Wicked

Wir leben in einer Welt, in der Wahrheit und Illusion nah beieinander liegen.

Die Zeit rennt schneller als jemals zuvor.
Morgens, Mittags, Abends. Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag. Januar, Juli, Oktober, Februar. 2018, 2020, 2022.

Was bleibt, wenn wir zurückschauen?
Was kommt, wenn wir nach vorn blicken?

Ein Alltag – geprägt von Tristesse und schleichender Demut.
Ich nehme es hin. Ich nehme es an.

Ich meide die Medien. All das betrifft mich nicht. All das interessiert mich nicht.
Bin damit beschäftigt mein Leben zu bestreiten. Auch das fällt mir immer schwerer.

Corona Pandemie – interessiert mich nicht. Kein Homeoffice für mich. Maskenpflicht – kotzt mich an.
Nicht einmal die Hände desinfiziert. Übertrieben.
Mindestabstand – gute Sache. Ich hasse die Nähe fremder Menschen.
Glaub der Wendler hat Recht.
Aber zwei Meinungen sind in diesem Land nicht gern gesesehen

KiTa streik.
Jammern auf höchstem Niveau.
Würde sofort mit euch tauschen.

Sehe Häuser wachsen, sehe Wohnungen zu verkaufen. Wer zum Geier kann das bezahlen?!
Wie gut muss man verdienen, um sich das leisten zu können?

Bürogebäude hier, Eigentumswohnung da.
All das, während ich überlege, ob ich meine Heizung schon im Oktober anmachen sollte, um keine Nachzahlung zu riskieren.

Weisse Fassade, RAL 7016, Steingarten. Ein Skoda in der kümmerlichen Einfahrt zu dem, was ihr „Garage“ nennt.
Eure Häuser sind so hässlich wie ihr selbst.
Neidlos.

Was von euch bleibt? Nichts.
Ein Nachlass, um den sich eure Erben streiten.
Genau so nutzlos, wie das System, dem ihr euch fügt.
Kein eigener Wille. Kein eigener Gedanke. Kein Opfer.
Erbärmliche Kreaturen.

Personifizierte Unfähigkeit in markanten Positionen.
Wie konnten die das schaffen?
Warum zweifel ich so sehr an mir selbst?

Flüchtlinge? Brauch ich nicht.
Genug eigene Probleme.
Islam? Brauch ich nicht.
Das Christentum ist schon altertümlich genug.
Homosexuelle? Interessieren mich nicht.
Jeder fickt, wen er ficken will.
Mietpreisbremse? Lächerlich.
Das Wort allein – eine Farce.

Eichenprozessionsspinner.
Das Wort zum Sonntag.
Dieselskandal? Bitte verschont mich damit.

Jeder verletzt, den er verletzten will.
Jeder enttäuscht, den er enttäuschen will.
Jeder liebt, den er lieben will.
Jeder hilft, denen er helfen will.
Jeder vererbt, an den er vererben will.

Werde nie die riesen Sprünge machen.
Werde nie um irgendein „Erbe“ streiten.
Werde nie auf etwas bestehen, das mir nicht zusteht.
Werde nie einen Anspruch stellen.

Werde nie aufhören, an Menschlichkeit zu glauben.
Werde nie aufhören, vertrauen zu wollen.
Werde nie aufhören, das Gute in Menschen zu sehen.
Werde nie aufhören, dich zu lieben.
Werde nie aufhören, Ungerechtigkeit zu hassen.
Werde nie aufhören, Kommerz zu verachten.

Werde nie aufhören – ich selbst sein zu wollen.

Richtig – oder gar nicht.

Be a Tinker. Or rest in peace.

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