Kalter Ostwind…

Momentan fällt es mir unwahrscheinlich schwer meine innere Leere in Worte zu fassen. Es ist ein Leben, gelebt – von einem sinnlosen Tag in den Nächsten.
Jeder noch so kleine Termin fühlt sich an wie eine riesige Last, unter dessen Gewicht ich zu zerbrechen drohe.
Mühsam klettere ich Meter für Meter einen unendlich hohen Berg hinauf.
Noch ein kleines bischen, dann ist es vorbei.
Doch nicht.
Es gibt kein oben. Nur unten.

Egal wie oft ich den Blick gen Himmel werfe, keine Spitze zu sehen.
Egal was ich auch tue, keine Freude.

Die Sonne scheint. Mein Weg nach oben – geprägt von meinem eigenen Schatten, den ich die kalte Wand hinauf werfe.
Manchmal löst sich ein Felsbrocken und stürzt in die Tiefe. Gespannt schaue ich ihm nach, zähle die Sekunden und warte auf seinen Einschlag am Boden.

So weit habe ich es schon geschafft. Aber die Höhe macht mir Angst. Ich bereue meinen Aufstieg nicht. Über einen Abstieg denke ich gar nicht nach.
Ich sehne mich nach einem Felsvorsprung, auf dem ich nur eine Weile verharren kann..
Nur so lange will ich noch weiter machen…
Neue Energie sammeln. Ideen schöpfen. Irgendwann mit voller Kraft weiter gehen.

Zugegeben, ich bin neugierig.
Will es wissen.
Wie ist es, wieder motiviert zu sein?
Wie ist es, wieder Freude zu haben?
Wie fühlt es sich an, zu fühlen?

Fühle ich die Kälte nicht mehr, weil ich Wärme spüren will?
Fühle ich den Schmerz nicht mehr, weil ich mich eigentlich freuen will?
Bin ich demotiviert, weil ich motiviert sein will?
Bin ich frei, wenn ich mich selbst beschränke?

Ich sehe mich selbst in einem riesigen Vakuum. Der Anfang und das Ende von – Nichts.
Links nichts, rechts nichts. Über mir – nichts. Nur den Boden kann ich noch erahnen. Von dort kam ich her.
Um mich herum nehme ich nichts mit Freude wahr. Ertrage es nur, obwohl es schade ist.
Acht Stunden hier, eine Stunde da. Irgendwann zuhause. Teilnahmslos zur Kenntnis genommen. Runterspülen.
Nochmal von vorne.

Das Leben hat so viel mehr zu bieten, aber wie komme ich dahin?! Wie überwinde ich die eisige Kälte meines eigenen Schattens, um endlich den Felsvorsprung zu erreichen, den ich seit Monaten schon suche?
Meine Motivation ist Überzeugung. Mein Wille ist schwach.
Verprügelt von unbegründeten Ängsten und Hemmungen, schwinge ich lieber von links nach rechts.
Unfähig über den Schatten zu springen. Unfähig die eingebildeten Grenzen zu überschreiten.

Ich will mich wieder freuen. Aber Weinen ist viel leichter.

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