Big Pictures

Neulich Abend habe ich mich tatsächlich dazu herabgelassen und auf Pro7 um 20:15 Uhr Galileo Big Pictures eingeschaltet.

Gezeigt wurde eine Bildfolge, die unter dem Thema „gigantisch“ lief.

Wer mal reinschauen will – hier es geht um Big Picture Nr. 3

Eins der vielen Bildern zeigte das Sonnensystem und wahrlich gigantische Planeten. Unter anderem wurde erklärt, dass Planeten dazu neigen sich vor ihrer Implosion aufzublähen – die eigentliche Implosion nehmen wir Erdlinge als Sternschnuppe am Nachthimmel wahr.
Es wurden Planeten mit gigantischen Ausmaßen gezeigt, weit weg von unserer schönen Erde – um ein Vielfaches größer als unsere Sonne.

Das Entscheidende aber war, dass berichtet wurde, dass auch die Sonne eines Tages implodieren wird und die Erde dabei mit in das unendliche NICHTS reißen wird.

Der Zeitraum „eines Tages“ wurde auf 5 Milliarden Jahre beziffert. 5 Milliarden Jahre – das ist für einen Mensch, der nur knapp 100 Jahre alt wird natürlich weit weg, oder?

Was wenn die sich verrechnet haben?

Was ist das Leben, so wie wir es leben, noch wert, wenn die Erde nächste Woche Dienstag von der implodierenden Sonne verschluckt wird?
Was kann man von sich behaupten in seinem Leben lebenswertes getan zu haben, angesichts der Tatsache, dass es zwangsläufig eines Tages enden wird?

Was ist all das Geschaffene auf der Erde wert, wenn es eigentlich gar nichts wert ist?

100 Jahre oder 5 Milliarden. So oder so – eines Tages wird all das hier nichts mehr sein. Mir stellt sich da die Frage – wer nimmt sich da das Recht heraus und ordnet die Menschen einem System unter und entscheidet darüber, wie das Leben zu sein hat?

Wie kann man mit der Tatsache normal weiter leben, wenn man weiß, dass in lächerlichen 5 Milliarden Jahren einfach nichts mehr sein wird?

Was passiert nach dem Tod? Was passiert nach dem Tod, wenn es gar keine Erde mehr gibt? Muss ich davor Angst haben? Gibt’s in 5 milliarden Jahren überhaupt noch Menschen?

Was kann ich bei Lebzeiten mit meinem Leben anfangen? Ist es wirklich der Sinn des Lebens, sich beliebigen Faktoren wie Geld und Zeit unterzuordnen?
Ist es nicht viel eher mein Recht und meine Pflicht den Lebewesen um mich herum die bestmöglichen Lebensbedingungen zu bieten, die ihr endliches Leben auf der Erde so annehmlich wie möglich machen?

Ich bin ehrlich. Seit ich realisiert habe wie wenig wert all das Geschaffene ist, ist meine Motivation im Keller.
Wozu soll ich arbeiten gehen? Ich hasse die Arbeit. Im Gegenzug für meine Leistung bekomme ich bedrucktes Papier.
Mit jenem Papier kann ich irgendwo hin gehen und bedrucktes Papier gegen beliebiges Gut eintauschen. Gut, das nur mir etwas nützt – keinem sonst.

Ich horte bedrucktes Papier in meinem Safe, horte bedrucktes Papier auf meinem Konto.
Ich habe ein schlechtes Gefühl, weil ich einer Bank bedrucktes Papier schulde.
Was nützt all das bedruckte Papier, wenn die Sonne morgen gar kein Bock mehr hat?!

Wir würden es ja noch nicht einmal merken. Von heute auf morgen – alles weg. Was bleibt ist die endlose, schwarze Leere des Weltraums. Zig Milliarden weiterer Planeten, die eines Tages alle den Weg der Sonne und der Erde gehen.

Das Leben – so wie es ist – es fühlt sich so unheimlich falsch an..

Immerzu muss ich daran denken, wie wenig das System „Leben“ zu bieten hat und wie unzufrieden die Menschen sind. Unzufrieden mit dem, was uns aufgezwungen wird. Aufgezwungen zum Wohl der Menschheit. Die Menschheit, die nur noch 5 Milliarden Jahre hat.

Ich denke wenn man all das berücksichtigt, dann kann man so nicht mehr weiter leben. Alles ist nichts – und die lächerlichen 100 Jahre, die ein Mensch, mit Wohlwollen, auf der Erde verbringen darf, die sollte er exakt so verbringen, dass es ihn zufrieden stellt.

Lebt so, wie es sein soll und nicht so, wie es euch aufgezwungen wird. Geld ist nichts. Geld wird generiert. Keins mehr da? Dann wird es eben neu geschrieben. Das ist die bittere Wahrheit. Eine Änderung von Zahlen, mit einer Tastatur, so wie ich sie in diesem Moment benutze.
Niemand hat das Recht euch irgendetwas zu nehmen, schließlich hattet ihr auch nie die Gelegenheit euch für oder gegen das System zu entscheiden. Ihr werdet hinein gezwungen und nun sollt ihr den Scheiß ausbaden. Das ist kein Leben, das ist Sklaverei. Sklaverei für einen Zweck, jeder Moral zum Trotz.

Sozialer Zusammenhalt – das ist es. Dann kann man auch hergehen und seinen scheiß Job kündigen. Verständnis aufbringen. Wenn, der eine für den Anderen da ist.
Du brauchst Essen und Unterkunft? Natürlich helfe ich dir gerne, denn mein Wunsch ist es, dass es mir und allen um mich herum so gut geht wie nur eben möglich und dafür tue ich, was ich tun kann und ich bin mir sicher, du würdest das Selbe für mich tun.
Selbstlosigkeit. Eines der größten Schätze des Seins.

Es ist erschreckend wie lobend anerkennend mittlerweile über Grundtugenden der Menschlichkeit gesprochen werden muss, weil sie einfach nur noch so wenig vorhanden sind. (Zivil)Courage, Güte, Respekt, Vertrauen – eingetauscht gegen Geld, Gesetzte, Macht und Gier.

Wir wurden auseinander gebracht. Widerwillig geben wir unser hart verdientes Geld ab, damit es anderen besser geht, während es uns selbst dabei noch gar nicht so gut geht. Wozu das Ganze? Für Rente? Ich bitte euch..
Warum quälen wir uns im vollen Bewusstsein? Nur noch 5 milliarden Jahre. Noch, wohlwollend, 68 für mich.

Die Uhr tickt.

Und so lang die Uhr noch für mich tickt, will ich die Grundtugenden der Menschlichkeit leben – denn sie machen das Leben lebenswert.

 

 

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