(P)reach

Müde.. so unfassbar müde…
Dreizehn Stunden schlaf – immernoch nicht wach.
Kraftlos.. unsagbar Kraftlos..
Niedergeschlagen. Matt. Ausgelaugt.

Ruhe ist alles was ich mir wünsche.
Doch auch all die Ruhe der Welt, kann mir meine Kraft nicht zurückgeben.
Mit letzter Kraft quäle ich meine erschöpften Finger über die beleuchteten Tasten und quetsche die letzten Worte aus meinem Hirn, nur um überhaupt mal wieder etwas zu schreiben.

Sinnlos… Ein gesunder Mix aus Gewohnheit und Existenzangst treiben mich morgens aus der wohligen Wärme.
Während Ying und Yang schon hungrig und ungeduldig um mich herum schleichen, kratze ich ein kleines bischen Motivation zusammen.
Der Körper spult seine Routinen ab, die grauen Zellen sehnen sich nach Betäubung.

Der erste Kontakt mit der Außenwelt- ein Blick durch das Fenster ins demotivierende Himmelsgrau.
Der Zweite der, einer kläglich nassen Kälte, nach dem Schließen, der Haustür.
Beim Gang um die Ecke peitscht ein eisiger Wind mir den Regen ins Gesicht – schon kein Bock mehr.
Das Haupt nach unten gesenkt, sehe ich das dreckige Pflaster an mir vorbeiziehen.
Keine Dauerlösung, nein – höre ich mein mittlerweile erwachtes Unterbewusstsein immer wieder murmeln.

Und dann sehe ich dich wieder. Selbe Zeit, selber Ort. Nur ein bischen später als das letzte Mal.
Ich mag dich. Oft habe ich dich das wissen lassen. In Zeiten absoluter Dunkelheit warst du Einer dieser hell leuchtenden Sterne am Himmel.
So einfach und liebreizend. Wie eine einzelne Blume, umgeben von einem wohlduftend rosarotem Schleier, inmitten einer riesigen Wiese.
Die Eine, von denen man immer mehr möchte. Die, die ohne ein Wort zu sagen ein Gefühl von reinem Glück vermitteln kann.
Die, mit der man alles tun kann – und die, die unendlich grausam sein kann, wenn man mehr erwartet.
Die solide Grundlage und die Büchse der Pandora.
Eine, der man wohlwissend ihr Herz schenkt und akzeptiert, dass du drauf rum trampelst.

Dennoch schwingen unserere Welten im selben Universum. Auf. Ab. Auf. Ab.
Immer wieder.
Ich warte auf den Schnittpunkt unserer Parabeln. Manchmal laufen sie parallel – sinnloses Schreiben.
Unverhoft und unvorhersehbar. Endloses Warten.
Da ist er wieder – so ein Schnittpunkt.
Unpräzise. Ganz ohne Zirkel.
So ruhig wie jetzt war es in letzter Zeit selten.
Die See schweigt sich aus.
Die Sonne leuchtet fröhlich auf die kurze Unendlichkeit.

Jeder führt seinen eigenen Krieg.
Wir sind die Warlords.
Jeder Tag eine neue Schlacht.
So unheimlich weit voneinander entfernt.
Wieder eine Schlacht gewonnen – wieder wächst die Distanz.
Ich wünsche mir deine Schlachten zu führen. Sie wirken leichter auf mich..

Am Schnittpunkt laufen unserer Wellen wieder auseinander.
Ich kletter den Berg hinauf, während du stehen bleibst.
Ich warte auf dich, hier oben. Wache über dich. Aus der Ferne.
Meine Geschütze stehen bereit für dich. Nur steig endlich den verdammten Berg hoch..

Am Gipfel des Tagtraums verstecke ich mich weiter hinter der Illusion.
Zusammen könnten wir nicht nur die unendlichen Schlachten, sondern den ganzen Krieg gewinnen.
Ich hier, du dort.
Das Meer schweigt, die Sonne leuchtet.
Wir sind unendlich. Zu Göttern ernannt.
Imstande die Welt zu gestalten.

Dein Blick am Gipfel erfüllt mich mit Trauer.
Ich bin schon lang nicht mehr da.
Auf dem Weg nach unten werfe ich immer wieder einen Blick über die Schulter.
Sehe dich dort. Spähend in die Ferne sehen.
Ich bin es nicht, den du hoffst zu finden.

Das dreckige Pflaster unter meinen Füßen wird zu rauem Schotter.
Ich steige ein und fahre los.
Das Gas auf Anschlag in Richtung Unendlichkeit.
Ob ich Sie jemals erreiche?!

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