Feuer frei

Heute bin ich leer. So leer wie schon lang nicht mehr.
Tage vergeh’n – nichts passiert.
Pennen. Malochen. Kotzen.
Wieder eine Woche rum. Wieder ein Jahr älter. Nur noch achtmal umdrehen, dann bin ich vierzig. Nur noch fünfunddreißig Jahre und ich hab wieder Zeit.

Akt I

Ein Tag beginnt. Ein Tag endet. Fließender Übergang. Nur marginale Abweichungen unterscheiden den Einen noch vom Anderen.
Manchmal überlege ich was vor einer Woche war – ich weiß es nicht. Ich ahne es und meistens hatte ich recht.

Die Arbeit – sinnlos. Von diesem Geschäft profitiert nur ein Einzelner. Geld kommt, Geld geht. Ich bleibe.
Wieder Wochenende. Wieder Fußball. Wieder kein bleibender Eindruck.

Dann kamst du wieder.
Ich kenne dich und du kennst mich. Die letzten Ambitionen unser wahres Ich voreinander zu verstecken sind vor langer Zeit schon gefallen.
Keine einzige Hemmung. Kein einziges bischen Angst.
Nur ein distanziertes Feuer bedingungsloser Leidenschaft.

Bereit für den gemeinsamen Auftritt – Ende unbekannt.
Wir sind eine tickende Zeitbombe. Nicht das Wo – nur das Wann.
Wenn unsere Hände wie Zahnräder ineinander greifen und unsere nackten, verschwitzen Leiber in der vollkommen Dunkelheit pulsieren, wird die Zeit neu gestartet.

Wie ein Komet schlage ich ein und eine gewaltige Explosion erhellt deinen Horizont. Einmal. Für immer. Keine Reue. Keine Scham.
Die pure Extase überflutet den Körper mit dem Moment.
Ich lege den Maßstab höher als je zuvor. Alles was bisher war – verdorben.
Die Gier – das Begehren. Wolllust.

Du willst. Ich will. Ich gebe – du bekommst. Libido.
Nichts wird mehr sein wie es einmal war.
Du weisst es. Ich weiß es.
Wir lassen es geschehen. Nicht wo, nur wann. Irgendwann.

Akt II

Wieder ein Alltag. Wieder reiße ich die Augen auf, um roboten zu gehen.
Von diesem Geschäft profitiert nur ein Einzelner.
Du schreibst nicht, dabei könnten wir unsere Welt verändern.
Geduld. Irgendwann. Weiter machen. Abwarten.

Ein anderes Du. Seelenverwandt.
Wie du dort stehst und mich ansiehst, mit dem schwarzen Streifen über deinem Auge.
Wie du dort stehst. Gebückt über dem Objekt.
Jetzt. Genau jetzt.
Lass all deinen Frust los und starte mit mir neu. Sei unvernünftig, spring über deinen Schatten. Lass es zu.
Pulsiere mit mir. Schrei. Halt dichfest und lass alles Andere los.
Öffne deinen Horizont und setz neue Maßstäbe.
Beurteile alles neu und setz die Segel.

Lass uns dort sitzen – nackt. Wir lachen und weinen – aber schämen uns nicht.
Contenance.
Es wird geschehen. Irgendwann.
Neue Zeit. Neuer Alltag.
Vor und zurück. Links oder rechts.
Steil und Feucht. Schlüpfrig und versaut.

 

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