The end of everything II

Im Leben stößt man immer wieder auf diese besonderen Momente.

Momente, in denen man von einer Idee, einem Plan, von einem Vorhaben so sehr überzeugt ist, dass sich jede weitere Option wie ein ganz fauler Kompromiss anfühlt und man nur noch diesen einen einzigen Weg gehen will.

Einen Weg voller Überzeugung. Voller Hoffnung. Und nicht im geringsten würde man auch nur den Hauch eines Zweifels hegen.
Grenzenlose Euphorie. Jede nur erdenkliche Form von Konsequenz hat keine Relevanz. Eine neue Macht entsteht.
Plötzlich passt absolut alles zusammen. Das Ideal einer Zukunft wird innerhalb einer Sekunde immer und immer wieder vor dem inneren Auge abgespult und man kann es kaum erwarten diesen Traum endlich leben zu dürfen.

In letzter Zeit durfte ich wieder eine solche Situation erleben.

Es gab diese eine Situation, in der meine Traumvorstellung tatsächlich für einen winzigen Moment in greifbare Nähe gerückt ist.
Da war sie wieder. Die Hoffnung. Die Euphorie. Der Wille absolut alles zu geben.
Keine andere Lösung war mehr tragbar. Keine andere Lösung wäre standesgemäß.
Das Beste oder nichts.
Gespannt hing ich jede Sekunde in der Nähe meiner Geräte, nur um zu erfahren ob mein Traum vielleicht wahr werden könnte.
Ob ich mich vielleicht wirklich und auch nur einmal wieder so richtig freuen kann.
Ob ich hoffen darf.
Ob ich träumen darf.
Ob auch wirklich einmal etwas wirklich Gutes passiert.

Die Hoffnung, wie auch die Vorfreude waren gigantisch. Meine innere Anspannung war garantiert messbar.
In meinem Kopf waren die nächsten drei Jahre schon fertig gesponnen.
Und weil ich sonst nichts tun konnte ausser warten, betete ich halt.
Jeden Abend.

Umsonst.
Wie so oft.

Der heilige Gral.
Zum greifen nah – doch wieder entglitten.

Seitdem ist das Thema für mich erledigt.
Wie so oft.

Für mich gibt es nur dieses einzelne Mosaiksteinchen in einem riesen Meer aus Einzelteilen, dass das ganze Bild perfekt macht.
Der eine Teil, der all das Eins werden lässt.
Der, der diese besondere Art der Unbeschreiblichkeit auslöst.
Der, für den es keine Alternative gibt.

DAS, wäre es gewesen.

Wieder diese ätzende Enttäuschung.. Als ob ein Teil im inneren der Seele abgestorben wäre..
Jeder weiß, dass es das Beste ist – und dennoch geschieht es nicht..

WARUM NICHT??

Was muss ich tun, damit es nur ein einziges Mal gelingt?

Es wird für immer mein Traum bleiben. Ich bin nicht in der Lage es zu kompensieren.
Nicht gewillt den Kompromiss einzugehen.
Dich – oder gar nichts.

Für immer. Bis zum Ende.
In jeder Konsequenz.
Weil alles was ab dann passiert, gar nicht mehr schlecht werden kann.


Danke und bis bald.




The end of everything

Früher als gedacht, später als erwartet.

Mit diesem Beitrag endet der Tinkerblog.

Ein Ende kann immer auch ein Anfang sein – vergesst das nicht.
Vielen Dank an alle Leser und Abonnenten.

Für all die, die von diesem Beitrag mehr erwartet haben, seid bitte nicht allzu enttäuscht. Sicherlich werde ich mir eines Tages ein neues Projekt zulegen. Im Tinkerblog, insbesondere im Kernthema, sehe ich auf lange Sicht kein wesentliches Potential mehr.
Zu lang schon stagniert mein smartes Zuhause. Zu lang schon leidet die Qualität meiner Beiträge unter anhaltender Gedankenleere.
Eigentlich hatte ich auch nie vor hier so persönlich zu werden, wie es schlussendlich gekommen ist – aber ich denke, das war es wert.

Als ich das Internet, und all seine Vorzüge, seinerzeit für mich entdeckt habe, sah ich all sein Potential schon weit bevor es in der breiten Masse angekommen war.
Das Leben im Internet fühlte sich für mich richtig an. Die zahllosen Stunden im Chatroom, die unzähligen Beiträge in den verschiedensten Foren – jedes einzelne Wort auf dem Blog.
Es war mir ein Genuss.

Doch seit geraumer Zeit bahnen sich Veränderungen an, die mir nicht gefallen. Änderungen, die ich nicht mehr bereit bin mitzugehen.
Die Übernahme von Whatsapp durch Facebook war die Erste dieser markanten Änderungen. Die zunehmenden Anteile von Foto- und Video Plattformen – das ist nicht mehr „mein“ Internet.

Ich hab mir gern mal lustige Clips auf Facebook angesehen – mittlerweile laufen die selben lustigen Clips, kommentiert von irgendeinem Lappen, der beim Zuschauen mit seinem Headset den Monitor anlacht.. Was bitte soll das?
Was soll TikTok?
Ich sehe dort dusselige Gören vor der Cam auf- und abhüpfen und mit jeder Bodenberühung ändert sich ihr Outfit.
Ich sehe Fotos auf Instagram von Personen, die ich in „Echt“ kenne und sehe auf geposteten Fotos nur noch eine Farce der realen Person.

Ab und zu höre ich sogar aktuelle Musik. Apache 207 – mein absoluter Liebling. Bei jedem Wort aus seiner elendig, talentfreien Fresse überkommt es mich und ich möchte meinen Mageninhalt gerne auf der Stelle auf sein nächst bestes Portrait entleeren.
Capital Bra. Loredana.
Mir fehlen die Worte. Ich seh mein eigenes, entsetztes Gesicht, wenn ich daran denke, dass meine Kinder DIESE Musik hören und „abfeiern“.

Vor gut zwei Jahren hab ich sogar aufgehört 1live zu hören. Ich hab gern 1live gehört.
Es geht nicht mehr.
Sowohl die dort gespielte Musik, als auch den Bullshit, denn die sogenannten „Moderatoren“ dort von sich geben ist für mich unerträglich.
Eine Zeit lang konnte ich 1live tatsächlich durch WDR2 ersetzen. Doch je länger man diesen Sender und seine manipulierten Moderatoren hört, desto eher versteht man, warum so häufig von „Staatsfunk“ die Rede ist.

Nachdem ich dem Fernsehen schon komplett abgeschworen habe, bleibt mir beim Radio tatsächlich nur noch WDR4.

Fernsehen – bei dem Wort wird mir schon schlecht.
Manchmal reden meine Arbeitskollegen darüber… „Haste gestern…“ – „Nein, ich gucke kein Fernsehn.“
Manche Arbeitskollegen lesen sogar BILD… An sich ja kein Problem – aber warum noch darüber reden?? Warum noch anderen erzählen was IN der BILD steht???
Wie gering muss die persönliche Würde sein, um seinen täglichen Informationsgehalt ausgerechnet aus so einem versifften Portal wie BILD zu erfahren?
Es schmerzt mich wirklich…

Mich interessieren keine Youtuber. Mich interessieren keine Instagramer und ihre scheiß Storys. Mich interessieren erst recht keine TikToker und ihr beschissenes geplänkel. Mich interessieren keine Assis auf RTL2 und mich interessiert auch nicht wer grade versucht Millionär zu werden.
Mich interessieren keine guten – und auch keine schlechten Zeiten.
Mich interessiert die Sportschau nicht – und erst recht nicht der Tatort…
Wer seine scheiß Frau tauscht nicht und auch nicht was man tolles kochen kann.

Mich interessieren echte Menschen. Denen schaue ich in die Augen und bilde mir meine eigene Meinung.
Mich interessiert, was ich mit meinen eigenen Augen sehe.
Mich interessiert, an was ich glaube.
Mich interessiert, was ich liebe.
Mich interessiert, was ich beeinflussen kann.

Lange Zeit konnte das Internet mir persönlich etwas bieten.
Die Zeit ist vorbei.
Es gibt keine Chatrooms mehr – niemand schreibt.
Es gibt kaum mehr aktive Foren – niemand macht.
Es gibt wenig interessanten Content – alles schon gesehen.

Es gibt oberflächliches Dating.
Unzählige Videos, in denen zahllose Selbstdarsteller ihren hirn- und zahnlosen Followern, scheinbar nie da gewesene Highlights präsentieren.
Es gibt Amazon, wo jeder offenbar alles kauft.
Es gibt Apple, was ja wohl der geilste Scheiß ist.

All das kann mich so sehr am Arsch lecken – das könnt ihr euch gar nicht vorstellen..

Die ganzen ekelhaften Klugscheißer, die sich in irgendwelchen Facebook-Gruppen zusammengeschlossen haben und ihr belangloses Halbwissen auf Basis von Youtubevideos nun jedem User unterjubeln müssen – es ist eine Schande für jedes Forum, das aufgrund von Facebook gestorben ist.

Ich hab keine Ahnung wie sich all das noch weiter entwickelt. Es ist mir ehrlich gesagt egal.
Genau so wie ich dem Fernsehen, 1live, WDR2 und Whatsapp abgeschworen habe, werde ich es in naher Zukunft mit dem gesamten Bereich „social Media“ halten – die ständige Wut und Verzweiflung über die horrende Ansammlung von Vollidioten kann ich persönlich einfach nicht mehr ertragen..

Der Tinkerblog war für mich eigentlich immer nur als Gedankenstütze gedacht. Bei all dem, was man sich als Kfz-Meister über Autos so merken muss ist es in so einem Spatzenhirn echt schwierig neue Inhalte dauerhaft zu speichern – vor allem wenn man sie nicht jeden Tag benötigt.
Den Zweck hat der Blog stets erfüllt. Das hätten Textdokumente auf meiner Festplatte aber ebenso.

Mir, hat es immer und, liegt es sehr am Herzen, erworbenes Wissen, Kenntnisse und Erkenntnisse so gut wie eben möglich zu dokumentieren und damit an jeden weiter zu geben.
Wenn man eines niemals stillen kann, dann ist es der Durst nach Wissen und, allem voran, die Neugier.

Mich fasziniert es immer wieder, wie sehr Menschen, die etwas unbedingt wollen, sämtliches Wissen wie ein Schwamm aufsaugen und alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um ihr Ziel zu erreichen.
Und jene Menschen haben auf ihrem Weg auch nichts anderes verdient, als die bestmögliche Unterstützung.
Genau diese Unterstützung sollte der Tinkerblog liefern.

Sicherlich hat er das ein Stück weit – aber seit knapp zwei Jahren auch nicht mehr mit letzter Konsequenz.
Wir sprechen hier im Kern von Themen, die im Grunde schon nach einem halben Jahr wieder veraltet sind.
An der Stelle hatte ich von mir selbst auch etwas mehr Motivation erwartet.


Alles in Allem finden diese, doch recht spontanen, Zeilen nun ihr Ende.

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Wir lesen uns wieder – euer Tinker.




8

Es beginnt.

Die unvermeidlichen Mechanismen des Lebens.
Schicksal oder Bestimmung.
Glück oder Pech.

Auf den endlichen Wegen des Lebens geht es niemals nur geradeaus.
Wir biegen links ab.
Wir biegen rechts ab.
Blind – finden wir uns eines Tages in einer der Sackgassen des Seins wieder.

Für dich gibt es diesen einen Punkt.
Egal was du tust, jederzeit kehrst du unbeschadet dahin zurück.
Probierst es erneut.
Wagst einen anderen Weg.
Oder bleibt einfach da.

Ich bin dein Backup.
Von hier aus ist alles leicht.
Kein Risiko, keine Gefahr.
Nur ein wenig Schmerz.
Aber kein Glück…

In deinem Dschungel aus falschen Wegen bin ich die einzige Konstante.
Nach mir gibt es kein Falsch.
Es ist gut wie es ist.
Vielleicht auch nur Einer von Vielen.
Von Vielen aber der Eine.
Der, zu dem du zurück gehst.
Der, von dem du kamst.

Der, der auf dich wartet.
Der, der in Frieden ruht.
Der, der dich erinnert.
Und der, der dich lässt.

In einer verlorenen Welt haben wir uns gefunden und wieder vergessen.
Uns geliebt und ignoriert.
Sind zurückgekommen.
Haben uns wieder entfernt.
Abgefunden.
Dazugelernt.

Mit all seinen Wegen, Geraden und Abzweigungen – werden wir uns im unendlichen Irrgarten des Lebens immer wieder treffen.
Schicksal. Bestimmung.
Glück. Pech.
Es kann sein, soll es aber nicht.
Ich will, du nicht.

Auf der verzweifelten Suche nach dem, was du schon lang gefunden hast – wirst du neue Abzweige finden.
Den richtigen Weg gehen.
Den falschen Weg gehen.
Neue Punkte setzen.
Zurückkehren.
Es nochmal versuchen.

Mit der Zeit wird die Erinnerung verblassen.
Zu viele Wege gegangen.
Zu oft zurückgekehrt.
Jede Sicherheit birgt eine trügerische Konsequenz.

Wege zeichnen sich ab.
Die Sicht wird klar.
In deinem Dschungel aus falschen Wegen, kannst nur du selbst den bestimmen in welche Richtung du gehst.
Eingebungsvolle Weitsicht.
Blinder Aktionismus.
Am Ende findest du deinen Weg zurück zu dem, was dir gibt, was du am dringlichsten brauchst..

Es endet.








helpless

Ein neuer Versuch einen Beitrag zu verfassen. Einundzwanzig Mal schon hat es nicht geklappt.

Das Chos in meinem Kopf ist enorm. Der Druck beinah nicht mehr zu ertragen..
Der Jahreswechsel – ein neuer Tiefpunkt.
Verzweifelt suche ich nach einem Ausweg aus der ständigen Unzufriedenheit.

Ich wollte eigentlich einfach nur meine Ruhe. Wollte für alle nur das Beste und habe mein Möglichstes dafür getan.
Doch es ist egal.
Es ist egal, wie groß die Mühen sind.
Egal, wie hoch die Summe ist.
Egal, ob ich all das noch weiter imstande bin zu leisten.

Ich bin kalt geworden, will all das Leid einfach nur noch ignorieren.
Kommt Zeit, kommt Rat.

Die Tage schwinden schon wieder dahin.
Pennen, malochen, kotzen.
Am Ende bleibt – nichts.
Keine Freude. Keine Motivation. Keine Perspektive.
Es ist alles schlecht.

Hin und wieder sehe ich die Sonne. Aber immer nur kurz.
Die wohlige Wärme des ewigen Lichts und Lebens.
Die Eine – unerreichbar.
Schon färbt sich der weite Horizont wieder in das triste Grau der Realität.

Das Leben ist nicht einfach.
Das Leben ist nicht fair.
Das Leben ist nicht so, wie man es sich vorstellt.
Warum eigentlich nicht?

Die schweren Ketten, geschmiedet im Höllenfeuer, halten mich am kalten Boden fest..
Bin fest verankert. Kann nur meinen Kopf bewegen.
Ich weiß, dass es sinnlos ist.
Ich liege auf dem Boden und starre mit offenen Augen und leerem Blick zur Seite.
Nichts geht mehr – nur durchhalten.
Nur aushalten.

Ich fühle mich gefangen, obwohl ich vermeidlich frei bin.
Sehe mich im Recht, obwohl ich Unrecht habe.
Wie ein gefallener Engel, der aber niemals im Himmel war..

So kommt es, wie es immer kommt.
Die Routinen werden abgespult.
Kein Herzblut mehr.
Kein Weg, kein Licht.
Gedankenleer.

Die quälend mühsamen Versuche irgendwas zu schaffen.
Hoffnungslos.
Ich kann meinen eigenen, nicht vorhanden, Erwartungen nicht gerecht werden.
Groteskt. Planlos. Ziellos.
Sinnlos.

Das Erreichte spielt keine Rolle.
Ich habe versagt.
Will nicht mehr weiter gehen.
Emotionslos friste ich mein trostloses Dasein.

Fühle mich alleine.
Bin müde und abgeschlagen.
Starre sinnlos in die Gegend.
Fürchte das tiefe Schwarz der Zukunft.

Dieses Loch werde ich ohne Hilfe nie wieder verlassen.

Doomed

Wir schreiben den 25. April 1986.

Ein Tag wie jeder andere.
Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass sich sein Leben in den nächsten Stunden radikal und für immer verändern würde.

Niemand hätte ahnen können, dass eine Verkettung der ungünstigsten Umstände zu einer Katastrophe mit biblischen Ausmaßen führen könnte.

Niemand hätte es wahrhaben wollen.

Prypjat.

Die im Jahr 1970 in der Oblast Kiew gegründete Stadt erstrahlt als durchgeplantes Prestige-Projekt der ehemaligen Sowjetunion in vollem Glanz.

Eine junge Stadt – gegründet für die Arbeiter und deren Familien, unweit des Kernkraftwerks W. I. Lenin. Durchschnittsalter der Einwohner: Sechsundzwanzig Jahre.
Eine Stadt voller Leben.
Eine Stadt voller Zuversicht.
Eine Stadt mit Zukunft.
Die Zukunft lag in der Atomenergie.

Niemand blieb.

„Das Atom sei Arbeiter und nicht Soldat!“…

…so steht es in riesigen Lettern auf dem Dach des hinteren Hauses im Ortskern von Prypjat – sowohl Forderung als auch Mahnung, dass die Atomenergie nicht für feindvernichtende Zwecke verwendet werden soll. Die hoffnungsvolle Zukunft.
Man soll wohl vermutet haben, dass Atomenergie ihre Gefahren birgt, aber man hat nicht mit dem gerechnet, was kam.

Den bis dato rund fünfzigtausend Einwohnern in der eigens für sie angelegten Stadt mangelte an nichts.
Bildung, Geschäfte, Kultur, Sport, Spiel – jeder kam auf seine Kosten; vielseitige Beschäftigungen waren vorhanden, Langeweile hätte es nicht gegeben.

Vogelgezwitscher, Kindergeschrei. Gespräche, Gelächter.

Auch während nur drei Kilometer weiter das Schicksal besiegelt wurde, trug man im Avanhard-Stadion Wettkämpfe aus, genoss im Schwimmbad „Azure“ das kühle Nass, verweilte im „Hotel Polissya“…

…oder man trank einen Kaffee im „Café am Hafen“ und genoss den Blick auf den Fluss Prypjat – eben jener Fluss, der der Stadt ihren Namen verlieh…..

Auch mit den anstehenden Feierlichkeiten zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai sollte in diesem Jahr eigens ein kleiner Vergnügungspark für die Arbeiter des Kraftwerks und ihre Familien eröffnet werden.

Wer konnte schon ahnen, dass die Verkettung ungünstigster Umstände im Rahmen eines Sicherheitschecks, der eigentlich weit vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks hätte stattfinden sollten, schlussendlich das Schicksal einer ganzen Stadt besiegeln sollte?

Das Atomkraftwerk Tschernobyl war geplant, das grösste Kraftwerk der Welt zu werden, mit insgesamt zwölf Reaktoren. Die zu diesem Zeitpunkt im Bau befindlichen Reaktorblöcke fünf und sechs sollten die Stadt bereits auf ca. achtzigtausend Einwohner wachsen lassen.

Der Reaktorblock fünf und der dazu gehörige Kühlturm waren bereits weitestgehend fertig gestellt, der Kühlturm des Reaktors sechs noch im Bau – dem Betrieb weiterer Reaktoren hätte nichts mehr im Weg gestanden.

In der Nacht auf den 26. April 1986 ereignete sich um 01:23, im Rahmen eines geplanten Sicherheitstest, der sogenannte Super-GAU. Dieser Systemtest sollte klären, ob der Reaktor die Zirkulation des Kühlwassers nach einer Notfallabschaltung aufrecht erhalten könnte. Um die Kühlung des Reaktors zu gewährleisten, sollten die auslaufenden Turbinen – Pumpen antreiben, bis der Notgenerator nach Abschaltung dieses übernehmen würde.
Aufgrund eines bekannten Fehlers bei der Konstruktion der RBMK-1000-Reaktoren musste jedoch der Reaktor für fünfundsiebzig Sekunden ohne Kühlwasserversorgung auskommen. Dieses bot genug Zeit, um durch die entstehende Hitze, ein katastrophales Versagen herbeizuführen.

Es gab nicht genügend Kühlwasser im Reaktorkern, wodurch sich Dampfblasen entwickelten. Die hierdurch erhöhte Reaktorleistung, die mehr Wasser in Dampf im Kern verwandelte, führte zu einer Kettenreaktion. Der Kern überhitzte, und die Energieproduktion stieg innerhalb von Sekunden auf fünfhunderdreissig Megawatt an. Der Dampfdruck erhöhte sich innerhalb kürzester Zeit so stark, dass radioaktives Material ins Kühlwasser austrat und die Kanäle für die Brennelemente rissen. Die Energieproduktion stieg plötzlich auf dreissig Gigawatt an..
…Zehnmal mehr als die reguläre Energieleistung.

Der Reaktor im Gebäude vier des W. I. Lenin Kraftwerks explodierte. Die Detonation riss die eintausenfünfhundert Tonnen schwere Reaktorabdeckung ab, sodass der Reaktorkern völlig offen lag; drei Sekunden später kam es zu einer zweiten Explosion, da aufgeheizte Brennelemente der Luft ausgesetzt waren. Teile des Reaktors verteilten sich auf einem grossen Gebiet; das Ausmass der Zerstörung wurde jedoch erst bei Sonnenaufgang sichtbar.

Stundenlang loderte der Reaktorkern lichterloh und stieß seine hochradioaktiven Emissionen in die Atmosphäre.
Ehe eine Mischung aus Sand, Lehm, Bor, Dolomit und Blei dem Brand vorerst Einhalt gebieten konnte, vergingen viele Stunden.

Stunden, in denen die Bewohner des drei Kilometer entfernten Prypjat keine Ahnung hatten, während sie in ihren Häusern und Wohnungen weiterhin ihrem normalen Leben nachgingen, als wäre nichts geschehen…

Erst Stunden nachdem in Finnland, Schweden und Dänemark ein erhöhter radioaktiver Strahlenwert festgestellt wurde (ausgegangen davon, dass aus den eigenen Reaktoren radioaktives Material ausgetreten sei), gab man den Einwohnern Prypjats bekannt, dass es einen Unfall im Kraftwerk gegeben hat; dennoch wurden sie selbst am Tage danach nicht auf die Gefahren der Strahlung hingewiesen und erhielten keine Jodtabletten, um deren Effekten entgegen zu wirken – bereits wenige Stunden nach dem Unfall lag das Strahlungslevel in der Stadt zweihundertausendfach höher als normal.

Während nur drei Kilometer weiter das Ausmaß der Katastrophe längst traurige Gewissheit fand, sah man sich in Moskau zum Schutz der Einwohner Prypjats, erst am 27. April zum Handeln gezwungen. Gegen vierzehn Uhr wurde der Befehl zur Evakuierung gegeben. Über eintausenfünfhundert Busse, in fünfundzwanzig Kilometer langen Schlangen, waren im Einsatz, um die Bewohner an einen sicheren Ort zu bringen.

„Den Einwohnern wurde mitgeteilt, nur das Nötigste einzupacken,
mit dem Hintergedanken, dass sie innerhalb von drei Tagen wieder
zurückkehren würden.“

Doch niemand blieb.
Und (fast) niemand kam jemals zurück.

In den folgenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren wurde Prypjat das Basislager für die sogenannten Liquidatoren. Ihre Aufgabe bestand darin, den angerichteten Schaden, unter Einsatz ihres eigenen Lebens, in Grenzen zu halten.

Mit der unsichtbaren Gefahr im Nacken wurde Möglichstes getan, um Mensch, Tier und Pflanze vor dem weiteren Unheil radioaktiver Strahlung zu schützen. Eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern um den havarierten Reaktorblock 4 wurde eingerichtet.

Die Rauchsäule, in Folge des brennenden Reaktorkerns, verseuchte nicht nur die Stadt Prypjat, sondern weite Teile Europas und der ehemaligen Sowjetunion.

Neben den armen, unwissenden Feuerwehrleuten und Kraftwerksmitarbeitern, die durch die Katastrophe auf qualvolle Art und Weise innerhalb kürzester Zeit verstorben sind, forderte die Katastrophe im Rahmen der Schadensbegrenzung zahllose weitere Todesopfer, die bis heute nahezu unerwähnt bleiben.

Den Helden, Profis und denen, die die Welt geschützt haben vor der Atomkatastrophe.
In Gedenken an den 20. Jahrestag der Schutzkonstruktion
.“

Heute erinnert nur ein Denkmal in unmittelbarer Nähe von Reaktorblock vier, der nun unter seinem neuen Sarkophag schlummert, an diese aufopferungsvollen Menschen.

Langzeitfolgen, vierunddreissig Jahre nach der missglückten Störfall-Simulation in Reaktorblock vier, sind bis heute nicht ausreichend nachvollziehbar. Todesfälle und Krebserkrankungen – über die exakte Anzahl, die sich auf jene Katastrophe am 26. April 1986 zurückführen lässt, können auch die besten Wissenschaftler nur mutmaßen.

Auch mehr als dreissig Jahre später liegen die Strahlungswerte ein Vielfaches über dem tragbaren Niveau.
Dennoch darf man nicht vergessen, dass auch einige Menschen in ihre Häuser innerhalb der Sperrzone zurückgekehrt sind.
Ohne fließendes Wasser. Ohne Strom.

Doch sie leben. Und sie bleiben.
Ernähren sich durch selbst angebautes Gemüse,
gepflanzt im verseuchten Boden der Sperrzone.

Die Selbsteinsiedler, zumeist Frauen, die liebevoll „Babushka“ genannt werden, bauen den Grossteil ihrer Lebensmittel selbst an. Diese werden von der Strahlenschutzbehörde regelmässig auf ihre Belastung kontrolliert; ebenso das Wasser, welches sie zentral zapfen können.
Man sagt, dass mit jedem Jahr, das seit der Katastrophe vergangen ist, die Radioaktivität einen Zentimeter tiefer im Boden sickere. Dementsprechend soll das durch die Babushkas angebaute Gemüse geringere Belastungswerte aufweisen als das, was auf den Märkten in der entfernterem Umgebung angeboten wird; ebenso soll das ihnen zur Verfügung gestellte Wasser sauberer sein, als das, was durch die Leitungen Kiews fliesst.

Nach Prypjat hingegen kehrt kein Leben zurück.
Kein Vogelgezwitscher, kein Kindergeschrei.
Keine Gespräche, kein Gelächter.

Jahr für Jahr holt sich Mutter Natur ein Stück der einstigen Modellstadt zurück und fordert so ihren Lohn an der Schande, hervorgerufen durch menschliches Versagen.

Wo einst Menschen lebten, Kinder spielten – gelehrt, gelacht, geweint und geliebt wurde, bleibt nichts – ausser Stille.

Stille – und die Erinnerung an das gnadenlose Versagen von Menschen, die versuchten, eine Technologie zu beherrschen, die nicht beherrschbar ist.

Wir schreiben den 23. November 2020.

Vierunddreissig Jahre später.
Die missglückte Störfallsimulation und die katastrophalen Folgen am Reaktorblock vier im Kernkraftwerk W. I. Lenin, sind allgemein unter dem Namen „Tschernobyl“ in die Geschichte eingegangen.

Doch neben Prypjat sind viele weitere Orte der Sperrzone zum Opfer gefallen..

Mit diesem Beitrag möchte ich all denjenigen danken und all diejenigen würdigen, die ihr Leben geopfert und aufs Spiel gesetzt haben, um weiteren Schaden abzuwenden.

Fortune, fame, mirror vain – gone insane..
..but the memory remains..

Disclaimer

Inspiration, Bearbeitung und Bildmaterial zur Verfügung gestellt und durchgeführt von Kati-Pix.
Vielen Dank für die Zusammenarbeit.

Anmaßend

Da sind wir wieder.
Acht Monate später – kein Deut weiter.

Lockdown light. Die USA wählen einen neuen Prädsidenten.

Während die Massen wieder in die Supermärkte pilgern, um sämtliche Formen von Papier, zur Aufnahme von Ausscheidungen des menschlichen Körpers aufzunehmen, aufzukaufen, fragt der Tinker sich nichts von all dem.

Tag für Tag muss er sich die schier unerträglichen Sorgen seiner Mitmenschen anhören und findet keinen Ausweg das Leid um ihn herum zu beschwichtigen…

Wer Präsident wird – wird man gefragt.
Was man von Trump hält – wird man gefragt.

Meinungen und Antworten – vollkommen irrelevant.

Ich lebe in Deutschland und kann nicht beurteilen wie die Politik von Donald Trump den USA weitergeholfen hat.
Ich habe mit keinem versierten US-Amerikaner über Politk sprechen können.

Was in Deutschland über Donald Trump an medialer Präsenz vorherrscht lässt kaum ein gutes Haar an ihm.
Aber wenn er wirklich so ein Zirkusclown ist, den die Medien aus ihm gemacht haben, warum sollte ein US-Amerikaner ihn dann noch wählen?
Können die das nicht vielleicht doch ein kleines bischen besser beurteilen?

Warum war Obama immer der Gute? Warum wäre H. Clinton besser gewesen? Wofür steht Joe Biden?

Wie funktioniert das Wahlsystem überhaupt und warum gibt es dort nur Demokraten und Republikaner?
Wo ist die grüne Aussenstelle der USA, dem Klimasünder schlechthin?

Was ist es, was uns Schimpf und Schade über jemanden urteilen lässt, über den wir uns kein Urteil erlauben können?

Kehrt man nicht erst einmal vor der eigenen Haustür, bevor man sich über das Laub beim Nachbarn ärgern kann?
Hat man sich mit Gerhard Schröder und Angela Merkel einen so großen Gefallen getan?

Warum toleriert man das Gebahren von Vladimir Putin völlig regungslos, wobei er sich auf viele Jahre die Macht in seinem Lang einfach einverleibt hat und keine Kritik an seiner Regierung zulässt?

Offenbar lässt es sich derzeit sogar mit Erdogan ganz gut leben, obwohl er vor nicht allzu langer Zeit ebenso ein negativ behaftetes Dauerthema in den Medien war.

Von Putin wird gar nicht groß gesprochen. Vermutlich ist das Risiko an einer Vergiftung zu sterben wohl einfach zu groß geworden.

Die Frage ist – wer maßt sich an, über Probleme anderer Staaten zu urteilen, die man selbst noch nie bereist hat, dessen Einwohner man persönlich nicht kennt, in deren Kreisen man nie verkehrt, dessen Kultur man nicht akzeptiert? Dessen Wahlsystem man nicht kennt, dessen Probleme einem nicht bekannt sind oder deren Kandidaten man nicht beurteilen kann?

Maßt sich das vielleicht derjenige an, der durch mediale Verblendung vergessen hat vor der eigenen Haustür zu kehren und direkt über den Nachbarn schimpft?

Oder der, der sieht was im eigenen Land schief läuft und solch unwesentlichen Dinge ausblendet?


Nach einer Umfrage des ARD „Deutschlandtrend“ sind 71 % der Befragten mit der Arbeit von Angela Merkel zufrieden.
64 % sind gar mit der Arbeit der GroKo zufrieden.

Mal abgesehen davon, dass jene „Befragte“ eine Anzahl von 1511 aufweisen, wüsste ich gerne mal „wer“ genau da befragt wurde.

ICH habe z.B. von „Deutschlandtrend“ bis zum heutigen Tag noch kein Wort gehört – dabei finanziere ich diesen Haufen mit.
Hat mich einer gefragt wie zufrieden ICH mit der Regierung und/oder Angela Merkel bin?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in der Innenstadt von Paderborn an einem schönem Sonntag garantiert 1511 Personen finde, die meine Ansicht zu dem Thema auf Anhieb teilen werden.

„Umfrageergebnisse“ wie Dieses, werden zu Hauf aufgegriffen und unter dem Titel „Die Deutschen (…)“ – in dem Fall “ (…) sind mit der Angela Merkel zufrieden“ an euch verkauft.

1511 Personen, die von einer Agentur Namens „Infratest dimap“, befragt wurden, repräsentieren die Meinung eines ganzen Landes.
Wir reden von einer Umfrage aus dem Monat September 2020 – unter den geltenden Bedinungen wirft das wiederholt die Frage auf – wer wurde da befragt?
In der Innenstadt von Paderborn – garantiert niemand.

Vermutlich wurde dazu das Callcenter in Anspruch genommen, die vorwiegend Festnetznummern im Telefonbuch anrufen.

Spätestens bei diesem Satz, bei dem ich während des Schreibens schon einen Schauer lachen musste, sollte klar werden, dass diese 1511 Personen niemals die Meinung dieses Landes repräsentieren können.

Verkauft wird dieses Umfrage-Ergebnis dennoch. Mit Erfolg.

Denn während all denen, die nicht an der Umfrage teilnehmen durften, lange klar ist, dass die eigene Regierung gerne an den falschen Stellschrauben dreht und keinen Grund für „volle Zufriedenheit“ liefert – erträgt man mediale Aussagen wie Diese nur noch.

Es wird hoffnungslos. Und anstatt bei der kommenden Wahl mal ein bischen genauer hinzusehen – setzt man das Kreuz lieber da, wo man es sonst auch gesetzt hat…
Wenn Einer alleine was anderes wählt bringt das ja auch nichts.. Oder man geht einfach gar nicht mehr hin..

Um ein Umfrageergebnis zu präsentieren und damit die Meinung des Volkes an den Mann zu bringen reicht der ARD eine Anzahl von 1000 – 1500 völlig aus.

Infratest dimap hat, im Auftrag der ARD, jene Anzahl auch nach ihrer Meinung zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie befragt.
Gemäß den Angaben wurde dabei zu 60% aus dem Festnetz und zu 40 % Mobilfunk befragt.

<ironie>Wie jeder weiß, finden „die Deutschen“ die neuen Maßnahmen total super und alle fühlen sich vollkommen sich und sind begeistert von der Regierung</ironie>

Ist das so?
Wurden da auch mal Personen befragt, die in der Gastronomie arbeiten? Oder die, die gerne dorthin gehen? Oder Schausteller? Oder Kulturschaffende aus nahezu sämtlichen Zweigen?
Tja – wie denn auch? Die meisten können sich ja auch kein Telefon mehr leisten.. Und wenn einer Anruft, dann geht man bei „Unbekannt“ auch am besten gar nicht dran.

Festnetz.
Ja, das is einfach. Warum klappt denn der Enkeltrick so wunderbar?
Klappt mal so ein aktuelles Telefonbuch auf – da werden einem die Opfer auf dem Silbertablett präsentiert.

Und genau hier reden wir von repräsentativen Umfragen.
Verkauft durch die großen Medien.
Eingebrannt in eure Hirne.
Jeder resigniert. Keiner kämpft.
Abgelenkt durch Banalitäten, irgendwo am Ende eines riesigen Teiches – lachen und ärgern wir uns über Entscheidungen von Menschen, die wir nicht kennen – nur damit wir nicht vor unserer eigenen Haustür kehren müssen.







Wicked

Wir leben in einer Welt, in der Wahrheit und Illusion nah beieinander liegen.

Die Zeit rennt schneller als jemals zuvor.
Morgens, Mittags, Abends. Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag. Januar, Juli, Oktober, Februar. 2018, 2020, 2022.

Was bleibt, wenn wir zurückschauen?
Was kommt, wenn wir nach vorn blicken?

Ein Alltag – geprägt von Tristesse und schleichender Demut.
Ich nehme es hin. Ich nehme es an.

Ich meide die Medien. All das betrifft mich nicht. All das interessiert mich nicht.
Bin damit beschäftigt mein Leben zu bestreiten. Auch das fällt mir immer schwerer.

Corona Pandemie – interessiert mich nicht. Kein Homeoffice für mich. Maskenpflicht – kotzt mich an.
Nicht einmal die Hände desinfiziert. Übertrieben.
Mindestabstand – gute Sache. Ich hasse die Nähe fremder Menschen.
Glaub der Wendler hat Recht.
Aber zwei Meinungen sind in diesem Land nicht gern gesesehen

KiTa streik.
Jammern auf höchstem Niveau.
Würde sofort mit euch tauschen.

Sehe Häuser wachsen, sehe Wohnungen zu verkaufen. Wer zum Geier kann das bezahlen?!
Wie gut muss man verdienen, um sich das leisten zu können?

Bürogebäude hier, Eigentumswohnung da.
All das, während ich überlege, ob ich meine Heizung schon im Oktober anmachen sollte, um keine Nachzahlung zu riskieren.

Weisse Fassade, RAL 7016, Steingarten. Ein Skoda in der kümmerlichen Einfahrt zu dem, was ihr „Garage“ nennt.
Eure Häuser sind so hässlich wie ihr selbst.
Neidlos.

Was von euch bleibt? Nichts.
Ein Nachlass, um den sich eure Erben streiten.
Genau so nutzlos, wie das System, dem ihr euch fügt.
Kein eigener Wille. Kein eigener Gedanke. Kein Opfer.
Erbärmliche Kreaturen.

Personifizierte Unfähigkeit in markanten Positionen.
Wie konnten die das schaffen?
Warum zweifel ich so sehr an mir selbst?

Flüchtlinge? Brauch ich nicht.
Genug eigene Probleme.
Islam? Brauch ich nicht.
Das Christentum ist schon altertümlich genug.
Homosexuelle? Interessieren mich nicht.
Jeder fickt, wen er ficken will.
Mietpreisbremse? Lächerlich.
Das Wort allein – eine Farce.

Eichenprozessionsspinner.
Das Wort zum Sonntag.
Dieselskandal? Bitte verschont mich damit.

Jeder verletzt, den er verletzten will.
Jeder enttäuscht, den er enttäuschen will.
Jeder liebt, den er lieben will.
Jeder hilft, denen er helfen will.
Jeder vererbt, an den er vererben will.

Werde nie die riesen Sprünge machen.
Werde nie um irgendein „Erbe“ streiten.
Werde nie auf etwas bestehen, das mir nicht zusteht.
Werde nie einen Anspruch stellen.

Werde nie aufhören, an Menschlichkeit zu glauben.
Werde nie aufhören, vertrauen zu wollen.
Werde nie aufhören, das Gute in Menschen zu sehen.
Werde nie aufhören, dich zu lieben.
Werde nie aufhören, Ungerechtigkeit zu hassen.
Werde nie aufhören, Kommerz zu verachten.

Werde nie aufhören – ich selbst sein zu wollen.

Richtig – oder gar nicht.

Be a Tinker. Or rest in peace.

The more things change

Willkommen zurück.

Nach meiner turnusmäßigen Abstinenz wird es wieder Zeit euch ein paar Zeilen zu schenken.

Der Sommer sehnt sich allmählich seinem kühlen Ende entgegen und die Tinker dieser Welt ziehen sich in ihre Räumlichkeiten zurück und fügen sich ihrem Schicksal.

Bisher hat es das Jahr 2020 nicht sehr gut mit uns gemeint. Auch wenn noch drei Monate vor uns liegen, blicken wir auf ein zentrales Thema zurück, dass die ganze Welt nachhaltig verändern wird.
Alles ist anders. Nichts bleibt wie es war.

Das Jahr 2020 fühlt sich an, wie das Innere einer riesigen Seifenblase, die jederzeit zu zerplatzen droht.
Das allgemeine Geschehen bewegt sich nicht wirklich in irgendeine Richtung. Selbst die größten Hardliner hatten sich unter einer globalen Zombieapokalypse irgendwie etwas anderes vorgestellt…

So trotten wir Tagein – Tagaus mit unseren Masken und dem nötigen Sicherheitsabstand von Hygienekonzept zu Hygienekonzept.
Die Einen haben Angst. Die Anderen halten es für überzogen. Verständnis – Unverständnis.

Eigentlich ist Alles wie immer – nur die Regeln sind ein bischen anders.

Die, die sonst viel leisten – leisten immer noch viel und bekommen nun Applaus dafür. Die, die sonst viel leisten – leisten immer noch viel und bekommen keinen Applaus dafür.

Es ist wahrlich noch zu früh, ein Fazit aus diesen ganzen Umständen zu ziehen, doch wenn man etwas positives herausziehen kann, dann definitiv, dass es die Menschen wieder etwas menschlicher gemacht hat.

Neben all den Unannehmlichkeiten schlägt das eigentliche Leben, mit all seinen Grausamkeiten, auch weiterhin gnadenlos zu.
Es bleibt einem einfach nichts erspart. Noch nicht einmal die Kommunalwahl.
Die Explosion in Beirut.
Das Feuer aus Lesbos.
Ausbeutung bei Tönnies.
Die Klimakrise.
Apache 207.

2020 – ein globaler Stresstest mit offenem Ende. Ein Jahr voller Veränderungen, für jeden von uns.

Auch für mich. Auch für den Blog.
Nicht nur einmal habe ich darüber nachgedacht den Beitrag „The end of everything“ zu vollenden und zu veröffentlichen.
Es wird der letzte Beitrag auf diesem Blog werden. Aber ich habe festgestellt, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.
Ich habe das Gefühl, dass die Reise des Tinkers noch nicht zu ende ist.
Auch wenn es mir zunehmend schwer fällt mich auf gewisse Themen zu konzentrieren und meine vorherigen Beiträge eher ein dunkles Licht werfen – möchte ich an dieser Stelle nicht einfach so aufhören.

Ich möchte nicht aufhören, mich über eure Reaktionen zu freuen. Möchte nicht damit aufhören euch Hilfestellung oder Anregungen zu bieten. Möchte nicht damit aufhören, euch irgendwann ein Happy End zu präsentieren.

Für mich sieht die Zukunft noch weitere Änderungen vor. In jeder Hinsicht.
Wenn der Tinker nicht bastelt und bloggt, dann arbeitet er an etwas Anderem.
Ein Tinker verliert niemals sein Ziel aus den Augen.
Und auch 2020 wird daran nichts ändern.

Willkommen zurück.
Die Reise ist nicht zu ende.
Sie hat soeben begonnen.

From a distant observation..

Stille.
Wiederkehrend.
Ohrenbetäubende Stille.
Gern würde ich an diese Zeit zurückdenken.
Aber da ist nichts.
Der Blick nach vorn.
Ebenso leer.

Ich denke an gestern.
Aus meinen Träumen bist du schon lang verschwunden.
Ich denke an morgen.
Wie ein Netz hast du dich vor den Weg gespannt.

Neue Menschen. Andere Ansichten.
Sie kommen und gehen.
Jeder spielt seine ganz eigene Rolle, auch wenn sie eines Tages endet.

Es ist sinnlos.
Sehe volle Züge in hohem Tempo gegen eine Wand fahren –
doch im letzten Moment kommen sie immer zum Stehen.
Sehe Lichter. Sehe neue Tunnel.

Fühl mich wie ich fühl, weil ich nichts mehr fühl.
Kann die Emotionen nur noch ahnen.
Sie sind bestimmt da, aber weit genug weg.

Die innere Leere offenbart ihr hässliches Gesicht.
Für jeden zu sehen. Für jeden zu spüren.
Wir können gemeinsam stark sein.
Sind lieber alleine schwach.

Es bleibt, wie es ist.
Das ist leichter.
Kein Widerstand. Kein Protest.
Durchhalten. Ertragen.
Vorwände finden.
Angst haben.

Die neuen Träume sind auch kalt und leer.
Wie ich.
Oft wache ich Nachts auf und beobachte den dunklen Sternenhimmel.
Die schwarze Unendlichkeit.
Nach Sternen greifen. Dankbar sein.
Sehen, was ich nicht sehe.
Fühlen, was ich nicht fühle.
In eine neue Zeit reisen.
Eine neue Dimension erforschen.

Kein Trost. Kein Kompromiss.
Das Beste – oder nichts..