helpless

Ein neuer Versuch einen Beitrag zu verfassen. Einundzwanzig Mal schon hat es nicht geklappt.

Das Chos in meinem Kopf ist enorm. Der Druck beinah nicht mehr zu ertragen..
Der Jahreswechsel – ein neuer Tiefpunkt.
Verzweifelt suche ich nach einem Ausweg aus der ständigen Unzufriedenheit.

Ich wollte eigentlich einfach nur meine Ruhe. Wollte für alle nur das Beste und habe mein Möglichstes dafür getan.
Doch es ist egal.
Es ist egal, wie groß die Mühen sind.
Egal, wie hoch die Summe ist.
Egal, ob ich all das noch weiter imstande bin zu leisten.

Ich bin kalt geworden, will all das Leid einfach nur noch ignorieren.
Kommt Zeit, kommt Rat.

Die Tage schwinden schon wieder dahin.
Pennen, malochen, kotzen.
Am Ende bleibt – nichts.
Keine Freude. Keine Motivation. Keine Perspektive.
Es ist alles schlecht.

Hin und wieder sehe ich die Sonne. Aber immer nur kurz.
Die wohlige Wärme des ewigen Lichts und Lebens.
Die Eine – unerreichbar.
Schon färbt sich der weite Horizont wieder in das triste Grau der Realität.

Das Leben ist nicht einfach.
Das Leben ist nicht fair.
Das Leben ist nicht so, wie man es sich vorstellt.
Warum eigentlich nicht?

Die schweren Ketten, geschmiedet im Höllenfeuer, halten mich am kalten Boden fest..
Bin fest verankert. Kann nur meinen Kopf bewegen.
Ich weiß, dass es sinnlos ist.
Ich liege auf dem Boden und starre mit offenen Augen und leerem Blick zur Seite.
Nichts geht mehr – nur durchhalten.
Nur aushalten.

Ich fühle mich gefangen, obwohl ich vermeidlich frei bin.
Sehe mich im Recht, obwohl ich Unrecht habe.
Wie ein gefallener Engel, der aber niemals im Himmel war..

So kommt es, wie es immer kommt.
Die Routinen werden abgespult.
Kein Herzblut mehr.
Kein Weg, kein Licht.
Gedankenleer.

Die quälend mühsamen Versuche irgendwas zu schaffen.
Hoffnungslos.
Ich kann meinen eigenen, nicht vorhanden, Erwartungen nicht gerecht werden.
Groteskt. Planlos. Ziellos.
Sinnlos.

Das Erreichte spielt keine Rolle.
Ich habe versagt.
Will nicht mehr weiter gehen.
Emotionslos friste ich mein trostloses Dasein.

Fühle mich alleine.
Bin müde und abgeschlagen.
Starre sinnlos in die Gegend.
Fürchte das tiefe Schwarz der Zukunft.

Dieses Loch werde ich ohne Hilfe nie wieder verlassen.

Doomed

Wir schreiben den 25. April 1986.

Ein Tag wie jeder andere.
Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass sich sein Leben in den nächsten Stunden radikal und für immer verändern würde.

Niemand hätte ahnen können, dass eine Verkettung der ungünstigsten Umstände zu einer Katastrophe mit biblischen Ausmaßen führen könnte.

Niemand hätte es wahrhaben wollen.

Prypjat.

Die im Jahr 1970 in der Oblast Kiew gegründete Stadt erstrahlt als durchgeplantes Prestige-Projekt der ehemaligen Sowjetunion in vollem Glanz.

Eine junge Stadt – gegründet für die Arbeiter und deren Familien, unweit des Kernkraftwerks W. I. Lenin. Durchschnittsalter der Einwohner: Sechsundzwanzig Jahre.
Eine Stadt voller Leben.
Eine Stadt voller Zuversicht.
Eine Stadt mit Zukunft.
Die Zukunft lag in der Atomenergie.

Niemand blieb.

„Das Atom sei Arbeiter und nicht Soldat!“…

…so steht es in riesigen Lettern auf dem Dach des hinteren Hauses im Ortskern von Prypjat – sowohl Forderung als auch Mahnung, dass die Atomenergie nicht für feindvernichtende Zwecke verwendet werden soll. Die hoffnungsvolle Zukunft.
Man soll wohl vermutet haben, dass Atomenergie ihre Gefahren birgt, aber man hat nicht mit dem gerechnet, was kam.

Den bis dato rund fünfzigtausend Einwohnern in der eigens für sie angelegten Stadt mangelte an nichts.
Bildung, Geschäfte, Kultur, Sport, Spiel – jeder kam auf seine Kosten; vielseitige Beschäftigungen waren vorhanden, Langeweile hätte es nicht gegeben.

Vogelgezwitscher, Kindergeschrei. Gespräche, Gelächter.

Auch während nur drei Kilometer weiter das Schicksal besiegelt wurde, trug man im Avanhard-Stadion Wettkämpfe aus, genoss im Schwimmbad „Azure“ das kühle Nass, verweilte im „Hotel Polissya“…

…oder man trank einen Kaffee im „Café am Hafen“ und genoss den Blick auf den Fluss Prypjat – eben jener Fluss, der der Stadt ihren Namen verlieh…..

Auch mit den anstehenden Feierlichkeiten zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai sollte in diesem Jahr eigens ein kleiner Vergnügungspark für die Arbeiter des Kraftwerks und ihre Familien eröffnet werden.

Wer konnte schon ahnen, dass die Verkettung ungünstigster Umstände im Rahmen eines Sicherheitschecks, der eigentlich weit vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks hätte stattfinden sollten, schlussendlich das Schicksal einer ganzen Stadt besiegeln sollte?

Das Atomkraftwerk Tschernobyl war geplant, das grösste Kraftwerk der Welt zu werden, mit insgesamt zwölf Reaktoren. Die zu diesem Zeitpunkt im Bau befindlichen Reaktorblöcke fünf und sechs sollten die Stadt bereits auf ca. achtzigtausend Einwohner wachsen lassen.

Der Reaktorblock fünf und der dazu gehörige Kühlturm waren bereits weitestgehend fertig gestellt, der Kühlturm des Reaktors sechs noch im Bau – dem Betrieb weiterer Reaktoren hätte nichts mehr im Weg gestanden.

In der Nacht auf den 26. April 1986 ereignete sich um 01:23, im Rahmen eines geplanten Sicherheitstest, der sogenannte Super-GAU. Dieser Systemtest sollte klären, ob der Reaktor die Zirkulation des Kühlwassers nach einer Notfallabschaltung aufrecht erhalten könnte. Um die Kühlung des Reaktors zu gewährleisten, sollten die auslaufenden Turbinen – Pumpen antreiben, bis der Notgenerator nach Abschaltung dieses übernehmen würde.
Aufgrund eines bekannten Fehlers bei der Konstruktion der RBMK-1000-Reaktoren musste jedoch der Reaktor für fünfundsiebzig Sekunden ohne Kühlwasserversorgung auskommen. Dieses bot genug Zeit, um durch die entstehende Hitze, ein katastrophales Versagen herbeizuführen.

Es gab nicht genügend Kühlwasser im Reaktorkern, wodurch sich Dampfblasen entwickelten. Die hierdurch erhöhte Reaktorleistung, die mehr Wasser in Dampf im Kern verwandelte, führte zu einer Kettenreaktion. Der Kern überhitzte, und die Energieproduktion stieg innerhalb von Sekunden auf fünfhunderdreissig Megawatt an. Der Dampfdruck erhöhte sich innerhalb kürzester Zeit so stark, dass radioaktives Material ins Kühlwasser austrat und die Kanäle für die Brennelemente rissen. Die Energieproduktion stieg plötzlich auf dreissig Gigawatt an..
…Zehnmal mehr als die reguläre Energieleistung.

Der Reaktor im Gebäude vier des W. I. Lenin Kraftwerks explodierte. Die Detonation riss die eintausenfünfhundert Tonnen schwere Reaktorabdeckung ab, sodass der Reaktorkern völlig offen lag; drei Sekunden später kam es zu einer zweiten Explosion, da aufgeheizte Brennelemente der Luft ausgesetzt waren. Teile des Reaktors verteilten sich auf einem grossen Gebiet; das Ausmass der Zerstörung wurde jedoch erst bei Sonnenaufgang sichtbar.

Stundenlang loderte der Reaktorkern lichterloh und stieß seine hochradioaktiven Emissionen in die Atmosphäre.
Ehe eine Mischung aus Sand, Lehm, Bor, Dolomit und Blei dem Brand vorerst Einhalt gebieten konnte, vergingen viele Stunden.

Stunden, in denen die Bewohner des drei Kilometer entfernten Prypjat keine Ahnung hatten, während sie in ihren Häusern und Wohnungen weiterhin ihrem normalen Leben nachgingen, als wäre nichts geschehen…

Erst Stunden nachdem in Finnland, Schweden und Dänemark ein erhöhter radioaktiver Strahlenwert festgestellt wurde (ausgegangen davon, dass aus den eigenen Reaktoren radioaktives Material ausgetreten sei), gab man den Einwohnern Prypjats bekannt, dass es einen Unfall im Kraftwerk gegeben hat; dennoch wurden sie selbst am Tage danach nicht auf die Gefahren der Strahlung hingewiesen und erhielten keine Jodtabletten, um deren Effekten entgegen zu wirken – bereits wenige Stunden nach dem Unfall lag das Strahlungslevel in der Stadt zweihundertausendfach höher als normal.

Während nur drei Kilometer weiter das Ausmaß der Katastrophe längst traurige Gewissheit fand, sah man sich in Moskau zum Schutz der Einwohner Prypjats, erst am 27. April zum Handeln gezwungen. Gegen vierzehn Uhr wurde der Befehl zur Evakuierung gegeben. Über eintausenfünfhundert Busse, in fünfundzwanzig Kilometer langen Schlangen, waren im Einsatz, um die Bewohner an einen sicheren Ort zu bringen.

„Den Einwohnern wurde mitgeteilt, nur das Nötigste einzupacken,
mit dem Hintergedanken, dass sie innerhalb von drei Tagen wieder
zurückkehren würden.“

Doch niemand blieb.
Und (fast) niemand kam jemals zurück.

In den folgenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren wurde Prypjat das Basislager für die sogenannten Liquidatoren. Ihre Aufgabe bestand darin, den angerichteten Schaden, unter Einsatz ihres eigenen Lebens, in Grenzen zu halten.

Mit der unsichtbaren Gefahr im Nacken wurde Möglichstes getan, um Mensch, Tier und Pflanze vor dem weiteren Unheil radioaktiver Strahlung zu schützen. Eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern um den havarierten Reaktorblock 4 wurde eingerichtet.

Die Rauchsäule, in Folge des brennenden Reaktorkerns, verseuchte nicht nur die Stadt Prypjat, sondern weite Teile Europas und der ehemaligen Sowjetunion.

Neben den armen, unwissenden Feuerwehrleuten und Kraftwerksmitarbeitern, die durch die Katastrophe auf qualvolle Art und Weise innerhalb kürzester Zeit verstorben sind, forderte die Katastrophe im Rahmen der Schadensbegrenzung zahllose weitere Todesopfer, die bis heute nahezu unerwähnt bleiben.

Den Helden, Profis und denen, die die Welt geschützt haben vor der Atomkatastrophe.
In Gedenken an den 20. Jahrestag der Schutzkonstruktion
.“

Heute erinnert nur ein Denkmal in unmittelbarer Nähe von Reaktorblock vier, der nun unter seinem neuen Sarkophag schlummert, an diese aufopferungsvollen Menschen.

Langzeitfolgen, vierunddreissig Jahre nach der missglückten Störfall-Simulation in Reaktorblock vier, sind bis heute nicht ausreichend nachvollziehbar. Todesfälle und Krebserkrankungen – über die exakte Anzahl, die sich auf jene Katastrophe am 26. April 1986 zurückführen lässt, können auch die besten Wissenschaftler nur mutmaßen.

Auch mehr als dreissig Jahre später liegen die Strahlungswerte ein Vielfaches über dem tragbaren Niveau.
Dennoch darf man nicht vergessen, dass auch einige Menschen in ihre Häuser innerhalb der Sperrzone zurückgekehrt sind.
Ohne fließendes Wasser. Ohne Strom.

Doch sie leben. Und sie bleiben.
Ernähren sich durch selbst angebautes Gemüse,
gepflanzt im verseuchten Boden der Sperrzone.

Die Selbsteinsiedler, zumeist Frauen, die liebevoll „Babushka“ genannt werden, bauen den Grossteil ihrer Lebensmittel selbst an. Diese werden von der Strahlenschutzbehörde regelmässig auf ihre Belastung kontrolliert; ebenso das Wasser, welches sie zentral zapfen können.
Man sagt, dass mit jedem Jahr, das seit der Katastrophe vergangen ist, die Radioaktivität einen Zentimeter tiefer im Boden sickere. Dementsprechend soll das durch die Babushkas angebaute Gemüse geringere Belastungswerte aufweisen als das, was auf den Märkten in der entfernterem Umgebung angeboten wird; ebenso soll das ihnen zur Verfügung gestellte Wasser sauberer sein, als das, was durch die Leitungen Kiews fliesst.

Nach Prypjat hingegen kehrt kein Leben zurück.
Kein Vogelgezwitscher, kein Kindergeschrei.
Keine Gespräche, kein Gelächter.

Jahr für Jahr holt sich Mutter Natur ein Stück der einstigen Modellstadt zurück und fordert so ihren Lohn an der Schande, hervorgerufen durch menschliches Versagen.

Wo einst Menschen lebten, Kinder spielten – gelehrt, gelacht, geweint und geliebt wurde, bleibt nichts – ausser Stille.

Stille – und die Erinnerung an das gnadenlose Versagen von Menschen, die versuchten, eine Technologie zu beherrschen, die nicht beherrschbar ist.

Wir schreiben den 23. November 2020.

Vierunddreissig Jahre später.
Die missglückte Störfallsimulation und die katastrophalen Folgen am Reaktorblock vier im Kernkraftwerk W. I. Lenin, sind allgemein unter dem Namen „Tschernobyl“ in die Geschichte eingegangen.

Doch neben Prypjat sind viele weitere Orte der Sperrzone zum Opfer gefallen..

Mit diesem Beitrag möchte ich all denjenigen danken und all diejenigen würdigen, die ihr Leben geopfert und aufs Spiel gesetzt haben, um weiteren Schaden abzuwenden.

Fortune, fame, mirror vain – gone insane..
..but the memory remains..

Disclaimer

Inspiration, Bearbeitung und Bildmaterial zur Verfügung gestellt und durchgeführt von Kati-Pix.
Vielen Dank für die Zusammenarbeit.

Anmaßend

Da sind wir wieder.
Acht Monate später – kein Deut weiter.

Lockdown light. Die USA wählen einen neuen Prädsidenten.

Während die Massen wieder in die Supermärkte pilgern, um sämtliche Formen von Papier, zur Aufnahme von Ausscheidungen des menschlichen Körpers aufzunehmen, aufzukaufen, fragt der Tinker sich nichts von all dem.

Tag für Tag muss er sich die schier unerträglichen Sorgen seiner Mitmenschen anhören und findet keinen Ausweg das Leid um ihn herum zu beschwichtigen…

Wer Präsident wird – wird man gefragt.
Was man von Trump hält – wird man gefragt.

Meinungen und Antworten – vollkommen irrelevant.

Ich lebe in Deutschland und kann nicht beurteilen wie die Politik von Donald Trump den USA weitergeholfen hat.
Ich habe mit keinem versierten US-Amerikaner über Politk sprechen können.

Was in Deutschland über Donald Trump an medialer Präsenz vorherrscht lässt kaum ein gutes Haar an ihm.
Aber wenn er wirklich so ein Zirkusclown ist, den die Medien aus ihm gemacht haben, warum sollte ein US-Amerikaner ihn dann noch wählen?
Können die das nicht vielleicht doch ein kleines bischen besser beurteilen?

Warum war Obama immer der Gute? Warum wäre H. Clinton besser gewesen? Wofür steht Joe Biden?

Wie funktioniert das Wahlsystem überhaupt und warum gibt es dort nur Demokraten und Republikaner?
Wo ist die grüne Aussenstelle der USA, dem Klimasünder schlechthin?

Was ist es, was uns Schimpf und Schade über jemanden urteilen lässt, über den wir uns kein Urteil erlauben können?

Kehrt man nicht erst einmal vor der eigenen Haustür, bevor man sich über das Laub beim Nachbarn ärgern kann?
Hat man sich mit Gerhard Schröder und Angela Merkel einen so großen Gefallen getan?

Warum toleriert man das Gebahren von Vladimir Putin völlig regungslos, wobei er sich auf viele Jahre die Macht in seinem Lang einfach einverleibt hat und keine Kritik an seiner Regierung zulässt?

Offenbar lässt es sich derzeit sogar mit Erdogan ganz gut leben, obwohl er vor nicht allzu langer Zeit ebenso ein negativ behaftetes Dauerthema in den Medien war.

Von Putin wird gar nicht groß gesprochen. Vermutlich ist das Risiko an einer Vergiftung zu sterben wohl einfach zu groß geworden.

Die Frage ist – wer maßt sich an, über Probleme anderer Staaten zu urteilen, die man selbst noch nie bereist hat, dessen Einwohner man persönlich nicht kennt, in deren Kreisen man nie verkehrt, dessen Kultur man nicht akzeptiert? Dessen Wahlsystem man nicht kennt, dessen Probleme einem nicht bekannt sind oder deren Kandidaten man nicht beurteilen kann?

Maßt sich das vielleicht derjenige an, der durch mediale Verblendung vergessen hat vor der eigenen Haustür zu kehren und direkt über den Nachbarn schimpft?

Oder der, der sieht was im eigenen Land schief läuft und solch unwesentlichen Dinge ausblendet?


Nach einer Umfrage des ARD „Deutschlandtrend“ sind 71 % der Befragten mit der Arbeit von Angela Merkel zufrieden.
64 % sind gar mit der Arbeit der GroKo zufrieden.

Mal abgesehen davon, dass jene „Befragte“ eine Anzahl von 1511 aufweisen, wüsste ich gerne mal „wer“ genau da befragt wurde.

ICH habe z.B. von „Deutschlandtrend“ bis zum heutigen Tag noch kein Wort gehört – dabei finanziere ich diesen Haufen mit.
Hat mich einer gefragt wie zufrieden ICH mit der Regierung und/oder Angela Merkel bin?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in der Innenstadt von Paderborn an einem schönem Sonntag garantiert 1511 Personen finde, die meine Ansicht zu dem Thema auf Anhieb teilen werden.

„Umfrageergebnisse“ wie Dieses, werden zu Hauf aufgegriffen und unter dem Titel „Die Deutschen (…)“ – in dem Fall “ (…) sind mit der Angela Merkel zufrieden“ an euch verkauft.

1511 Personen, die von einer Agentur Namens „Infratest dimap“, befragt wurden, repräsentieren die Meinung eines ganzen Landes.
Wir reden von einer Umfrage aus dem Monat September 2020 – unter den geltenden Bedinungen wirft das wiederholt die Frage auf – wer wurde da befragt?
In der Innenstadt von Paderborn – garantiert niemand.

Vermutlich wurde dazu das Callcenter in Anspruch genommen, die vorwiegend Festnetznummern im Telefonbuch anrufen.

Spätestens bei diesem Satz, bei dem ich während des Schreibens schon einen Schauer lachen musste, sollte klar werden, dass diese 1511 Personen niemals die Meinung dieses Landes repräsentieren können.

Verkauft wird dieses Umfrage-Ergebnis dennoch. Mit Erfolg.

Denn während all denen, die nicht an der Umfrage teilnehmen durften, lange klar ist, dass die eigene Regierung gerne an den falschen Stellschrauben dreht und keinen Grund für „volle Zufriedenheit“ liefert – erträgt man mediale Aussagen wie Diese nur noch.

Es wird hoffnungslos. Und anstatt bei der kommenden Wahl mal ein bischen genauer hinzusehen – setzt man das Kreuz lieber da, wo man es sonst auch gesetzt hat…
Wenn Einer alleine was anderes wählt bringt das ja auch nichts.. Oder man geht einfach gar nicht mehr hin..

Um ein Umfrageergebnis zu präsentieren und damit die Meinung des Volkes an den Mann zu bringen reicht der ARD eine Anzahl von 1000 – 1500 völlig aus.

Infratest dimap hat, im Auftrag der ARD, jene Anzahl auch nach ihrer Meinung zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie befragt.
Gemäß den Angaben wurde dabei zu 60% aus dem Festnetz und zu 40 % Mobilfunk befragt.

<ironie>Wie jeder weiß, finden „die Deutschen“ die neuen Maßnahmen total super und alle fühlen sich vollkommen sich und sind begeistert von der Regierung</ironie>

Ist das so?
Wurden da auch mal Personen befragt, die in der Gastronomie arbeiten? Oder die, die gerne dorthin gehen? Oder Schausteller? Oder Kulturschaffende aus nahezu sämtlichen Zweigen?
Tja – wie denn auch? Die meisten können sich ja auch kein Telefon mehr leisten.. Und wenn einer Anruft, dann geht man bei „Unbekannt“ auch am besten gar nicht dran.

Festnetz.
Ja, das is einfach. Warum klappt denn der Enkeltrick so wunderbar?
Klappt mal so ein aktuelles Telefonbuch auf – da werden einem die Opfer auf dem Silbertablett präsentiert.

Und genau hier reden wir von repräsentativen Umfragen.
Verkauft durch die großen Medien.
Eingebrannt in eure Hirne.
Jeder resigniert. Keiner kämpft.
Abgelenkt durch Banalitäten, irgendwo am Ende eines riesigen Teiches – lachen und ärgern wir uns über Entscheidungen von Menschen, die wir nicht kennen – nur damit wir nicht vor unserer eigenen Haustür kehren müssen.







Wicked

Wir leben in einer Welt, in der Wahrheit und Illusion nah beieinander liegen.

Die Zeit rennt schneller als jemals zuvor.
Morgens, Mittags, Abends. Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag. Januar, Juli, Oktober, Februar. 2018, 2020, 2022.

Was bleibt, wenn wir zurückschauen?
Was kommt, wenn wir nach vorn blicken?

Ein Alltag – geprägt von Tristesse und schleichender Demut.
Ich nehme es hin. Ich nehme es an.

Ich meide die Medien. All das betrifft mich nicht. All das interessiert mich nicht.
Bin damit beschäftigt mein Leben zu bestreiten. Auch das fällt mir immer schwerer.

Corona Pandemie – interessiert mich nicht. Kein Homeoffice für mich. Maskenpflicht – kotzt mich an.
Nicht einmal die Hände desinfiziert. Übertrieben.
Mindestabstand – gute Sache. Ich hasse die Nähe fremder Menschen.
Glaub der Wendler hat Recht.
Aber zwei Meinungen sind in diesem Land nicht gern gesesehen

KiTa streik.
Jammern auf höchstem Niveau.
Würde sofort mit euch tauschen.

Sehe Häuser wachsen, sehe Wohnungen zu verkaufen. Wer zum Geier kann das bezahlen?!
Wie gut muss man verdienen, um sich das leisten zu können?

Bürogebäude hier, Eigentumswohnung da.
All das, während ich überlege, ob ich meine Heizung schon im Oktober anmachen sollte, um keine Nachzahlung zu riskieren.

Weisse Fassade, RAL 7016, Steingarten. Ein Skoda in der kümmerlichen Einfahrt zu dem, was ihr „Garage“ nennt.
Eure Häuser sind so hässlich wie ihr selbst.
Neidlos.

Was von euch bleibt? Nichts.
Ein Nachlass, um den sich eure Erben streiten.
Genau so nutzlos, wie das System, dem ihr euch fügt.
Kein eigener Wille. Kein eigener Gedanke. Kein Opfer.
Erbärmliche Kreaturen.

Personifizierte Unfähigkeit in markanten Positionen.
Wie konnten die das schaffen?
Warum zweifel ich so sehr an mir selbst?

Flüchtlinge? Brauch ich nicht.
Genug eigene Probleme.
Islam? Brauch ich nicht.
Das Christentum ist schon altertümlich genug.
Homosexuelle? Interessieren mich nicht.
Jeder fickt, wen er ficken will.
Mietpreisbremse? Lächerlich.
Das Wort allein – eine Farce.

Eichenprozessionsspinner.
Das Wort zum Sonntag.
Dieselskandal? Bitte verschont mich damit.

Jeder verletzt, den er verletzten will.
Jeder enttäuscht, den er enttäuschen will.
Jeder liebt, den er lieben will.
Jeder hilft, denen er helfen will.
Jeder vererbt, an den er vererben will.

Werde nie die riesen Sprünge machen.
Werde nie um irgendein „Erbe“ streiten.
Werde nie auf etwas bestehen, das mir nicht zusteht.
Werde nie einen Anspruch stellen.

Werde nie aufhören, an Menschlichkeit zu glauben.
Werde nie aufhören, vertrauen zu wollen.
Werde nie aufhören, das Gute in Menschen zu sehen.
Werde nie aufhören, dich zu lieben.
Werde nie aufhören, Ungerechtigkeit zu hassen.
Werde nie aufhören, Kommerz zu verachten.

Werde nie aufhören – ich selbst sein zu wollen.

Richtig – oder gar nicht.

Be a Tinker. Or rest in peace.

The more things change

Willkommen zurück.

Nach meiner turnusmäßigen Abstinenz wird es wieder Zeit euch ein paar Zeilen zu schenken.

Der Sommer sehnt sich allmählich seinem kühlen Ende entgegen und die Tinker dieser Welt ziehen sich in ihre Räumlichkeiten zurück und fügen sich ihrem Schicksal.

Bisher hat es das Jahr 2020 nicht sehr gut mit uns gemeint. Auch wenn noch drei Monate vor uns liegen, blicken wir auf ein zentrales Thema zurück, dass die ganze Welt nachhaltig verändern wird.
Alles ist anders. Nichts bleibt wie es war.

Das Jahr 2020 fühlt sich an, wie das Innere einer riesigen Seifenblase, die jederzeit zu zerplatzen droht.
Das allgemeine Geschehen bewegt sich nicht wirklich in irgendeine Richtung. Selbst die größten Hardliner hatten sich unter einer globalen Zombieapokalypse irgendwie etwas anderes vorgestellt…

So trotten wir Tagein – Tagaus mit unseren Masken und dem nötigen Sicherheitsabstand von Hygienekonzept zu Hygienekonzept.
Die Einen haben Angst. Die Anderen halten es für überzogen. Verständnis – Unverständnis.

Eigentlich ist Alles wie immer – nur die Regeln sind ein bischen anders.

Die, die sonst viel leisten – leisten immer noch viel und bekommen nun Applaus dafür. Die, die sonst viel leisten – leisten immer noch viel und bekommen keinen Applaus dafür.

Es ist wahrlich noch zu früh, ein Fazit aus diesen ganzen Umständen zu ziehen, doch wenn man etwas positives herausziehen kann, dann definitiv, dass es die Menschen wieder etwas menschlicher gemacht hat.

Neben all den Unannehmlichkeiten schlägt das eigentliche Leben, mit all seinen Grausamkeiten, auch weiterhin gnadenlos zu.
Es bleibt einem einfach nichts erspart. Noch nicht einmal die Kommunalwahl.
Die Explosion in Beirut.
Das Feuer aus Lesbos.
Ausbeutung bei Tönnies.
Die Klimakrise.
Apache 207.

2020 – ein globaler Stresstest mit offenem Ende. Ein Jahr voller Veränderungen, für jeden von uns.

Auch für mich. Auch für den Blog.
Nicht nur einmal habe ich darüber nachgedacht den Beitrag „The end of everything“ zu vollenden und zu veröffentlichen.
Es wird der letzte Beitrag auf diesem Blog werden. Aber ich habe festgestellt, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.
Ich habe das Gefühl, dass die Reise des Tinkers noch nicht zu ende ist.
Auch wenn es mir zunehmend schwer fällt mich auf gewisse Themen zu konzentrieren und meine vorherigen Beiträge eher ein dunkles Licht werfen – möchte ich an dieser Stelle nicht einfach so aufhören.

Ich möchte nicht aufhören, mich über eure Reaktionen zu freuen. Möchte nicht damit aufhören euch Hilfestellung oder Anregungen zu bieten. Möchte nicht damit aufhören, euch irgendwann ein Happy End zu präsentieren.

Für mich sieht die Zukunft noch weitere Änderungen vor. In jeder Hinsicht.
Wenn der Tinker nicht bastelt und bloggt, dann arbeitet er an etwas Anderem.
Ein Tinker verliert niemals sein Ziel aus den Augen.
Und auch 2020 wird daran nichts ändern.

Willkommen zurück.
Die Reise ist nicht zu ende.
Sie hat soeben begonnen.

From a distant observation..

Stille.
Wiederkehrend.
Ohrenbetäubende Stille.
Gern würde ich an diese Zeit zurückdenken.
Aber da ist nichts.
Der Blick nach vorn.
Ebenso leer.

Ich denke an gestern.
Aus meinen Träumen bist du schon lang verschwunden.
Ich denke an morgen.
Wie ein Netz hast du dich vor den Weg gespannt.

Neue Menschen. Andere Ansichten.
Sie kommen und gehen.
Jeder spielt seine ganz eigene Rolle, auch wenn sie eines Tages endet.

Es ist sinnlos.
Sehe volle Züge in hohem Tempo gegen eine Wand fahren –
doch im letzten Moment kommen sie immer zum Stehen.
Sehe Lichter. Sehe neue Tunnel.

Fühl mich wie ich fühl, weil ich nichts mehr fühl.
Kann die Emotionen nur noch ahnen.
Sie sind bestimmt da, aber weit genug weg.

Die innere Leere offenbart ihr hässliches Gesicht.
Für jeden zu sehen. Für jeden zu spüren.
Wir können gemeinsam stark sein.
Sind lieber alleine schwach.

Es bleibt, wie es ist.
Das ist leichter.
Kein Widerstand. Kein Protest.
Durchhalten. Ertragen.
Vorwände finden.
Angst haben.

Die neuen Träume sind auch kalt und leer.
Wie ich.
Oft wache ich Nachts auf und beobachte den dunklen Sternenhimmel.
Die schwarze Unendlichkeit.
Nach Sternen greifen. Dankbar sein.
Sehen, was ich nicht sehe.
Fühlen, was ich nicht fühle.
In eine neue Zeit reisen.
Eine neue Dimension erforschen.

Kein Trost. Kein Kompromiss.
Das Beste – oder nichts..

Still T.N.K.R

Ein trostloser Tag nach dem Anderen rinnt wie ein Regentropfen die Fensterscheibe herunter.
Es ist Sommer. Irgendwie auch nicht.
Das Wetter spielt keine Rolle mehr, wenn das Dasein sinnlos ist.
Man könnte sich ärgern – es lohnt sich nicht.

Das Leben oszilliert um den Nullpunkt. Träume und Hoffnung. Ängste und Sorgen.
Alles wiegt sich auf.
Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
Sämtliche Kreativität wurde von einem übertriebenen Verantwortungsbewusstsein schon vor langer Zeit zerfressen.

Ich bin, wo ich nicht sein will.
Ich bin, wer ich nicht sein will.

Wer will ich sein? Wo finde ich mich wieder?

Das Richtige fühlt sich plötzlich falsch an.
Angst siegt über Herz.

Ich sitze da, starre ins Nichts.
Denke an Nichts.
Fühle Nichts.

Will weg. Weiß nicht wohin.
Weiß nicht zu welchem Zweck.
Weiß nicht wer ich bin, wenn ich zurück kehre.

Bin immer noch hier.
Starre immernoch ins triste Himmelsgrau.
Mit der Vorstellung und Idee von – nichts.

Sehe keinen Weg, den ich gehen kann.
Keine Chance, die ich nutzen will.
Fühle mich nicht gut. Fühle mich nicht schlecht.

Bin tiefenentspannt.
Ärgere mich nicht, wundere mich nur – dezent.
Was kommt – kommt.
Was nicht kommt – kommt nicht.
Es is mir egal. Wie das Wetter.
Wie das Alter. Wie die Pandemie.

Brauche kein Urlaub. Weiß nicht wozu.
Brauche kein Geld. Weiß nicht wofür.
Brauche nichts zu essen, hab keinen Hunger.
Brauche nichts schreiben, mir fehlen die Worte.

Schon wieder regen… Schon wieder nicht Laufen… Schon wieder kein Fahrrad fahren…
Dann vielleicht ein anderes Mal..
Dann ist vielleicht etwas anders.

Addicted

Ich fühle, wie ich da liege.. Will die Augen öffnen, aber es ist so unsagbar schwer…
Ich bin wach, aber gehe im Traum mit wackeligen Knien die Hauptstraße in Elsen entlang..

Draußen ist die Musik noch angenehm deutlich zu hören, aber die Parkbank vor der Haustür ist unbesetzt. Meine neue Wohnung ist am Gemeindehaus.

Es ist dunkel. Gesichter in schwarz/weiss huschen in hohem Tempo an mir vorbei. Ein paar Bekannte sind auch darunter. Ich will ihnen nachrufen, aber sie sind so schnell  wieder verschwunden..

Nach einer Reise durch einen schattenartigen Tunnel finde ich mich auf einer Holz-Treppe wieder. Sie führt in einen verwinkelten Raum voller Betten.
In einem davon schläft mein Kollege. Für zweihundert Euro im Monat.
Er bittet mich auch mal Probe zu liegen. Ein Hochbett. Sehr bequem.
Von dort aus sieht man eine Lichtkuppel.
Die Vorstellung von der Sonne wachgeküsst zu werden gefällt mir.

Ich steige wieder herunter. Der Vater meines Kollegen ist auch hier und spielt an einem Mischpult herum, das an einem Schreibtisch im selben Raum steht.
Irgendwas hat er verstellt, dabei ist gar nichts zu hören..
Er fragt einen der Mitbewohner, ob es wohl auffallen würde, wenn das Teil nach dem Unterricht verschwunden wäre.
Ich vernahm keine Antwort, aber ich glaubte jetzt in irgendeiner Art Schule zu sein.

Dann fiel es mir wieder ein. Ich wollte zur Tankstelle und Bier einkaufen. Aber ich hatte gar kein Geld dabei. Und ausser einer Boxershorts und Schuhen auch gar nichts an.
Eigentlich wär ich wieder nach Hause gegangen und nicht in die WG.
Der Vater meines Kollegen hatte Geld und kaufte nen Sixer an der Tankstelle. Es waren grüne Flaschen.

Auf dem Weg zu meiner Wohnung war er weit vorraus und bog dann falsch ab, weil er gar nicht wusste, dass ich umgezogen war.
Mir fiel das ein, darum lief ich schnell zur Kreuzung und rief ihm nach.
Er ärgerte sich fürchterlich, immerhin war er schon am Ende der Straße angekommen.

Ich ging allein in meine Wohnung. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie ich meine alte Wohnung gekündigt habe. Wie ich die Miete für die neue Wohnung schon bezahlt hatte und wusste auch, dass in meiner alten Wohnung noch Sachen stehen.
Aber die großen Teile waren schon in meiner neuen Wohnung.

Ich hätte meinem Kollegen ja mein zweites Zimmer vermieten können – aber wo sollten die Kinder dann schlafen? Hat meine neue Wohnung überhaupt ein zweites Zimmer? Warum bin ich umgezogen?

Zurück in der Wohnung ging ich durch den Flur in das Wohnzimmer. Irgendwas fehlte. Mein Sofa war nicht da.
Hinter einer Tür in das zweite Zimmer, über dessen Existenz ich sehr erleichtert war, fand ich mein Sofa. Die Waschmaschine stand auch dort. Sie war sogar angeschlossen, wie mir mein prüfender Blick verriet.

Alle großen Teile waren schon da. Ich wollte in meine alte Wohnung gehen und gucken was noch zu holen ist.
Auf dem Weg dorthin kam ich an der alten Tankstelle mit der Werkstatt vorbei. Ein riesiger, schwarzer, hoch moderner Elektro-Reisebus stand dort.
Im vorbeigehen sah ich einen gut lesbaren Markenschriftzug, der offensichtlich chinesischen Ursprung hat.
Hier scheint jetzt wohl eine Niederlassung zu sein. Nicht schlecht.

Ich ging um die alten Gebäude mit neuem Inhalt. Alles hoch modern. Alles offen. Obwohl heute Feiertag ist.
Keine Menschenseele. Hier würde ich gern mal arbeiten und meinen Horizont erweitern.
Innerlich überlegte ich schon die Argumente für das Vorstellungsgespräch – aber hier war niemand..

Die Tür zum Shop der alten Tankstelle war auch offen. Hier standen viele neue Ölkanister in Regalen. Auch hier – niemand. Ich ging hinein und sah über dem Eingang innen eine Kamera hängen, die meine Anwesenheit mit einem roten Blinken wahrnahm.

Kurz überlegte ich mit einem Ölkanister zu verschwinden. Ich hatte ihn schon in der Hand. Stellte ihn dann aber wieder zurück.
Ich ging zum Ein- bzw. Ausgang, winkte in die Kamera, die mich wieder erkannte und ging aus dem Laden.

Als ich die Straße überquerte sah ich hinter mir ein großes Auto aus einer Nebenstraße kommen. Der schwarze Bus war gar nicht mehr da.
Aus dem Auto stieg ein Mann. Er bezichtigte mich des Diebstahls.
Natürlich hatte ich nichts geklaut und winkte nur in die Kamera um auf mich Aufmerksam zu machen. Das teilte ich ihm mit.
Er war wohl der Chef.
Vage erinnere ich mich daran, dass ich mit ihm darüber sprach, dass ich für ihn arbeiten will..

Die Szene verschwand und wieder fragte ich mich, warum ich umgezogen bin.
Ich wollte aufwachen, aber meine Augen waren schwer wie Blei.
Im Hintergrund höre ich die Musik, sie fügt sich nahtlos in den Traum ein.

Wieder bin ich zu Fuß unterwegs. Ich spaziere unermüdlich. Bin total im Arsch.
Elsen Bahnhof, da wo meine Eltern wohnen, ist jetzt eine richtige Stadt geworden..
Ich gehe weiter. Lasse den Ort hinter mir.
Ein LKW blockiert die Straße.
Mit geöffneter Ladeluke steht er in einer Einfahrt. Ein Junge wäscht ihn aus. Am Feiertag.
Ich wollte nicht entdeckt werden und drehte um.
Links auf einer kleinen Wiese mit Bäumen dahinter standen mehrere blitz-saubere LKW von MAN. Sie gehören meinem Patenonkel. Das wusste ich. Man konnte es auch an den Nummernschildern sehen.
Irgendwo würde ich ihn bestimmt sehen. Aber er würde mich bestimmt nicht erkennen.
Ein Stück weiter sah ich ihn dann in einem Schankwagen stehen. Er machte ihn sauber.
Von weitem winkte ich ihm zu – er winkte zurück und wollte erstmal ein Bier mit mir trinken.
Hatte er mich wirklich erkannt? Skeptisch ging ich auf ihn zu.
Als hätten wir es immer getan gingen wir in’s Haus. Ich fragte ihn, ob er wüsste wer ich bin. Er wusste es. Gar keinen Zweifel.
Seine Frau war auch da.

Wir gingen in einen Saal. Wir waren in seiner Gaststätte. Überall standen helle Eichenmöbel.
Ich war traurig.
Schaute durch einen Vorhang nach draußen.

Wieder wechselte die Szene. Wieder war ich in der nähe meiner alten Wohnung. Worte liefen in meinem Kopf auf und ab. Das muss ich aufschreiben. Schreib es auf.

Ich wurde wach – und schrieb.