geht, die Nächste kommt. Ich bleibe.

Ein endloser Kreis. Logisch. Wahr und unwahr zugleich. Real und surral zugleich.
Nur die Ruhe. Es wird schon alles gut werden.

Du gehst, ich bleibe. Du schreist, ich schweige. Du fällst, ich fälle. Es ist wie es ist. Operation Rampage.
Wer nicht für mich ist – ist gegen mich – und kann gehen.

Tick Tack. Time is up. Ich stehe vor der Linie – du dahinter.
Good bye. Ein Weg zurück? Unerwünscht. Reue? Nein.
Hier. Jetzt. Ich. Du. Niemand. Kein Freund. Kein Feind.
Operation – Rampage.

Die Geschichte eines (Abgas-) Skandals…

Ich weiß nicht wie es bei euch so ist, aber mir geistern teilweise viele Monate lang immer mal wieder die selben Themen durch den Kopf, die ich dann z.B. neben meiner Arbeit im Stillen immer wieder überdenke und analysiere.

Je mehr und öfters ich über ein gewisses Thema nachgedacht habe, desto konkreter werden gewisse Details. Kausalität, Logik. Schlussendlich werden daraus Überschriften und ganze Sätze. Dann folgen Absätze – schlussendlich bekommt ihr einen neuen Beitrag zu lesen.

Nicht jeder vergangene Beitrag war nun dieser Natur, der nun Folgende wird es aber sein.
Ich hab einfach das Gefühl, dass das Thema nun bereit ist aus meinem Kopf zu verschwinden und in den ersten Tagen nach meinem Urlaub sprudelten die Ideen dazu nur so herum.

Das Thema ist ebenso aktuell wie uralt. Vor allem weil es mich auf der Arbeit betrifft messe ich dem Ganzen auch eine gewisse Bedeutung zu – denn es wird sich um den Dieselmotor drehen.

Aktuell

Im Rahmen der aktuellen Klimadebatte und dem Abgasskandal ist rund um den Dieselmotor eine große Diskussion entfacht.

Dieselabgase – verantwortlich gemacht für schlechte Luft in Innenstädten.

Feinstaub – verantwortlich für Krebserkrankungen.

Für alle nicht so versierten Menschen stellt sich doch eigentlich erstmal die Frage, wie es zu diesem Skandal überhaupt kommen konnte und was die ganze Diskussion über den Dieselmotor eigentlich soll.

Grundlagen

Der Dieselmotor ist eigentlich ein Verbrennungsmotor mit Kompressionszündung.
Im Gegensatz zu seinem Benziner-Pendant benötigt er keine Zündkerzen, denn der Dieselkraftstoff verbrennt beim vorhandensein einer entsprechend hoch komprimierten Luftmenge von selbst im Zylinder.

Vorteil des Dieselmotors im Gegensatz zum Benziner ist sein hoher Wirkungsgrad. Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet im dem Fall, dass mehr Energie in nutzbare Leistung als in Wärme umgewandelt wird.

Selbstverständlich könnte ich das an der Stelle noch weiter ausführen, für das Grundverständnis ist aber damit alles gesagt.

Simple Past

Wir schreiben das Jahr 1985. Ein Golf GTI hat zu dieser Zeit 1,8 Liter Hubraum und leistet damit sportliche 125 PS. Selbstverständlich ein Benziner. Denn einen PKW mit Dieselmotor konnte man zu dieser Zeit eigentlich Keinem als sportlich verkaufen.

Der Dieselmotor – maximal in seltenen Turbolader-Versionen (und noch seltener mit Ladeluftkühler) einigermaßen und wenn überhaupt sowas wie ein Konkurrent für den Benziner.

Einige 300er Mercedes Diesel brachten es auf 80 PS. Dieses Fahrzeug beschleunigte nicht – es nahm Fahrt auf.

Der Dieselmotor – etwas für Nutzfahrzeuge, Taxen und schmerzfreie Langstreckenfahrer.

Laut, stinkend, langsam – Diesel. Vorglühen, Sommerdiesel, Winterdiesel – auf sowas kann man gar kein Bock haben.

Past Progressive

Aber all das sollte sich bald ändern. Der hohe Wirkungsgrad des Dieselmotors war allein schon Grund genug um weiter an ihm zu arbeiten.
Was einst selten und teuer war, wurde mit der Zeit erschwinglich und nahm dem Dieselmotor sein bis dahin eher träges Image.
Der Turbolader.

Ab Anfang der 90er gab es fast keinen Hersteller mehr, der seinen Spitzen-Diesel ohne Turbolader angeboten hat. Auch der Ladeluftkühler war kein sensationelles Highlight mehr, sondern wurde zum Standart.
Die altertümlichen Vor- und Wirbelkammerdiesel wurden schließlich durch die Direkteinspritzung ersetzt – und der Dieselmotor seit diesem Moment nicht mehr länger nur eine Randnotiz.

TDI, CDI, DTI. Diesel fahren kann plötzlich auch sportlich sein. Bei nur 5 Litern Kraftstoffverbrauch ist der Gestank und das Geräusch dann auch eher Nebensächlich.

Während der Benzinmotor in seiner Entwicklung weitesgehend stagnierte, legte der Dieselmotor ordentlich zu und gewann zunehmend an Bedeutung.

Simple Present

Sehr schnell sprach es sich nicht um, aber es sprach sich rum. Turbodiesel mit Direkteinspritzung sind klasse.
In der KFZ-Steuer lag so ein 1,9 Liter TDI zwar bei stolzen 330 € pro Jahr, bei einem Verbrauch von nur 5 Litern Diesel pro 100 KM konnte man aber immernoch sehr adäquat Auto fahren.
Diese Rechnung lohnt sich dann auch irgendwann für vielfahrende Personen, sondern auch für die, die es werden wollen.

So kam der ein oder andere schlaue Mensch auf die Idee seinen Benziner durch einen Diesel zu ersetzen.
Auch die Hersteller zollten diesem Tribut. Nur eine Modellgeneration später gab es den Golf GTI nicht nur als Benziner, sondern auch als Diesel.
Die regulären Strecken bleiben sich ja gleich, aber man kann ja jetzt auch noch mehr fahren – schließlich ist der Kraftstoff viel günstiger und der Verbrauch viel geringer.

Mal hier hin, mal da hin. Was der Benziner an der Tankstelle gnadenlos bestraft – lässt das Herz des Dieselfahrers höher schlagen.

Wer die Möglichkeit hat, der fährt. Vorallem wenn es günstig ist. Faulheit liegt in der Natur des Menschen. Um Nebensächlichkeiten wie dem Abgasverhalten oder sowas macht sich ja erstmal keiner Gedanken.

Present Progressive

Diejenigen, die sich allerdings über das Abgasverhalten ihre Gedanken gemacht haben – waren die Politiker, die die Grenzwerte für Abgasnormen festgelegt haben und die jeweiligen Daten zur Einhaltung der jeweiligen Grenzwerte festgelegt haben. Euro 2, 3, 4, 5 und so weiter und so fort.

Die Hersteller waren also gefordert Maßnahmen zu treffen um das Abgasverhalten des Dieselmotors zu verbessern.
Maßnahmen wie die Abgasrückführung, verbesserte Einspritztechnologien, Partikelfilter usw. waren das Resultat der Bemühungen, seitens der Hersteller.
Maßnahmen, die ihre Wirkung nicht verfehlen, sofern denn das Fahrzeug so genutzt wird, wie es sich für ein Fahrzeug mit Dieselmotor denn eigentlich gehört.

Die Interpretation zu diesem sog. „Nutzungsprofil“ ist bei einem Fahrzeug mit Dieselmotor und diversen Abgasnachbehandlungssystemen eigentlich ganz einfach: Man steigt ein, fährt den ganzen Tag, stellt es dann ab und wiederholt den Vorgang am nächsten Tag.
Wichtig für so einen Diesel-PKW ist nämlich, dass er regelmäßig und über einen längeren Zeitraum die Betriebstemperatur erreicht, denn ohne erreichte Betriebstemperatur erfolgt auch keine gezielte Abgasnachbehandlung.

Das blöde an so einem moderenen Diesel ist jetzt aber, dass sich so viele Menschen an den geringen Verbrauch und den neuen Diesel-Fahrkomfort gewöhnt haben und gar nicht einsehen jetzt irgendwie anders Auto zu fahren, nur weil jetzt auf einmal das Abgas eine Rolle spielt?!

Morgens 3 Kilometer zum Kindergarten, dann 2 Kilometer weiter in den Supermarkt, von dort aus 5 Kilometer nach Hause und um 12:30 Uhr wird die Prozedur nochmal wiederholt.
Ein Fahrprofil, dass nichtmal einen kleinen Benzinmotor auf Temperatur bringen würde – aber, weil Diesel fahren ja nichts kostet (abgesehen von so ein bischen Kfz-Steuer) macht man eben so weiter.

Mehr Diesel-PKW. Mehr kürzere Strecken. Das Abgasverhalten ebenso gut ausgeblendet wie den Besitz eines Fahrrads.

Skandal 

Abgesehen vom menschlichen Versagen eines Jeden am Steuer eines Diesel-PKW auf kurzen Strecken – konnten auch die Hersteller die immer kürzeren Abstände neuer Emissionsgrenzwerte nicht mit neuen Technologien bedienen.

Da die Automobilindustrie vom Wachstum lebt und neue Fahrzeuge verkauft werden müssen um Umstätze und Gewinnprognosen einhalten zu können – behalf man sich eines genialen Tricks.

Seitens der Hersteller hat man gemerkt, dass ein Dieselmotor mit Euro 5 Abgasnorm zwar realisierbar – aber für den Fahrbetrieb ungeeignet ist.
Dementsprechend hat man das Motorsteuergerät einfach mit einem Prüfstandmodus versehen und so die altertümlichen Messverfahren der zuständigen Behörden besänftigt.

Natürlich ist sowas in erster Linie möglich, weil seitens des Gesetzgebers viel zu wenig getan wurde. Analog zur Digitalisierung der Verwaltungsakte – hat man, beinahe selbstverständlich, auch in allen anderen Bereichen gepennt.
Man muss wissen, dass auch moderne Dieselmotoren nach den selben Verfahren geprüft wurden, wie vor 50 Jahren.
Aber selbstverständlich schaffen wir das. Gemeinsam.

Wer sein Auto schon mal über den TÜV gemogelt hat, der kann nun nachvollziehen, wie sich die Automobilhersteller wohl die Hände gerieben haben.
Die Hersteller wiegten sich in Sicherheit, bis dann irgendjemand gepetzt hat.

Selbstverständlich ist der Aufschrei riesen groß. Die bösen Hersteller! Manipulieren einfach so die Steuergeräte, nur damit die Werte stimmen – Skandal!

Klagen, Rückrufe, Softwareupdate – die Konsequenzen sind hinlänglich bekannt. Nahezu jeder Hersteller hat sich in dieser Hinsicht nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert.
Auch der Gesetzgeber hat plötzlich gemerkt, dass ein 50 Jahre altes Messverfahren ja gar nicht so toll ist.

Jetzt muss auf einmal alles ganz schnell gehen. Neue Messverfahren. Strafen. Sanktionen. Bußgelder. Messzellen. Fahrverbote. Umweltzonen. Feinstaubplaketten.
Dem blinden Aktionismus werden keine Grenzen gesetzt. Die Luft muss wieder besser werden – JETZT.

Der ganze Fauxpas hat dem Dieselmotor seinen guten Ruf, den er sich zu Beginn der 90er gemacht hat, gekostet. Der Dieselmotor ist ab jetzt nur noch eins – schlecht. Und schlechte Sachen müssen weg.

Und um das nochmal zu verdeutlichen: Wir reden hier von normalen PKW – keinen Nutzfahrzeugen wie LKW oder Schiffen. Die Nutzungsprofile dieser Fahrzeuge reichen in der Regel aus um das Abgasverhalten dem Nutzen verträglich gegenüber zu stellen.
Das ist auch der Grund warum niemand über Schiffe in der Politik spricht.

Ein Containerfrachter z.B. ersetzt auf seinem Seeweg bis zu 20.000 LKW. Und 20.000 LKW sind für die Umwelt deutlich weniger vertäglich, als ein Frachtschiff.

Wir stellen fest

Im Gegensatz zum Benziner, hat der Diesel in den letzten 30 Jahren im Bereich der privaten PKW Nutzung an Bedeutung gewonnen.

Gründe dafür:

  • Groß-Serienreife des Abgasturboladers
  • Verbesserte Einspritztechnologien
    • dadurch verbesserte Fahreigenschaften und gestiegene Attraktivität durch generell bessere Kraftstoff-Verbrauchswerte.

Die Entscheidung einen Diesel zu kaufen wurde erheblich vereinfacht. Während Benziner quasi seit einem halben Jahrhundert nur marginale Veränderungen erfahren haben, die sich hauptsächlich auf die Einspritztechnologie beschränken – hat der Dieselmotor seine Trägheit vermindern können, wurde deutlich leiser und durch das nahezu vollständige Wegfallen des lästigen Vorglühen auch deutlich leichter zu handhaben.

Bis Abgasnorm Euro 3 war es möglich mit einem bis dato modernen Diesel PKW genau so zu verfahren, wie mit einem Benziner – inklusive der Verbrauchsvorteile.

Mit zunehmend strengeren Abgasgrenzwerten seitens der Gesetzgeber stiegen die Anforderungen an das Fahrprofil der Dieselfahrer.

  • Die Hersteller schafften es nicht, technische Maßnahmen zu finden, diese Werte, über die gesamte Bandbreite der Nutzung, zu erreichen.
  • Auch der Gesetzgeber sah sich nicht dazu veranlasst die Anforderungen an Halter von Diesel-PKW entsprechend festzulegen und den Bestand damit sinnvoll zu regulieren.

Autos werden immer schwerer, Benzin immer teurer. Einen SUV mit 2 Tonnen Leergewicht lässt sich als Benziner kaum unterhalten. Ein SUV möchten dennoch gern viele Menschen fahren.  Die Lösung? Ein Dieselmotor.
8 Liter Verbrauch in einem Diesel-SUV lassen sich deutlich besser verkaufen als 15 Liter Benzin.
Das Bewusstsein für die Umwelt spielt bei den Menschen eine untergeordnete Rolle – das ist nunmal so – die Hersteller wissen das.
Und da ein Hersteller  Autos verkaufen will liegt es an der Gesetzgebung entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Wir stellen fest: Irgendwann musste es genau so kommen. Der Diesel wurde eine brauchbare Alternative zum Benziner.
Maßnahmen die Attraktivität für Benziner deutlich zu steigern bleiben seit Jahren aus. Maßnahmen für eine umweltverträgliche Alternative zum Diesel wurden nicht in die Wege geleitet, dabei gibt es sie.

Alternativen

Der große Knall ist jetzt da und nun sind schnelle Maßnahmen gefordert. Hersteller wollen und müssen weiterhin Autos verkaufen und können jetzt nicht mal eben die Produktion einstellen um gute Alternativen zu erforschen.

So wählt man den Weg des geringsten Widerstands – und der heisst E-Auto.

Elektromotoren und Akkus gibt es ja schon lange, Steckdosen sind auch überall vorhanden – dementsprechend preiswert ist diese Option.
Das E-Auto ist der billige Versuch der Hersteller sich geschickt aus der Affaire zu ziehen.
Mit Reichweiten von bis zu 150 Kilometer und äusserst fragwürdigen Produktionsprozessen von z.B. Akkus und auch dem benötigten Strom stellt sich die Frage, ob das E-Auto eine Alternative sein soll – oder ein übler Scherz?

Forschungen sind extrem teuer und rentieren sich nur über sehr viele Jahre. Wie kann man als Vorstand eines großen Herstellers seinen Aktionären wohl verkaufen, dass man zehn Jahre weniger Gewinn machen wird, weil die Luft schlecht ist? Schwierig, oder?

Dass das Erdöl nur begrenzt vorrätig ist, habe ich vor gut 30 Jahren schon in der Schule gelernt und verinnerlicht. Offenbar scheint diese Weisheit am Gesetzgeber spurlos vorbei gegangen zu sein, denn warum wurden die Hersteller denn nicht durch entsprechende Vorgaben dazu motiviert Erdöl-unabhängige Alternativen zu Stande zu bringen?

Das nun folgende Video zeigt euch, wie der Entwicklungsstand 1975 war, als der Dieselmotor quasi noch keine echte Alternative war:

 

Wir stellen fest – es geht. Alkohl ist offenbar doch eine Lösung. Auch das Wasserstoffkonzept ist nicht neu. Zwischen 1975 und 2019 liegen 44 Jahre.
In diesen 44 Jahren wurde das Internet erfunden und schaffte seinen Durchbruch. Kassetten und Schallplatten wurden durch CD, DVD, Blue-Ray, MP3 und Streaming ersetzt. Smartphones überall.
Aber Autofahren kann man nach wie vor nur mit Benzin, Diesel und teilweise Gas.

Da muss man sich eigentlich fragen: Was hat die Automobilindustrie die letzten 44 Jahre diesbezüglich eigentlich gemacht?

Es ist ja sehr nett, dass man jetzt in jedem Auto eine Klimaanlage hat und mit diversen Airbags und sonstigen Sicherheitssystemen sowohl bei der Verursachung als auch bei Eintreten von Unfällen geschützt wird – aber dabei handelt es sich hautpsächlich um elektronische Helfer und deren Helfershelfern. Rein mechanisch sind keine wirklichen Durchbrüche zu verzeichnen.
Mehr Elektronik, mehr Plastik, mehr Gewicht, mehr Austattung, immer günstigere Preise und Herstellungskosten – das sind die Resultate von 44 Jahren.

Wie vor 44 Jahren rosten Autos auch heute noch, verursachen viel Lärm, benötigen Wartung und Pflege.
Im Winter vereisen Scheiben und Türen, nur im Sommer ist es dank Klimaanlage, gefüllt mit umweltschädlichen Gasen, ein bischen erträglicher geworden.
Mehr Autos, mehr Verkehr, mehr Unfälle. Mehr Komfort und Sicherheit. Der Aspekt der Umweltverträglichkeit wurde kaum berücksichtigt.

Die Hersteller müssen verkaufen. Das Land braucht Arbeitsplätze und Einnahmen. Man tritt auf der Stelle. In einem Land, das in großen Teilen abhängig von der Automobilindustrie ist, fällt es als Gesetzgeber schon ein bischen schwer die Zügel etwas anzuziehen – nachvollziehbar, aber nicht vertretbar.
Als Gesetzgeber muss klar sein, dass im gelebten Kapitalismus niemand aus reiner Selbstlosigkeit handelt. Es ist seine Pflicht, dafür zu sorgen.

Das folgende Video zeigt euch, wie es mit simplen Maßnahmen möglich ist den regulären, fossilen Kraftstoffverbrauch Mithilfe von Wasserstoff signifikant zu senken:

Ganz geil, oder? Aber nein, das ist keine Erfindung der Automobilindustrie oder Serienausstattung – es handelt sich um ein Bastelprojekt.
Was sagt uns das? Wenn man motiviert genug ist oder wäre – dann kann man der Umwelt zu liebe einiges bewegen.

Und es geht weiter. Im nun folgenden Clip könnt ihr sehen, wie Fahrzeuge mit Druckluft betrieben werden können:

 

Fazit

Eigentlich bleibt an dieser Stelle nur noch Eins zu sagen: Der Dieselskandal ist in dem Sinne kein Skandal, da es wirklich brauchbare Alternativen auf dem Markt gibt. Aber „man“ (was sich auf Industrie und Regierung bezieht) will gar keine Alternativen.

Der eigentliche Skandal ist, dass allein aus wirtschaftlichen Interessen, diesen Alternativen am Markt jegliche Chance genommen wird.

Wir leben in einer Welt, in der Geld und Macht regiert und auch nur Geld und Macht einen Anreiz darstellen. Mehr verkaufen, mehr Umsatz, mehr Gewinn.
Die Umwelt spielt bei all dem keine Rolle.

Das E-Auto und der Abgasskandal sind kein Gewinn für das Weltklima, sondern ein Blendwerk von Industrie und Politik, um der breiten Masse ein gutes Gefühl zu geben und hinter den Kulissen alles genau so weiter laufen zu lassen wie bisher.
Wir werden es nicht erleben, dass sich Politik und Industrie als Sündenböcke preisgeben und vor der Gesellschaft zu Kreuze kriechen.

Das Einzige was in dieser Welt bleibt, sind du und ich. Ich, wie ich einen Beitrag wie diesen schreibe und du, wie du ihn liest und hoffentlich auch verstehst, dass diese Welt krank ist und es mehr braucht als Neuwahlen.

Sommerpause 2019

Mit dem heutigen Beitrag verabschiede ich mich in die Sommerpause.

smarter Rückblick

Seit meinem Umzug ist in meinem Smart-Home noch nicht wirklich viel (neues) passiert. Wie bereits erwähnt habe ich das gesamte Sortiment an Sonoff-Komponenten rausgeworfen und bin komplett auf Zigbee umgestiegen. Generell habe ich mich etwas mehr mit Zigbee auseinander gesetzt und unter Anderem auch einen Router gebaut.

Meine Sonoff S20 Steckdosen habe ich durch Osram Smart + Plugs ersetzt. Ich muss gestehen, dass ich derzeit aber nur eine einzige Steckdose in Betrieb habe.

Sehr zu empfehlen ist die Verwendung von Libreelec auf dem Asus Tinkerboard. Derzeit habe ich diese Konstellation in meinem Schlafzimmer in Betrieb und bin absolut zufrieden.

Wie einige von euch wissen arbeite ich in einer freien Kfz-Werkstatt spezialisiert auf die Marke Smart.
Meiner Abneigung der Fahrzeuge zum Trotz, habe ich mir in diesem Jahr tatsächlich mal selbst ein Smart (Cabrio) zugelegt und meinen Vorstellungen entsprechend aufgebaut. Dieses kleine Projekt war auch der Grund für die eher schleppenden Fortschritte in meinem Smart-Home.
Mein kleines Cab habe ich aber für’s erste fertig gestellt und genieße im Sommer nun die Fahrten oben ohne 😉

Zeit also sich einige Gedanken um zukünftige Projekte zu machen.

smarter Ausblick

Vor geraumer Zeit hatte ich bereits mal einen Smart-Mirror gebaut. Bisher  bin ich aber wirklich nicht in der Lage gewesen das Projekt komplett fertig zu stellen.
Gern möchte ich das in Zukunft ändern und den Mirror sowohl als digitalen Bilderrahmen, als auch als Status-Display für mein Smart-Home nutzen. Mal sehen ob mich das Ergebnis denn selbst zufrieden stellen kann.

Ebenfalls habe ich mir in den letzen Monaten zwei alte Röhrenradios gekauft. Eines davon wollte ich orignal überarbeiten und in meiner Wohnung als Deko-Element nutzen und aus dem Anderen wollte ich meine eigene, moderne Interpretation eines Radios bauen.
Aktuell sind beide Radios bis auf die letzte Schraube zerlegt und die Gehäuse warten auf ihre Überarbeitung.

Mehr möchte ich an dieser Stelle erstmal nicht versprechen. Wer weiß wann ich die Motivation finde ein Projekt anzugehen.

Schlusswort

Seit knapp vier Monaten wohne ich nun, zum ersten Mal in meinem Leben, alleine. Die Entscheidung zu gehen und noch einmal bei Null anzufangen war schwer und oft war ich kurz davor aufzugeben.
Innerlich legt man sich einen Plan zurecht. Aber Erstens – kommt es anders und Zweitens – als man denkt.
Oft hat mir das Schreiben geholfen mich ein bischen von dem nagenden Kummer abzulenken, auch keine kleinen Projekte waren sehr hilfreich. Reden, etwas unternehmen, meine Kids.
In sehr kleinen Schritten habe ich den Weg in sowas wie Normalität zurückgefunden.

Die wichtigste Lektion aber war, das man ab und zu auch konsequent sein muss. Rumgeeier hat mir noch nie gut gefallen und nie hat es mir so sehr missfallen wie in den letzten Monaten. Daher war es auch an der ein oder anderen Stelle richtig zu sagen – „Nein – so nicht mehr“. Klar, fällt es mir immer noch nicht leicht andere Menschen zu enttäuschen, aber es Allen recht zu machen ist eindeutig nicht die Lösung.

Wohin mich mein Weg führen wird weiß ich nicht. Ich habe auch aufgehört mir konkrete Pläne zu erarbeiten. Je versessener man selbst an einem Plan arbeitet, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man an seinem eigenen Anspruch zerbricht.
Ich habe gelernt ein Stück weit den Moment zu leben und nicht ständig alles langfristig auszulegen.
Es fühlt sich gut an. Gut, ohne Hintergedanken, Sorgen oder Reue einfach genau das zu tun, was man grade tut. Egal was, egal wie lang. Nur der Moment und ich.

Momentan habe ich Bock darauf mich beruflich mal neu zu erfinden. Ich habe Bock meinem kleinen Bruder Nachhilfe zu geben und ich habe Bock oben ohne in meinem selbst gebauten Cabrio durch die Gegend zu fahren.
Habe Bock auf gutes Essen, Bock auf Bier, Bock auf gute Stimmung.
Was mal war interessiert mich grade eigentlich gar nicht und ich bin froh darum mal eine Zeit zu erleben, die nicht an die Missstände der Vergangenheit erinnert.

Es ist für den Moment einfach schön frei zu sein. Frei von dem was mal war und bereit für alles was kommt.
Ich denke im Gegensatz zu dem was war, ist das schon ein riesen Schritt.

 

Ich denke ich werde ab September langsam wieder anfangen einige Beiträge zu veröffentlichen.
Bis dahin wünsche ich euch allen einen wunderschönen Sommer und ein gutes Gelingen bei all euren kleinen Projekten.

 

 

 

 

Nachruf

„Lebst du noch?“

Eigentlich eine gängige Frage, über die man sich nur wenig Gedanken macht. Im Laufe des Lebens lernt man viele Menschen kennen.
Einige mag man, einige nicht. Mit einigen hat man viel Kontakt, zu Anderen weniger. Kindergartenfreunde, Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Kommilitonen,  Freunde, Bekannte, Verwandte.

Manchen schreibt man regelmäßig, manchen nur sporadisch.
Dann, irgendwann, kommt der Moment an dem einem einfällt „Mensch, von dem hast du ja schon lang nichts mehr gehört“.
Bei Facebook mal schnell das Profil gesucht und plötzlich stellst du fest, dass dieser Mensch tot ist.

Diesen Eintrag widme ich meinem alten Arbeitskollegen Thomas.
Auf das die Wolken am Himmel verbranntes Öl sind, die Einer deiner zahllosen Motoren, die du gebaut hast, zum Auspuff hinaus bläst.

Auch wenn ich von deinem Tod (ende März) erst jetzt erfahren habe berührt es mich sehr. Du warst ein herzensguter Mensch und hattest immer ein offenes Ohr.

Danke, dass ich dich kennenlernen durfte. Ich hoffe der Ort, an dem du jetzt bist, ist ein Besserer.

Mögest du in frieden Ruhen, alter Freund.

Nüchtern betrachtet

Liebe Leser,

vor einigen Wochen berichtete ich euch davon, dass dieses Land krank sei. Um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, wie ich „krank“ interpretiere – habe ich euch ein kleines Video mitgebracht:

 

Während der Deutsche sich also vom Staat verarschen lässt, lässt sich der deutsche Staat von Schutzsuchenden und Einwanderern verarschen.

Schuld daran sind aber nicht etwa die Schutzsuchenden und Einwanderer, das wäre zu einfach, schuld ist der Deutsche. Schließlich darf jeder Deutsche selbst wählen, wer das Land regieren darf und welche Gesetze gelten sollen.

Uns hier fängt das Dilemmma an.

In der Regel interessieren sich die wenigsten Deutschen für Politik. Wozu auch, wer 40 Stunden pro Woche arbeiten geht, der will das verdiente Geld auch irgendwann mal zum Fenster raus hauen. Der Deutsche feiert, der Deutsche säuft. Der Deutsche renoviert, der Deutsche baut. Nebenbei hat man dann noch Familie und Freunde zu bespaßen, da bleibt keine Zeit für Politik.
Über Politik wird immer nur dann gesprochen, wenn es was zu mosern gibt – und davon gibt es beileibe viel zu viel.

Gesundheitssystem scheiße, Rentensystem scheiße, Pflegesystem scheiße, Arbeitsmarkt scheiße, Einwanderungspolitik scheiße, Straßen scheiße, Steuersystem scheiße. Überall wird man verarscht.
Unternehmen, mit viel zu viel Einfluß. Polizei mit zu wenig Personal  und zu guter Letzt: Ein Flughafen, der niemals fertig wird.

Deutschland. Das Land der Dichter und Denker – hat sich selbst abgeschafft. Schon lang bevor alle über Thilos Buch gelacht haben.

Vom einstigen Wohlstand ist nicht mehr viel da. Der Wohlstand wurde nach Asien ausgelagert. Im Auslagern ist Deutschland nämlich immernoch am Besten.
Grundig, Telefunken, Loewe, Blaupunkt, Nordmende, Graetz – heute Samsung, LG, Sony, Philips und die chinesischen Lizenznehmer nicht zu vergessen.

Produktionslinien für Fahrzeugteile und/oder ganze Fahrzeuge – ausgelagert. Nach Tschechien, Spanien, Polen.

Wirkstoffe für Arzneimittel werden übrigens ebenfalls hauptsächlich in China produziert. Das klappt sogar so gut, dass im gebliebten Vaterland teilweise Lieferengpässe herrschen.

Wer jetzt einen kurzen Moment inne gehalten hat, der stellt fest: Man, das sind verdammt viele Arbeitsplätze..

Korrekt, aber es sind nicht nur Arbeitplätze – es ist auch das Know-How das verschwindet. Wenn eh alle Fernseher in China produziert werden, brauch das doch in Deutschland keiner mehr lernen?! Dann lieber BWL studieren und anschließend bei KIK ne Filiale leiten und Klamotten aus Bangladesch verscheuern.

Der Deutsche ist sich selbst zu teuer und an seinem eigenen Geiz gestorben. Jetzt wird halt nur noch gemosert. Das Miteinander und das Vertrauen sind mit der Zeit verloren gegangen. Der Deutsche kämpft einsam. Am Stammtisch, am Mittagstisch, im Freundeskreis, beim Abendbrot.

Jetzt. Ich meine im Hier und jetzt. In diesem Moment, wo du diesen Beitrag liest – wird dir wieder klar „der Mann hat Recht“ und eigentlich siehst du all das genau so. Geschehen wird trotzdem nichts. Und warum nicht?

Bevor dieses Land seine Krankheiten loswerden kann, muss erstmal das Weltklima gerettet werden.
Dumme Gören flitzen nun Freitags durch die Innenstädte, schwänzen die Schule und gröhlen Parolen, für dessen  Verständnis ihnen jede Kompetenz abgesprochen werden muss.
Angestiftet durch Grün/Linkes Lehrergesochs, das keinen Unterricht mehr macht, sondern Meinungsmache betreibt.  Und die Masse jubelt und klatscht. Schnell den Nobelpreis verleihen, damit der größten Verasche, der gesamten Menschheit auch ja genug Tribut gezollt wird.
Das Gewissen, dem Klima gegenüber, muss so dermaßen schlecht sein, dass dem Deutschen keine Zeit mehr bleibt die ganzen anderen, wichtigeren Baustellen zu erkennen, sich zusammen zu schließen und dem Irrsinn ein Ende zu bereiten.

Dieses Land ist krank, meine lieben Leser. Und Kranke heilen nicht zwangsläufig, sie sterben auch manchmal.

Alles gut

Wollen, aber nicht können. Können aber nicht wollen.

Seit Tagen eiern mir diese Worte im Kopf rum, aber ich hab sie einfach nicht einordnen können.
Ich will was schreiben, aber ich kann nicht.

Ein Beitrag zu ehren eines Helfers. Geräuschlos und geräuschvoll. Unsichtbar und sichtbar. Vergessen, aber immer präsent. Weit weg und doch sehr nah.
Rotierend oder schwingend. Gefangen und frei.
So vielseitig und so wenig gewürdigt.

Auf seiner Ewigen reise durch die Kabel dieser Erde, leistet das Elektron heldenhafte Arbeit – und niemand spricht darüber.
Niemand nennt seinen Namen, niemand feiert ihm zu Ehren ein Fest.

Kein Bild, kein Ton – ohne Elektron. Held des Alltags. Auf das dich dieser Beitrag für immer in der Form würdigt, die dir gebührt.

Immernoch blockiert. Dabei strömen sekündlich neue Ideen durch mein Gehirn. Jede für sich, kein Gesamtbild. Eine endlose Kette mit losen Gliedern, die darauf wartet zusammengefügt zu werden.
Tic Tac – die Uhr schreitet voran. Schon wieder vierzehn Uhr und das Uhrwerk dreht sich unaufhaltsam. Wieder ein Elektron, das tapfer seinen Dienst verrichtet.

Während senkrecht ständig die Worte vor dem inneren Augen entlang schwinden, senkt und hebt sich die Sonne. Es wird dunkel, es wird hell. Manchmal träume ich sogar davon.  Ich wache auf, wenn die Sonne untergeht. Du tippst, aber keine Nachricht kommt. Manchmal hab ich sogar was geschrieben, vollkommen surreal und ohne Kontext.  Dann wache ich auf.

Ich will es verstehen und kann es nicht. Ein langer Weg, durch einen riesigen Irrgarten. Der Wind pfeifft heftig, wenn ich falsch abbiege – doch auch wenn ich stundenlang den richtigen Weg gegangen bin, komme ich nicht am Ziel an.
Manchmal werde ich müde. Irgendwo muss doch dieser scheiß Ausgang sein..
Erstmal Kaffee und Tablette, dann wird es schon.
Irgendwann wird schon was passieren. Aber was nur? Erstmal nen Bier. Bald wird es wieder dunkel, dann wieder hell.
Zwischendurch sehe ich wieder diese Nachrichten. Sehe eine Welt, die schön ist. Dann wache ich auf – und bin traurig.
Irgendwann wird schon was passieren. Wenn die Uhr nur oft genug ihre Runde gedreht hat. Tic Tac – wieder ein Tag vorbei.

Ich sitze da, es fühlt sich langsam an. So langsam wie ein Reptil, das in der Kälte sitzt. Starr und stoisch. Sinnlos.
Ich gehe eine Runde. Eine große Runde. Aber sie fühlt sich gar nicht lang an, sondern nur schnell. Ruck Zuck war ich wieder zuhause. Unterwegs sah ich ein Objekt, mit einem wahnsinns Dekolleté. Der Mund wurde wässrig. Alles noch in Ordnung.

An einem anderen Ort sah ich eine Frau. Ganz flach, aber mit einer so bekannt liebenswerten Aura. Zuckersüß. Ich musste immer hingucken. Alles noch in Ordnung.
Nebenan war immer die Lüge, umgeben von Schwarz. Scheinheiliges grinsen, so widerlich, dass ich kotzen will. Ying und Yang. Immnoch alles in Ordnung.

Hin und wieder werfe ich ein Blick auf’s Display. Schon fünfzehnuhrdreissig. Danke liebe Elektronen.
Ihr seid überall und nirgendwo. Ohne euch wäre meine Welt nicht die Selbe.

Oft ist das fühlen einer Aura ein Fluch. Oft ist es ein Segen. Die Stimmung in einem Raum, die Ausstrahlung einer Person. So kann man auch ohne Augen die Welt sehen.

Es ist schon wieder spät. Tic Tac. Das relative drehen der Zahnräder gibt den Takt an. Ein Zeiger hier, einer da. Früh, spät, um. Zeit haben, Zeit nehmen. Können und wollen. Labern und machen. Alles wie immer, alles in Ordnung.

Sometimes I like to write down something in english. Sometimes I would like to take a guitar. Sometimes I would like to take a mic and scream out everything.
I’d like to travel arround. Watch out the greatness of nature. A roadtrip on a motorcycle. Route 66. Freedom.

Parfois francais, a veces español. No importa lo que traiga el futuro – at this moment, everything is fine.