Ein Jahr ohne Whatsapp

Was bisher geschah…

Der ein oder andere Leser wird sich vielleicht an die Beiträge vor einem Jahr erinnern. Neben dem schmerzlich, kuriosen Verlust meines alten Zenfone und der anschließenden Vorstellung meines neuen Zenfone 3 Deluxe, entschied ich mich künftig auf Whatsapp zu verzichten.

Warum?

Vor gut einem Jahr hatte ich drei Messenger Apps auf meinem Smartphone installiert – Whatsapp, Facebook Messenger und Telegram.
Whatsapp, der Platzhirsch, nutzt einfach jeder. Doch seit der Übernahme des Messengers durch Facebook sehe ich Whatsapp ziemlich kritisch..

Was nützt es einem Wirtschaftsunternehmen wie Facebook einen defizitären Messengerdienst wie Whatsapp zu kaufen – ohne auch nur eine müde Mark daran verdienen zu wollen?
Wie refinanziert sich Whatsapp für den Facebook Konzern?
Sind meine Konversationen bei Whatsapp gut aufgehoben?
Wie sieht die Zukunft von Whatsapp aus?
Welche Alternativen bietet der Markt?

Bedingt durch mein Smart-Home Projekt nutze ich bereits einer der Alternativen am Markt – Telegram – und bin damit bisher extrem zufrieden.

Im Gegensatz zu Whatsapp bietet Telegram dem Nutzer einige Freiheiten und durch klare Transparenz ist auch einsehbar, wie sich der Dienst finanziert oder künftig finanzieren wird.

Hinsichtlich der Nutzung stellen beide Messenger nahezu gleiche Funktionen zur Verfügung. Der einzig signifikante Unterschied liegt in den Nutzerzahlen.

Die Absicht künftig für Unternehmen nutzbar zu sein und Werbung platzieren zu können wirken befremdlich auf mich. Ich möchte mit meinen Kontakten kommunizieren und sonst – rein gar nichts. Die Aussichten auf diese Szenarien machten Whatsapp für mich uninteressant – Zeit Abschied zu nehmen.

Fazit

Anfangs war es ein bischen merkwürdig. Hin und wieder hat man mal einige Statusmeldungen gesehen – das fiel weg. Auch die Anzahl regelmäßiger Kontakte nahm etwas ab.
Manche scheinen gar nicht mehr zu wissen, wie man ohne Whatsapp mit anderen Kontakten kommuniziert.
Neben Telegram habe ich sowohl den Facebook Messenger, als auch die gute alte SMS genutzt. Man höre und staune – ich musste auf nichts verzichten.

Auch die Anzahl der Kontakte, die Telegram nutzen – stieg im Laufe des Jahres deutlich an. Das freut mich natürlich irgendwie und ich hoffe, dass Telegram weiter an Bedeutung gewinnt und ein ernst zu nehmener Konkurrent für Whatsapp werden kann.

Subjektiv gesehen habe ich mein Smartphone deutlich weniger in der Hand. Nervige Gruppenchats und die entsprechenden Benachrichtigungen entfallen vollständig – auch das gespamme mit Kettenbriefen, Videos und Fotos hat vollständig abgenommen.
Wer mir per Telegram schreibt, der schreibt weil er mit mir Kommunizieren will – und nicht aus reiner Verzweiflung – oder wie auch immer man das nennen mag.

Ein Stück weit ist wieder ruhe in den Smartphone Alltag eingekehrt – eine Ruhe, die ich zu schätzen weiß.

Etwas lässtiges gibt es aber auch zu berichten, schließlich muss ich nun jeden, dem ich meine Telefonnummer gebe, noch darauf hinweisen, dass ich kein Whatsapp nutze.

Die Selbstverständlichkeit mit der Whatsapp genutzt wird und Alternativen nahezu vergessen werden – ist etwas angsteinflößend.
Immer wieder kocht man ein Skandal hoch und kurzfristig befindet sich ein anderer Messenger in den Top-Download-Charts der großen Appstores – konsequent genug scheint aber kaum jemand zu sein, diese Alternativen auch dauerhaft zu nutzen.

Kostenlose Dienste, die durch ein Wirtschaftsunternehmen betrieben werden, bieten stets irgendeinen Haken.
Wir leben in einer Zeit, in der niemand etwas aus reiner Herzensgüte macht. Erst recht nicht bei 17 Milliarden Euro Kaufpreis.

Es ist okay Whatsapp zu benutzen – aber sich vollständig in diese Abhängigkeit zu begeben ist sehr gefährlich. Es geht auch ohne. Es ging immer ohne. Denkt immer daran.

 

 

 

 

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