Dystopia

Meinen heutigen Post möchte ich mit einem Zitat einleiten:

Wir sitzen in einem Zug, der auf den Abgrund zurast. Schauen Sie sich die USA an. Das ist gelebter Kapitalismus im Endstadium. Die Reichen haben sich komplett zurückgezogen. Eigene Wohnviertel mit Zäunen und Sicherheitspersonal, eigene Kindergärten, Schulen, Unis, Krankenhäuser. Die Mittelschicht braucht zwei Jobs parallel, um überhaupt halbwegs klar zu kommen. Das letzte Drittel sitzt komplett im Dreck, obdachlos oder in Vierteln, in denen sich nicht mal mehr die Polizei traut.

95% aller amerikanischen Medien befinden sich in der Hand fünf reicher Familien. Und auf diesen Abgrund rasen wir hier auch zu. Aber keiner traut sich die Notbremse zu ziehen. Alles was wir tun ist, alle vier Jahre den Lokführer zu tauschen und zu sagen: „Halt Kurs und gib Gas!“

Was sich anhört wie die weisen Worte eines besorgten Politikers, der Angst hat seine Heimat in einen Abrund fallen zu sehen, stammen von Volker Pispers – einem Kabarettisten.

Kabarett, das ist sowas wie Comedy – nur mit Niveau.

Kabarett ist in seiner Motivation gesellschaftskritisch, komisch-unterhaltend und/oder künstlerisch-ästhetisch.

Quelle

In letzter Zeit habe ich mir einige Shows bekannter Kabarettisten angesehen und leider muss ich in einigen Passagen immer wieder erschreckende Wahrheiten feststellen. Es spielt beinah gar keine Rolle in welchem Jahr eine Show aufgenommen wurde – die selben Worte haben über Jahre ihre Gültigkeit behalten.

Ein Beispiel:

Was mich am meisten schockiert ist, das alles ja immer unbeschadet an Frau Merkel vorbei geht. Egal was – die hat den Wulff zum Präsidenten gemacht, wider besseren Wissens. Aber es geht unbeschadet an ihr vorbei [….]

Mutti ist noch da, die Welt ist in Ordnung.

Und ich sage Ihnen eins: Die werden wir so schnell nicht los! Viele denken wir kriegen die irgendwann mal wieder weg – ich sage Ihnen eins: Die bleibt!

Die kommt mir vor wie so’n One Night Stand, wo man sich schon Nachts gesagt hat „Vorm Frühstück schmeiß ich sie raus“. Da hat man den richtigen Zeitpunkt verpasst, da hockt die in der Küche und sagt „Ich nehm noch ’n Kaffee“.

Die bleibt. Die 16 Jahre von Kohl werden im Rückblick als kurze Zeitspanne gelten, bei dem was die Merkel abgesessen hat.

Klingt aktuell, oder? Stammt aber aus dem Jahr 2012. Gesagt hat es Christoph Sieber und er hatte Recht. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin – und auch sieben Jahre später noch. Bis 2021 sind es übrigens 16 lange Jahre..

Der Kabarettist. Unterhaltsam, aber mit dem nötigen Ernst. Hier wird gelacht, weil der Finger in die Wunde gelegt wird. Es wird zum Nachdenken angeregt, oder auch ein Umdenken angestoßen.

Demnächst auch vor deiner Haustür..

Was die Zukunft bringen wird ist offensichtlich, dazu braucht man weder Schwarzseher noch Zyniker sein.

Medizin

Heilmittel gegen schwere Krankheiten wird es nie geben. Welches Unternehmen hat den bitteschön auch Interesse daran, anstelle teurer Chemotherapien – billige Pillen zu verkaufen, die alles mal eben heilen?!

Forschungsergebnisse kann man kaufen und verschwinden lassen – nur wer viel Geld bezahlt, der wird in den Genuss von Medizin 2.0 kommen.

Krankheiten, die als ausgestorben galten, kommen zurück – nur stärker. Dank des überflüssigen Gebrauchs von Antibiotikum konnten sich die meisten Erreger schneller und stärker entwickeln als je zuvor. Da man, trotz intensiver Forschungen, keinerlei brauchbare, öffentlichkeitstaugliche Resultate erzielen kann – werden viele Menschen an den Fehlern der Vergangenheit ihr Leben lassen.

Energie

Man könnte ja glatt meinen, dass Strom eines Tages nichts mehr kostet. Wenn irgendwann das gesamte Land durch regenerative Energie gespeist wird, fallen ja schließlich keine Rohstoffkosten mehr an. Lediglich Wartung, Instandhaltung oder Modernisierung kämen noch zum Tragen.

Bis jetzt schaffen wir es noch nicht mal den gewöhnlichen Strombedarf des Landes aus rein regenerativer Energie zu decken und zahlen dennoch die komplette Zeche für den Umbau der Stromerzeugung – da kommen tatsächlich welche daher und wollen die gesamte Mobilität auch noch elektrifizieren.

Der Strom – schon jetzt so teuer wie nie. Der Bedarf wird in den nächsten Jahren explosionsartig ansteigen, die Kosten ebenfalls. Bezahlen wird das alles allein der normale Mensch, denn der Großverbraucher braucht ja jetzt schon keine EEG-Umlage bezahlen – die armen hätten ja sonst Wettbewerbs-Nachteile. Private PV-Anlagen oder Klein-Windkrafträder werden nicht gefördert, nur großen Windpark-Betreibern und sonstigen Heilsbringer wird fröhlich weiter das Geld in den Rachen geworfen.

Mobilität

Die Sensibilisierung der Bevölkerung ist fehlgeschlagen. Der Diesel ist tot, der Benziner liegt im Sterben. Was bleibt ist der Weg zur nächsten Steckdose. Die immer höheren Kosten für Mobilität lasten schwer auf den Schultern von Menschen mit geringem Einkommen. Das Fahrzeug wird zum Luxusgut, der Rest darf sich in vollkommen überlasteten öffentlichen Nahverkehr seine Wege bahnen.

Als Alternative Form des Antriebs wird sich der Wasserstoff noch eine kleine Niesche aufhalten können – doch die Gewinnung von Wasserstoff erfordert – na – was? Strom.

Bezahlung

Was heute Sparkasse und Volksbank sind, werden künftig Apple- und Google-Pay sein. Anstatt einer lächerlichen Bankkarte, reicht allein das Smartphone. Bargeld, in der heutigen Form, wird es dann nicht mehr geben. Aus Haftungsgründen wird dabei im Hintergrund immernoch eine sog. Bank ihr Unwesen treiben – diese Banken werden nicht mehr sein als Bittsteller.

Apple-Pay wird übrigens immer ein leicht höheres Ansehen genießen und kann eure Kreditwürdigkeit beeinflussen.

Bildung

Nach dem man weiterhin krampfhaft versucht das konservative Schulsystem am Leben zu erhalten, lernen junge Menschen immer weniger. Alles steht im Netz. Wer in der Lage ist Google die richtigen Fragen zu stellen, der wird es im Leben zu etwas bringen.

Da es keinen Sinn mehr macht gegen den Lehrermangel anzukämpfen, werden die Schüler Zuhause vor den Computer/Tablet gesetzt. Was mal der Lehrer war, ist dann der Supervisor, der das Geschehen nur noch zu überwachen hat.

Die einzig vakante Änderung wird im Bereich der Fremdsprache liegen.

Arbeit

Die Produktivität muss steigen, die Kosten müssen sinken – das ist das Motto von heute. Für Morgen spielt das aber keine Rolle mehr, denn egal wie Produktiv man ist, egal wie gering die Kosten sind – der Chinese unterbietet all das um Längen. Wenn der Chinese etwas nicht weiß, dann kauft er es eben.

Das Plastik was hier aus den Läden verschwindet, kommt über China wieder zu uns zurück. China wird sich künftig aber eher auf sich selbst konzentrieren wollen und viele Rohstoffe verschlingen.

Der Teil der Bevölkerung, der noch zur Arbeit geht, tut dies für die Reichen 10 % des Landes. Der klägliche Rest, also die, die Google nicht die korrekten Fragen stellen können, werden nach dem Zerfall des Sozialstaats, in ihrer eigenen Scheiße sitzen und leben von dem, was die Anderen weg werfen.

Politik

Eine ganze Zeit lang wird der umtriebige Stillstand von der Bevölkerung noch geduldet, doch dann werden sich die Lager spalten.

Auf der einen Seite stehen dann die Systemnutten, denen die Sonne aus dem Arsch scheint. Auf der anderen Seite die letzten Menschen, die noch in der Lage sind zu erkennen was schief läuft und verzweifelt versuchen gegen all das anzukämpfen – aber hoffnungslos unterlegen sind.

Schlussendlich wird sich der ganze Kapitalismus dem Land unterordnen, dass die Weltwirtschaft beherrscht.

Soziale Interaktionen

Ich nutze das Internet schon sehr lange. Weit bevor es die ganzen VZs, Facebook, Whatsapp u.Ä. gab haben wir auch schon gechattet. Per SMS, ICQ, MSN oder in – haltet euch fest – Chatrooms.

Auf diese Art und Weise hat man damals sogar tatsächlich neue Menschen kennengelernt und schon damals habe ich geahnt, wo das einmal enden wird.

Die Display-Barriere bietet Vor- und Nachteile. Hauptnachteil ist, dass man sich immer in einer Illusion befindet. Ob man mit einem Menschen chattet, oder ob man einem Menschen in Real gegenübertritt – der Unterschied ist meist gravierend und oft sogar enttäuschend.

Mittlerweile hat sich das etwas geändert. Während man sonst darauf angewiesen war an einem Computer zu sitzen und sich in der realen Welt gegenüberzustehen, so kann man heute am Smartphone auch in der realen Welt in einer Illusion leben. Quasi wie in der Matrix, nur ohne Anschlüsse. Man braucht nicht mehr reden, man kann alles mal eben schreiben – unverbindlich und schnell.

Künftig wird es vermutlich dann noch schwerer sein in direkter Kommunikation neue Menschen kennenzulernen. War es damals schon gefährlich sich mit irgendeinem Fremden zu treffen, so geht man künftig komplett auf Nummer sicher und lässt die gesamte Kommunikation virtuell ablaufen.

Der öffentliche Wahn wird seinen Teil dazu beitragen. Schon jetzt hat man das Gefühl nicht mehr „sicher“ zu sein vor dem was „da draußen“ so lauert.

1993: Der kleine Tinker geht ab dem 2. Schultag allein zur Schule. Tag für Tag. Einen Kilometer, bei Wind und Wetter. Ohne Handy.

2019: Kinder müssen von ihren Eltern, mit dem Auto, bis IN das Klassenzimmer gebracht werden. Ein Kilometer Schulweg. Alleine zur Schule? Ein 9 jähriges Baby?? MIT DEM SCHWEREN RUCKSACK????

2042: Die Kinder der unteren Bevölkerungsschicht sitzen Zuhause am Computer / Tablet – und nehmen am virtuellen Unterricht teil. Das Schulgebäude ist nämlich zu marode und droht einzustürtzen. Außdem ist dem Supervisor nicht zu vertrauen – der redet UND sieht einen dabei an.

Die Kinder der oberen Bevölkerungsschicht hingegegen besuchen kleine Lerngruppen, mit speziell geschulten und geprüften Pädagogen, die die Kinder gezielt ihrer individuellen Fähigkeiten und Defizite einteilen und lösungsorientiert zu ordentlichen Kapitalisten ausbilden. Das alles natürlich privat finanziert, abgeschottet und nur für Kinder mit solventen Eltern erschwinglich.

Selbständiges Handeln und Denken wird abgeschafft, nur was wirtschaftlichen Erfolg verspricht wird gefördert.

Immer mit der Ruhe

All das wird nicht von heute auf morgen so geschehen – sondern schön langsam, Eins nach dem Anderen. Wenn man Eins gut kann, dann die Bevölkerung mit unwichtiger Schauspielerei ablenken und nebenbei mal eben sog. Reformen durchdrücken.

Als das normal Benzin damals vom Markt genommen wurde, hat man Stück für den Stück den Preis an das super Benzin angepasst um es dann vollständig verschwinden zu lassen.

  • Die aktuelle Differenz zwischen Diesel und Benzin beträgt am heutigen Tage noch 8 Cent.
  • Geld zur Renovierung maroder Schulgebäude fehlt jetzt schon. Klick

Wenn man sich so durch die Portale klickt, wird einem Angst und Bange vor dem was kommt, dabei dachte man immer „zum Glück liegt das Schlimmste schon hinter mir“. Nein, das wahre Grauen kommt erst noch.

Das Schlimmste ist ja, dann man bewusst für Blöd verkauft wird, damit man kaum merken kann wie drastisch man dem Abgrund entgegen fährt. Offizielle Zahlen zu Finanzen oder Krankheiten werden in einem undurchsichtigen Gewirr aus Zahlen und Informationen versteckt, dass selbst hoch gebildete Menschen diverse Interpretationen daraus herleiten und am Ende einfach keine davon wirklich zutrifft.

Das einzige was sich nicht so einfach täuschen lässt ist das Auge. Man sieht, man interpretiert, man versteht.

Darf ich Ihnen was sagen, ganz unter uns?

Wir brauchen Sie gar nicht mehr.

Jetzt gucken Sie nicht so bedröppelt, Sie wussten’s doch vorher. Sie sind nicht nur Arbeitslos, Sie sind auch Überflüssig. Wir machen Ihnen ein Angebot: 361 € im Monat Hartz 4 und dafür halten Sie die Klappe. Schweigegeld. Und wenn Sie die Klappe aufmachen, dann Mittags im Fernsehn wo Sie mit Ihresgleichen vor der Kamera rumproleten können. Mitten im Leben.

Wir werden Ihnen alles nehmen, nur den Fernseher nicht. Versprochen, egal wie groß er ist. Wir werden dafür sorgen, dass dort nichts relevantes läuft was Ihren Alltag in irgendeiner Weise stören wird.

Wir werden dafür sorgen, dass im Discounter der Alkohol so billig bleibt, dass Sie sich wenigstens einmal die Woche die Hucke zusaufen können.

Alle vier Jahre veranstalten wir Wahlen, damit es so aussieht als würden wir uns für Ihre Meinung interessieren. Und damit es so aussieht als würde sich überhaupt etwas ändern.

Alle zwei Jahre ein sportliches Highlight, damit das kollektive Dahinsiechen vom kollektiven Freudentaumel übertüncht wird. Da können Sie jetzt im Sommer wieder die Fähnchen schwenken, wenn Jogis Jungs spielen.

Und wenn Sie das Alles als Gott-gegeben gefressen haben, ihre Arbeitslosigkeit, ihre Sinnlosigkeit und 2,1 Billionen Staatsschulden – dann kürzen wir Ihnen ihre Bezüge. Damit Sie sehen wie schön Sie es vorher hatten.

Und falls dann noch einer die Klappe aufmacht, dann haben wir in der Hinterhand immernoch den internationalen Terrorismus. Dann kommen wir mit Turban und langen Bart. Und ich sag Ihnen eins – dann machen wir Ihnen so lange Angst bis es Ihnen durch Mark und Bein fährt und spätestens dann – fressen Sie uns aus der Hand.

Ich wünsche Ihnen eine glücklicke Zukunft. Toi – Toi – Toi.

Quelle

Der Zug, der auf das Ende zurast. Wir sitzen schon lange drin und fahren fröhlich weiter. Dabei haben wir die Möglichkeit auszusteigen, nutzen Sie aber nicht.

Wir werden hier bewusst zu Einzelkämpfern gemacht und jeder Funke der Selbstachtung wird uns genommen… Damit ja niemand auf die Idee kommt – gegen dieses Konstrukt aus Lobbyismus, wo Firmen der Arsch geleckt und der mündige Bürger zum Arschlecker gemacht wird –  entschieden vorzugehen.

Schluss mit der Träumerei einer besseren Welt, von Frieden, Wohlstand und Gesundheit. Krieg bringt Geld, Gesundheit bringt kein Geld und solange es irgendwem auf der Welt schlechter geht als uns – brauchen wir uns ja auch nicht zu beschweren – oder?

Ein Gleichniss

Chancengleichheit – habt ihr eine Vorstellung davon, was das für eine Farce ist, die uns als Mittel der Armutsbekämpfung verkauft wird?

Beispiel

Gegeben: Person A, Person B und C wachsen alle in der gleichen Straße auf.

Theorie: Gemäß der Chancengleichheit (ein Witz das man sowas überhaupt beschreiben muss), sollten alle, völlig unabhängig von dem was die Eltern tun, anschließend das selbe erreichen können.

Praxis:

Das Leben des A:

Die Eltern von A sind niedergelassene Ärzte und haben zusammen ein Netto-Einkommen von 150.000 € im Jahr. Davon kaufen die Eltern ein Eigenheim und ein Mehrfamilienhaus, bezahlen ihrem A den Klavierunterricht. A hat ein besonderes Talent zum Klavierspielen, wird ein hervorragender Pianist, erbt nach dem Tod seiner Eltern eine Menge Geld (zu dem vielen Geld, dass er selbst schon hat), eine Arztpraxis und zwei Immobilien. A wird zwei mal heiraten und bekommt ein Kind, stirbt allerdings mit 49 an Alkoholmissbrauch und Drogensucht.

Das Leben des B:

Der Vater von B arbeitet als Schweißer, die Mutter ist Hausfrau und arbeitet gelegentlich im Supermarkt. Zusammen haben die Eltern ein Netto-Einkommen von 25000 € im Jahr. B lebt mit seiner Familie zur Miete, neben der Schule spielt er mit seinen Freunden gern Fußball.  Im Verein spielt er nicht, da Beitrag und Ausrüstung das Budget zu sehr belasten würden. So wurde auch nie sein Talent als Fußballspieler entdeckt, nach Abschluss der Schule fängt er eine Ausbildung als Metallbauer an. Heiratet, bekommt zwei Kinder, wird von seiner Frau verarscht und darf nun für drei Leute, von denen er zwei per Gerichtsbeschluss noch nichtmal sehen darf, für den Rest seines Lebens bezahlen. Als seine Eltern sterben, erbt B einen alten Renault Laguna, den sein Vater sich einst als Neuwagen gekauft hatte.

Das Leben des C:

Die Mutter von C ist grade mal 17 Jahre als als C zur Welt kommt, der Vater gilt als unbekannt. Das einzige Einkommen besteht aus Hartz 4 und Kindergeld.

Cs Mutter ist während Cs Schulzeit hauptsächlich mit sich selbst und der herrlichen Männerwelt beschäftigt. Wichtiger als die Kontrolle der Hausaufgaben, ist das regelmäßige Update des Facebookstatus und das Prüfen neuer Tinder-Matches. Einzig durch den Einfluss von Cs Großmutter, gelingt es C die Hauptschule erfolgreich abzuschließen. Während Cs Mutter, nach wie vor, auf die staatliche Hilfe angewiesen ist, gelingt es C, neben Ihrer Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, den Realschulabschluss nachzuholen. Bis zu dem Tag, an dem C ihren zukünftigen Mann, der als Hausmeister in der Bäckerrei arbeitet, kennenlernt, scheint ihr Leben einen positiven Verlauf zu nehmen. Angespornt durch ihren Mann, der Cs hohe Intelligenz sofort erkannt hat, holt C auch das Abitur nach und studiert mit der Unterstützung ihres Partners erfolgreich BWL. Später steigt Sie in neuer Position in der Bäckerei wieder ein, erweitert das Unternehmen und schafft viele Arbeitsplätze. Was C mal erben wird, ist nicht der Rede wert.

Fazit: Diese drei Geschichten können so 1:1 in der Realität vorkommen, daran ist nichts verwerflich. Verwerflich ist, dass alle drei von Anfang an nicht die selben Chancen hatten, obwohl so gepriesen. Das Leben, obwohl noch nicht einmal richtig begonnen – bereits vorgezeichnet durch den Stand der Eltern in der Gesellschaft. Während A von Anfang an gute Karten hat, haben B und C augenscheinlich Schlechte. Während C die Kurve bekommen hat, griff B ins Klo. A stirbt zwar früh, doch nicht ohne seinem Nachkommen ausreichend zu hinterlassen. Das Potential von C wurde erkannt, Bs nicht.

In einer gerechteren Welt, hätte auch B seine Chance bekommen müssen. Vor allem unabhängig von dem, was die Eltern dazu steuern können.

Die berühmte Schere zwischen Arm und Reich. Chancengleichheit soll dafür sorgen, dass sie nicht weiter auseinander geht. Aber mal ehrlich – kann die Schere überhaupt noch weiter auseinander gehen?

Im Fernsehen zeigen sie Millonäre, die Ihren Prunk in vollen Zügen ausleben, mit dem Privatjet mal eben von einem zum anderen Ende der Welt fliegen und nebenbei noch so tun, als wären Sie normale Menschen. Fußballprofis, Vorbilder für die kommende Generationen – fressen vergoldete Steaks in Dubai.. Manager, die in ihrem Büro mit eigenem Klo auf beheizten Toilettensitzen hocken und sich überlegen, wie Sie den Abbau von 15.000 Stellen noch möglichst gewinnbringend verkaufen, damit auch ja die Aktie nicht zu tief fällt.

Auf der anderen Seite werden Menschen gezeigt, die Flaschen sammeln, in Slums hausen und wie Kinder – Kinder bekommen. Wie die Polizei gegen ganze Clans die Oberhand verliert und wie unfassbar harmlos gegen die Ungerechtigkeit in diesem Land vorgegangen wird.

Manchmal möchte man den ganzen Scheiß auch einfach nicht mehr sehen – da wünscht sich man sich in einer Hütte, mitten im Wald zu leben – sein Essen wieder selbst zu jagen (weil man dann ja auch weiß wo es her kommt) und mit dem Rest einfach nichts mehr zu tun zu haben.  Doch damit ist dann ja auch wieder keinem geholfen…

 

 

 

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