Forsaken

Die letzten knapp 30 Tage war ich ungeplant offline. Es waren aber nicht  nur belanglose Tage für mich, sondern Zeit eine Bilanz für mein Leben zu ziehen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Untitled

Die ersten Nächte in meiner eigenen Wohnung waren ungewohnt. Nicht nur die Stille, auch das Alleinsein und der Staub haben mich wahnsinnig gemacht.

In der ganzen Wohnung gibt es keine Jalosien, meine Tage beginnen jetzt viel früher und subjektiv gesehen vergeht auch die Zeit viel langsamer.

Ich schlafe schlecht, werde oft wach. Tagsüber fühle mich elend und leer. Mühseelig überwinde ich den inneren Schweinehund um die Arbeit im Haushalt zu erledigen.

In meinem Badezimmer kann man sich nur schlecht die Haare waschen,  darum trag ich jetzt Glatze. Mein Spiegelbild ertrage ich seitdem zwar etwas lieber, mögen tue ich es dennoch nicht.

Ständig beschleicht mich das Gefühl, dass all die Worte, die maßgeblich zu meiner Entscheidung beigetragen haben doch nur wieder in einer Enttäuschung münden werden. Der Gedanke daran ist nur schwer zu ertragen.

Oft habe ich wach gelegen und überlegt, ob einige Kapitel vielleicht schon zuende geschrieben wurden und ob ich es vielleicht einfach nicht glauben wollte? Fällt das loslassen so schwer, oder überwiegt die Enttäuschung?

Ich weiß es nicht. Ich habe gehofft, dass es sich vielleicht von selbst aufklärt – 30 Tage lang. Es wurde nicht besser. Es hat sich nichts aufgeklärt – ich will nicht, aber ich muss loslassen.

Beinah jeden Tag hatte ich den selben Ohrwurm. Chop Suey. 30 Tage lang – und jetzt auch noch. I don’t think you trust – in – my – self righteous  suicide.  I – cry – when Angels deserve to die.

In der  Vergangenheit hatten solch Langzeit-Ohrwürmer immer einen tieferen Sinn.

Why have you forsaken me? In your eyes forsaken me – in your thoughts forsaken me – in your heart forsaken me? 

Forsaken / Verlassen – dann fiel es mir endlich auf. Das was mich verlassen hat war sowohl mein Glaube, als auch meine sonst so unendliche Geduld.

Warten. Abwarten. Zeit. Alltag. Es kotzt mich so sehr an und ich will es nicht mehr. Ich ertrage das rum-eiern nicht mehr. Ich will Nägel mit Köpfen und keine Dampfplauderer.

Alles was bis hierhin war ist ab jetzt Geschichte. Ich habe alles gründlich hinterfragt. Beobachtet und einen Schluss gezogen. Wer oder was nicht mitziehen will, kann gehen. Wer nicht gehen will, soll kämpfen. Die Zeiten des Wartens, des Hinterherlaufens und des zu Kreuze Kriechens – vorbei.

Wenn man wirklich etwas ändern will, dann muss man  unbequeme Entscheidungen  treffen. Vielleicht auch mal eine Falsche, doch den Weg in mein neues Leben gehe ich nicht mehr mit Lügen – sondern beim geringsten Zweifel –  allein.

 

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