Still T.N.K.R

Ein trostloser Tag nach dem Anderen rinnt wie ein Regentropfen die Fensterscheibe herunter.
Es ist Sommer. Irgendwie auch nicht.
Das Wetter spielt keine Rolle mehr, wenn das Dasein sinnlos ist.
Man könnte sich ärgern – es lohnt sich nicht.

Das Leben oszilliert um den Nullpunkt. Träume und Hoffnung. Ängste und Sorgen.
Alles wiegt sich auf.
Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.
Sämtliche Kreativität wurde von einem übertriebenen Verantwortungsbewusstsein schon vor langer Zeit zerfressen.

Ich bin, wo ich nicht sein will.
Ich bin, wer ich nicht sein will.

Wer will ich sein? Wo finde ich mich wieder?

Das Richtige fühlt sich plötzlich falsch an.
Angst siegt über Herz.

Ich sitze da, starre ins Nichts.
Denke an Nichts.
Fühle Nichts.

Will weg. Weiß nicht wohin.
Weiß nicht zu welchem Zweck.
Weiß nicht wer ich bin, wenn ich zurück kehre.

Bin immer noch hier.
Starre immernoch ins triste Himmelsgrau.
Mit der Vorstellung und Idee von – nichts.

Sehe keinen Weg, den ich gehen kann.
Keine Chance, die ich nutzen will.
Fühle mich nicht gut. Fühle mich nicht schlecht.

Bin tiefenentspannt.
Ärgere mich nicht, wundere mich nur – dezent.
Was kommt – kommt.
Was nicht kommt – kommt nicht.
Es is mir egal. Wie das Wetter.
Wie das Alter. Wie die Pandemie.

Brauche kein Urlaub. Weiß nicht wozu.
Brauche kein Geld. Weiß nicht wofür.
Brauche nichts zu essen, hab keinen Hunger.
Brauche nichts schreiben, mir fehlen die Worte.

Schon wieder regen… Schon wieder nicht Laufen… Schon wieder kein Fahrrad fahren…
Dann vielleicht ein anderes Mal..
Dann ist vielleicht etwas anders.

Addicted

Ich fühle, wie ich da liege.. Will die Augen öffnen, aber es ist so unsagbar schwer…
Ich bin wach, aber gehe im Traum mit wackeligen Knien die Hauptstraße in Elsen entlang..

Draußen ist die Musik noch angenehm deutlich zu hören, aber die Parkbank vor der Haustür ist unbesetzt. Meine neue Wohnung ist am Gemeindehaus.

Es ist dunkel. Gesichter in schwarz/weiss huschen in hohem Tempo an mir vorbei. Ein paar Bekannte sind auch darunter. Ich will ihnen nachrufen, aber sie sind so schnell  wieder verschwunden..

Nach einer Reise durch einen schattenartigen Tunnel finde ich mich auf einer Holz-Treppe wieder. Sie führt in einen verwinkelten Raum voller Betten.
In einem davon schläft mein Kollege. Für zweihundert Euro im Monat.
Er bittet mich auch mal Probe zu liegen. Ein Hochbett. Sehr bequem.
Von dort aus sieht man eine Lichtkuppel.
Die Vorstellung von der Sonne wachgeküsst zu werden gefällt mir.

Ich steige wieder herunter. Der Vater meines Kollegen ist auch hier und spielt an einem Mischpult herum, das an einem Schreibtisch im selben Raum steht.
Irgendwas hat er verstellt, dabei ist gar nichts zu hören..
Er fragt einen der Mitbewohner, ob es wohl auffallen würde, wenn das Teil nach dem Unterricht verschwunden wäre.
Ich vernahm keine Antwort, aber ich glaubte jetzt in irgendeiner Art Schule zu sein.

Dann fiel es mir wieder ein. Ich wollte zur Tankstelle und Bier einkaufen. Aber ich hatte gar kein Geld dabei. Und ausser einer Boxershorts und Schuhen auch gar nichts an.
Eigentlich wär ich wieder nach Hause gegangen und nicht in die WG.
Der Vater meines Kollegen hatte Geld und kaufte nen Sixer an der Tankstelle. Es waren grüne Flaschen.

Auf dem Weg zu meiner Wohnung war er weit vorraus und bog dann falsch ab, weil er gar nicht wusste, dass ich umgezogen war.
Mir fiel das ein, darum lief ich schnell zur Kreuzung und rief ihm nach.
Er ärgerte sich fürchterlich, immerhin war er schon am Ende der Straße angekommen.

Ich ging allein in meine Wohnung. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie ich meine alte Wohnung gekündigt habe. Wie ich die Miete für die neue Wohnung schon bezahlt hatte und wusste auch, dass in meiner alten Wohnung noch Sachen stehen.
Aber die großen Teile waren schon in meiner neuen Wohnung.

Ich hätte meinem Kollegen ja mein zweites Zimmer vermieten können – aber wo sollten die Kinder dann schlafen? Hat meine neue Wohnung überhaupt ein zweites Zimmer? Warum bin ich umgezogen?

Zurück in der Wohnung ging ich durch den Flur in das Wohnzimmer. Irgendwas fehlte. Mein Sofa war nicht da.
Hinter einer Tür in das zweite Zimmer, über dessen Existenz ich sehr erleichtert war, fand ich mein Sofa. Die Waschmaschine stand auch dort. Sie war sogar angeschlossen, wie mir mein prüfender Blick verriet.

Alle großen Teile waren schon da. Ich wollte in meine alte Wohnung gehen und gucken was noch zu holen ist.
Auf dem Weg dorthin kam ich an der alten Tankstelle mit der Werkstatt vorbei. Ein riesiger, schwarzer, hoch moderner Elektro-Reisebus stand dort.
Im vorbeigehen sah ich einen gut lesbaren Markenschriftzug, der offensichtlich chinesischen Ursprung hat.
Hier scheint jetzt wohl eine Niederlassung zu sein. Nicht schlecht.

Ich ging um die alten Gebäude mit neuem Inhalt. Alles hoch modern. Alles offen. Obwohl heute Feiertag ist.
Keine Menschenseele. Hier würde ich gern mal arbeiten und meinen Horizont erweitern.
Innerlich überlegte ich schon die Argumente für das Vorstellungsgespräch – aber hier war niemand..

Die Tür zum Shop der alten Tankstelle war auch offen. Hier standen viele neue Ölkanister in Regalen. Auch hier – niemand. Ich ging hinein und sah über dem Eingang innen eine Kamera hängen, die meine Anwesenheit mit einem roten Blinken wahrnahm.

Kurz überlegte ich mit einem Ölkanister zu verschwinden. Ich hatte ihn schon in der Hand. Stellte ihn dann aber wieder zurück.
Ich ging zum Ein- bzw. Ausgang, winkte in die Kamera, die mich wieder erkannte und ging aus dem Laden.

Als ich die Straße überquerte sah ich hinter mir ein großes Auto aus einer Nebenstraße kommen. Der schwarze Bus war gar nicht mehr da.
Aus dem Auto stieg ein Mann. Er bezichtigte mich des Diebstahls.
Natürlich hatte ich nichts geklaut und winkte nur in die Kamera um auf mich Aufmerksam zu machen. Das teilte ich ihm mit.
Er war wohl der Chef.
Vage erinnere ich mich daran, dass ich mit ihm darüber sprach, dass ich für ihn arbeiten will..

Die Szene verschwand und wieder fragte ich mich, warum ich umgezogen bin.
Ich wollte aufwachen, aber meine Augen waren schwer wie Blei.
Im Hintergrund höre ich die Musik, sie fügt sich nahtlos in den Traum ein.

Wieder bin ich zu Fuß unterwegs. Ich spaziere unermüdlich. Bin total im Arsch.
Elsen Bahnhof, da wo meine Eltern wohnen, ist jetzt eine richtige Stadt geworden..
Ich gehe weiter. Lasse den Ort hinter mir.
Ein LKW blockiert die Straße.
Mit geöffneter Ladeluke steht er in einer Einfahrt. Ein Junge wäscht ihn aus. Am Feiertag.
Ich wollte nicht entdeckt werden und drehte um.
Links auf einer kleinen Wiese mit Bäumen dahinter standen mehrere blitz-saubere LKW von MAN. Sie gehören meinem Patenonkel. Das wusste ich. Man konnte es auch an den Nummernschildern sehen.
Irgendwo würde ich ihn bestimmt sehen. Aber er würde mich bestimmt nicht erkennen.
Ein Stück weiter sah ich ihn dann in einem Schankwagen stehen. Er machte ihn sauber.
Von weitem winkte ich ihm zu – er winkte zurück und wollte erstmal ein Bier mit mir trinken.
Hatte er mich wirklich erkannt? Skeptisch ging ich auf ihn zu.
Als hätten wir es immer getan gingen wir in’s Haus. Ich fragte ihn, ob er wüsste wer ich bin. Er wusste es. Gar keinen Zweifel.
Seine Frau war auch da.

Wir gingen in einen Saal. Wir waren in seiner Gaststätte. Überall standen helle Eichenmöbel.
Ich war traurig.
Schaute durch einen Vorhang nach draußen.

Wieder wechselte die Szene. Wieder war ich in der nähe meiner alten Wohnung. Worte liefen in meinem Kopf auf und ab. Das muss ich aufschreiben. Schreib es auf.

Ich wurde wach – und schrieb.

Der Tinker zur Lage der Nation II

Welcome back.

Deutschland im Frühjahr 2020 – Krise. Europa im Frühjahr 2020 – Krise. Die Welt im Frühjahr 2020 – Krise.

Im ersten Teil habe ich meinen Eindruck zur Wirtschaftslage geäussert.. Selten einen Beitrag mit dermaßen wenig Resonanz veröffentlicht.
Verständlich, denn stink langweilig. Uninteressant. Nicht der Rede wert.

Was die Menschen derzeit wirklich interessiert ist sehr schwer einzuordnen. Die einen pflegen ihren Garten, die Anderen renovieren ihre Bleibe. Der Eine liest mal wieder, der Andere fährt Fahrrad.

Die ständige Ablenkung durch den kontinuierlich prasselnden Starkregen aus Konsum – plötzliche Stille.

Erinnert ihr euch an das Geräusch, dass ein Diskettenlaufwerk beim Booten damals immer gemacht hat? Oder wenn eine Festplatte hoch fährt?

Exakt so hat es sich angehört, als ein Großteil der Massen, nach Ende des Regens, aus dem Wachkoma auferstanden ist, um zu realisieren „Boah scheiße, kein Sommerurlaub dieses Jahr“.
Was für die Tinker dieser Welt sowieso eher zum Standart gehört, hat die Welt der Wachkomapatienten aus dem Gleichgewicht gebracht.

Plötzlich hatten all die von dem zu viel, von dem sie ganz vergessen hatten, dass es überhaupt existiert:
Zeit.
Unendlich viel Zeit.

Zeit – und nicht die geringste Ahnung, wie man sie rum bekommt.
Geld – und die Gewissheit, dass man sich in Zeiten der Krise damit nicht viel kaufen kann.
Angst – und die Erkenntnis, dass die Menschen um sie herum sehr kostbar sind.

Der jahrelange Konsum hat sich nun auch endlich bezahlt gemacht. Es war genug Zeit da, um all die tollen Sachen auch tatsächlich mal zu benutzen.
All die Kohle, die man nun über hatte, weil man kein Auto mehr fahren brauchte oder sein Geld auf sonstige Art und Weise verbraten hat, konnte man ohne jegliche Reue im Baumarkt lassen und so sein eigenes Heim, die letzte Zuflucht, nach bestem Wissen und Gewissen, neu gestalten.

Der Eine in Kurzarbeit, der Andere im Homeoffice. Manch einer lernte sogar sich die Frage zu stellen: Wozu der ganze Scheiß?
Man realisierte, dass man längst hat was man braucht.

Diese Krise war ein kleiner Gewinn für die Menschlichkeit in diesem Land. Es wurde Rücksicht genommen und gegenseitig unterstützt.
Das ich das noch erleben durfte fühlt sich großartig an.

Für mich verlief das Leben während der Krise exakt so, wie vorher auch.
Der Tinker ist Handwerker – und Handwerker trotzen der Krise.
Gedankt wird ihnen allerdings nicht. Es wird als selbstverständlich angesehen und an keiner Stelle wurde je ein Wort über den Einsatz im Handwerk verloren.

Bis jetzt.

Denn als Meister im Handwerk fühle ich mich dazu verpflichtet all den Meistern, Gesellen, Helfern, Azubis und Praktikanten im Handwerk für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken.
Der Kriese zum Trotz haben wir den Laden technisch zusammengehalten und waren immer da, wenn wir gebraucht wurden.
Wir sind da, wenn die Auftragsbücher voll sind. Wir sind da, wenn die Zeit nicht rumgehen will.
Wir sind immer da und machen mehr als nur unseren Job.
Wir machen das, was wir lieben. Beschäftigen nebenbei noch eure Kinder und deren Großeltern.

Wir stehen für klägliche Löhne und miese Arbeitsbedingungen auf, wir gehen müde und kapput ins Bett.
Auch ohne jede Wertschätzung verrichten wir Tagein Tagaus grandiose Dinge. Sind nicht immer motiviert.
Aber wir sind da. Und wir bleiben da. Für euch. In jeder Krise die noch kommen mag.

Wir sind das Handwerk.

 

Danke.

Kalter Ostwind…

Momentan fällt es mir unwahrscheinlich schwer meine innere Leere in Worte zu fassen. Es ist ein Leben, gelebt – von einem sinnlosen Tag in den Nächsten.
Jeder noch so kleine Termin fühlt sich an wie eine riesige Last, unter dessen Gewicht ich zu zerbrechen drohe.
Mühsam klettere ich Meter für Meter einen unendlich hohen Berg hinauf.
Noch ein kleines bischen, dann ist es vorbei.
Doch nicht.
Es gibt kein oben. Nur unten.

Egal wie oft ich den Blick gen Himmel werfe, keine Spitze zu sehen.
Egal was ich auch tue, keine Freude.

Die Sonne scheint. Mein Weg nach oben – geprägt von meinem eigenen Schatten, den ich die kalte Wand hinauf werfe.
Manchmal löst sich ein Felsbrocken und stürzt in die Tiefe. Gespannt schaue ich ihm nach, zähle die Sekunden und warte auf seinen Einschlag am Boden.

So weit habe ich es schon geschafft. Aber die Höhe macht mir Angst. Ich bereue meinen Aufstieg nicht. Über einen Abstieg denke ich gar nicht nach.
Ich sehne mich nach einem Felsvorsprung, auf dem ich nur eine Weile verharren kann..
Nur so lange will ich noch weiter machen…
Neue Energie sammeln. Ideen schöpfen. Irgendwann mit voller Kraft weiter gehen.

Zugegeben, ich bin neugierig.
Will es wissen.
Wie ist es, wieder motiviert zu sein?
Wie ist es, wieder Freude zu haben?
Wie fühlt es sich an, zu fühlen?

Fühle ich die Kälte nicht mehr, weil ich Wärme spüren will?
Fühle ich den Schmerz nicht mehr, weil ich mich eigentlich freuen will?
Bin ich demotiviert, weil ich motiviert sein will?
Bin ich frei, wenn ich mich selbst beschränke?

Ich sehe mich selbst in einem riesigen Vakuum. Der Anfang und das Ende von – Nichts.
Links nichts, rechts nichts. Über mir – nichts. Nur den Boden kann ich noch erahnen. Von dort kam ich her.
Um mich herum nehme ich nichts mit Freude wahr. Ertrage es nur, obwohl es schade ist.
Acht Stunden hier, eine Stunde da. Irgendwann zuhause. Teilnahmslos zur Kenntnis genommen. Runterspülen.
Nochmal von vorne.

Das Leben hat so viel mehr zu bieten, aber wie komme ich dahin?! Wie überwinde ich die eisige Kälte meines eigenen Schattens, um endlich den Felsvorsprung zu erreichen, den ich seit Monaten schon suche?
Meine Motivation ist Überzeugung. Mein Wille ist schwach.
Verprügelt von unbegründeten Ängsten und Hemmungen, schwinge ich lieber von links nach rechts.
Unfähig über den Schatten zu springen. Unfähig die eingebildeten Grenzen zu überschreiten.

Ich will mich wieder freuen. Aber Weinen ist viel leichter.

Der Tinker zur Lage der Nation Teil I

Deutschland im Frühjahr 2020. Ausnahmezustand.

Während es für die meisten Menschen nun mal an der Zeit ist sich mit den Dingen auseinander zu setzen, die sie sich so kaufen – offenbaren sich an andere Stelle die eklatanten Schwächen der Naivität.

Heute möchte ich über die deutsche Wirtschaft sprechen. Das vermeidliche Zugpferd dieses schönen Staates.
Wir hören es an jeder Ecke. Geschäfte sind zu, Beschäftigte müssen zuhause bleiben und die armen Unternehmer stöhnen.
Die Frage ist ja, muss man da immer Mitleid haben? Muss man sowas wie ein Verständnis für Unternehmer haben, die nicht in der Lage sind nachhaltig zu Wirtschaften und für ausreichende Sicherheit ihrer eigenen Existenz und der ihrer Mitarbeiter zu sorgen?

Das 1×1 der Unternehmensführung

So ein Unternehmen will sorgfältig durchdacht und geplant sein. Damit steht und fällt der nachhaltige Erfolg.
Was kann ich? Wie kann ich das, was ich kann, an den Mann bringen?
Wie sieht der Markt aus? Gibt es Konkurrenz? Wie gestalte ich meine Preise? Tue ich das, was ich tun möchte, gerne?
Habe ich entsprechendes Kapital? Was muss ich kurzfristig investieren? Was muss ich langfristig investieren?

Als Unternehmer muss man sich in erster Linie bewusst sein, dass man die Seele des Betriebes darstellt.
Nicht die Mitarbeiter, nicht das Angebot – sondern nur man selbst ist für den Erfolg verantwortlich.

Stehe ich voll hinter meinem Vorhaben? Bin ich bereit mich und meine Familie in den Hintergrund zu stellen, um Erfolgreich zu sein? Kann ich gut mit Menschen umgehen, um Kunden und insbesondere das Personal zu managen?
Besitze ich Verhandlungsgeschick? Warum mache ich das Ganze überhaupt?

Es sind folglich nicht nur Fragen über die Finanzen und den Markt zu stellen, sondern im selben Maß auch über die persönliche Eignung.

Leider ist diese persönliche Eignung die größte Schwachstelle mit der wir aktuell zu kämpfen haben, wenn wir uns die Situation einmal genau anschauen.

Auch wenn man bereits ein Unternehmen aufgebaut hat, darf man niemals aufhören sich Fragen zu stellen und an Lösungen zu arbeiten.

Flexibel auf den Markt reagieren zu können ist da sicherlich nur ein kleinerer Faktor.

Denn abgesehen von Flexibilität ist der Aufbau von Kapital, das nicht nur für ständige Investitionen, sondern auch für die Stabilität des eigenen Unternehmens dient von größter Bedeutung.

Negativbeispiel

Wie man all das nicht macht und nun so richtig von der Krise geschüttelt wird zeigt das Beispiel Karstadt-Kaufhof.

Wir sprechen hier von einem Unternehmen, dessen Ursprung irgendwann im 19. Jahrhundert stattfand. Und an dessen Kern unverändert festgehalten wurde.
Wir finden die Fillialen in jeder größeren Stadt. Ein gigantisches Kaufhaus mit wohligem Duft von Neuware in Hülle und Fülle.
Den Wandel der Zeit komplett verpennt, haben es, das von dauernden Kriesen gebeutelte Karstadt und der weniger auffällige Kaufhof irgendwann 2019 zu einem Zusammenschluss gebracht.
Nur wem hat der geholfen? Was hat sich geändert? Welche Fragen wurden gestellt?

Wer von euch hat in letzter, geraumer Zeit schonmal den Drang gespürt unbedingt nach Karstadt-Kaufhof zu müssen?
Schonmal was bei Karstadt-Kaufhof online bestellt?

Was zeichnet Karstadt-Kaufhof in Zeiten einer vernetzten Welt aus? Was ist das Merkmal, um gezielt in eine Filliale zu stolpern?

Wahrscheinlich seid auch ihr mal eher halb Planmäßig mal in einer Filliale eingetrudelt, weil ich noch ein Last-Minute Geschenk zu Weihnachten fehlte und ihr sowieso grade in der Stadt gewesen seid.
Gekauft habt ihr dort vermutlich nichts, weil es online viel preiswerter war, oder vielleicht doch, weil die Zeit sehr gedrängt hat.

Ein Blick in die verschiedenen Geschäftsfelder des Unternehmens verheissen ebenso wenig, wie die Relevanz eines solchen Kaufhauses in jeder Stadt.
Ein paar GmbHs, in der die Drecksarbeiten ausgelagert sind. Ein bischen Gastronomie, für schlecht besuchte Kaufhäuser – das wars. Und den Online-Shop nicht zu vergessen.

Wir sprechen also über ein Unternehmen, dessen Management es in beachtlichen 120 Jahren nicht geschafft hat, für nachhaltige Strukturen zu sorgen und nun keine Mieten mehr bezahlen will.

Die berechtigte Frage ist – warum zahlt ein Unternehmen wie Karstadt-Kaufhof überhaupt Mieten?
Haben 120 Jahre nicht ausgereicht, um Immobilien an markanten Standort zu erwerben und sich damit einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen?
Warum wurde, wie branchenüblich, nicht mal eine größere Akquise vorgenommen um die eigene Position am Markt zu bestärken?

Offensichtlich war man naiv genug, um die Zeichen der Zeit mit der Übernahme eines Kriesen gebeutelten Konkurrenten und der, viel zu späten, Errichtung eines online-Shops gedeutet zu haben.

Mit dieser gewaltigen Personalverantwortung ist das ein wenig dürftig. Während sich die Manager also auf ihren Yachten und in ihren Villen ein schönes Leben machen können, stehen die Angestellten genau so wackelig daher, wie das Unternehmen selbst.

Zurück zum 1×1

Abgesehen von der allgemeinen Lage ist es also ein Stück weit hausgemacht. Das Virus kann herzlich wenig daran ändern, dass viele Unternehmer ihre eigene Existenz und die der Mitarbeiter auf solch wackelige Füße stellen.

Viel mehr wäre hier die Politik gefragt eine Grundlage für Unternehmen gewisser Größenordnung zu schaffen, die Anzahl und Gehälter für angebliche Führungskräfte beschneidet und dafür Sorge trägt, dass ein Unternehmen auch eine Durststrecke weitesgehend schadensbegrenzt überstehen kann.

Leider fehlt dieser rechtliche Rahmen vollständig, daher liegt es allein in der Kompetenz eines Unternehmers selbst die Verantwortung für sich, seine Mitarbeiter und nachhaltige Strukturen zu sorgen.
Ein gewisses Maß an Verantwortungsbewusstsein sollte also durchaus vorhanden sein.

Meiner Ansicht nach braucht man kein Mitleid mit den armen Unternehmern haben, zumindest nicht mit denjenigen, die genug Zeit hatten ihren Scheiß vernünftig zu regeln.
Schlimm ist es insbesondere für die aufwachsenden Unternehmen, die die entscheidenen Schritte noch nicht machen konnten bzw. vor sich hatten.
Doch auch wenn hier staatlich keine nennenswerte Unterstützung zu erwarten ist, so sollte man als Unternehmer in der Lage sein kurzfristige Impulse zu setzen und seine Mitarbeiter entsprechend mitzunehmen.
Lieferdienste, Onlinehandel, Homeoffice, Mitarbeitertransfer, Betriebsferien / Urlaubsregelungen, Gehaltsverzicht, renovieren, orientieren.
Kreativ sein, neue Wege finden, Grenzen überschreiten.

Die Möglichkeiten sind da, leider haben sich viele entschlossen lieber zu heulen. Weil das leichter ist. Vielleicht kommt die Lösung ja von ganz allein. Oder die Mitarbeiter finden von selbst eine Lösung. Der Messias kommt.
Krise ist die richtige Zeit für einen Unternehmer um seine wahre Stärke und sein Potenzial zu zeigen.
Diejenigen, die dazu nicht in der Lage sind, schädigen in dieser Situation nachhaltig ihre gesammelten Verdienste wie Glaubwürdigkeit, Respekt, in großen Teilen auch die Loyalität und Treue ihrer Mitarbeiter und Kunden.

Heroes were born

Die Weltwirtschaft wird in dieser Krise nicht untergehen. Aber sie zeigt uns eindrucksvoll die Missstände, die wir seit vielen Jahren mit uns herumschleppen.

Unser System basiert auf Konsum, Wachstum und Produktivität.
Was wir im eigenen Land nicht selbst Konsumieren wird halt exportiert. Unwirtschaftliche Produktionen werden ins Ausland verlagert. Globalisierung nennt sich sowas.
Ein seelenloser Betrieb nach dem Anderen kommt und geht.
Umsatz, Gewinn, Verlust, Rendite.
Wenn man dem Betrieb schon keine Seele gibt, dann geht es nur um Zahlen.
Immer mehr Verkaufen, immer mehr Angebot, weniger Mitarbeiter, geringere Löhne.
Mitarbeiter machen das was sie tun nur für ein paar Euros. Spielen ihren Stiefel runter und ersticken ihr trostloses Leben im Sommerurlaub, Konsumgütern oder Alkohol.
Die Top-Manager dieser Welt sehen sich darin beschäftigt Kosten zu senken und Produktivität zu erhöhen.

In Zeiten wie diesen kommt es darauf, aber ausnahmsweise mal, nicht an. Ein Genickbruch für sowieso schon seit Jahren zum scheitern verurteilte Vorhaben. Und eine einmalige Gelegenheit für diejenigen, die es haben kommen sehen und wissen wie es besser gemacht werden kann.

Es ist jetzt an der Zeit zu handeln. Der richtige Moment um die Ideen einer seelenlosen Wirtschaft aufzugreifen und nochmal von vorne anzufangen.
Die Lehren dieser Krise sind eindeutig.
Ohne Nachhaltigkeit funktioniert es nicht. Und ihr braucht auch nicht daran zu glauben, dass dies irgendeinem Manager plötzlich auch eingefallen ist und sich nun alles zum Besseren wendet.
Nein, das Ruder müsst ihr nun selbst in die Hand nehmen und euren Weg gehen.

Die Helden der Zukunft sind die, die aus der Krise gestärkt hervorgehen. Weil sie bereit sind neue Wege zu gehen.
Weil sie nicht heulen. Weil sie selbst ihr Messias sind.

Geld ist nur Mittel zum Zweck. Geld kann seinen Wert von einer Sekunde auf die Nächste komplett verlieren.
Auch dann sprechen wir wieder von einer Krise. Es war alles schon da, doch offenbar wiegt man gern in falscher Sicherheit. Anders ist das alles nicht zu erklären.

Der wahre Reichtum eines Unternehmers ist es, auch in den schwersten Zeiten seiner Verantwortung gerecht werden zu können.

Fazit

Ein ungesundes Unternehmen suhlt sich gerne in den Erfolgen seiner Vergangenheit. Das Gefühl der Stagnation ist in jeder Hinsicht präsent.
Alles ist irgendwie alt, vor allem die innerbetrieblichen Abläufe.
Es wird so gemacht, weil es schon immer so gemacht wurde. Jeder bekommt sein Geld, spielt seinen Stiefel runter und freut sich auf seinen Jahresurlaub.

Exakt diese Art von Unternehmen wird es in diesen Tagen ziemlich schwer haben.
Unfähig zu Veränderungen, weil sie weder gewünscht, noch ernst genommen werden.
Unfähig zur Selbstreflektion, schließlich geht es dem Chef in so einem Betrieb ja bekanntlich am Besten.
Stellt eine Gefahr für die Allgemeinheit dar, weil auf aktuelle Vorkehrungen geschissen wird, nur damit ja nicht ein Handschlag mehr gemacht werden muss.
Macht sich nur Sorgen um den eigenen Arsch, versucht seine altertümlichen Riten aufrecht zu erhalten und am Ende der Krise steht kein Neuanfang, sondern Business as usual.
Der Fisch stinkt eben vom Kopf. Da kann kein Virus etwas dran ändern.

Bei der anstehenden Insolvenzwelle, dieser faulenden Fische sollte man kein Mitleid mit den Unternehmern, sondern aussschließlich deren Angestellten haben.

Es ist unheimlich einfach sich hinzusetzen und „Menno“ zu schreien, weil die Situation es zulässt – aber alle diejenigen, die jetzt 9-25.000 € vom Staat bekommen um sich über Wasser zu halten, sollten sich grundsätzlich hinterfragen.
Welchen Wert hat das was ihr da macht?

Hinter all dem Reichtum und Prunk, den ihr so schön zur Schau stellt – stehen Menschen, denen ihr miese Löhne für sinnlose Arbeit abknöpft.

Since ’18

Liebe Leser,

hier und heute dreht es sich nicht um die aktuelle Lage.
Abgerechnet wird immer am Schluss, daher halte ich mir diese Thematik noch offen.

Nein, heute wird gefeiert. Denn der Tinkerblog hat Geburtstag.

Wir blicken zurück auf nun drei Jahre, in denen ich euch meine Smart-Home Projekte vorgestellt habe und mein seelisches Leid in Form der regelmäßigen Blogbeiträge in, hoffentlich, mitfühlender Form verpackt habe.

most wanted

Meinen Statistiken zufolge haben folgende Seiten die meisten Besucher auf den Blog gelockt:

  1. Max!Cube mit CULfw flashen
  2. Zigbee 2 MQTT / Xiaomi MQTT Device
  3. Revelation…. Part 2 (Blogbeitrag)

An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die zahlreichen Verlinkungen, die diese Vielzahl an Klicks überhaupt erst möglich gemacht hat.
Bitte verlinkt mich gern weiterhin und gebt mir Feedback zu den Beiträgen.

Inbesondere die Max!Cube Seite werde ich in den kommenden Tagen etwas updaten, um der Vielzahl der Besucher einen kleinen Teil zurück zu geben und den Informationsgehalt zu verbessern.

behind the scenes

Häufig erhalte ich nach einigen Blogbeiträgen  – Beileidsbekundungen und Trost Spenden.
Dafür möchte ich mich bei allen herzlich bedanken.
Im selben Atemzug möchte ich aber erwähnen, dass dies nicht meine Absicht hinter den Beiträgen ist.

Ich schleppe seit meinem siebzehnten Lebensjahr eine schwere Depression mit mir herum, die ich auf diese Weise ein Stück weit kompensiere.

Auch wenn einige Beiträge schwer danach klingen, aber ich bin nicht suizidal und auch nicht gefährdet.

Mit Depressionen zu Leben heisst viel zu Denken. Nochmal drüber nach zu denken und wiederholt zu denken.
Alle wesentlichen Schritte im Leben finden langsam statt, weil sie sorgfältig überdacht werden.
Sämtliche Risiken und Konsequenzen werden stets überdacht und abgewogen.

Denken ist quasi die Hauptbeschäftigung eines Depressiven. Und je länger man betroffen ist, desto mehr hat man schon über die verschiedensten Dinge nachgedacht.
Denken – wie Berufserfahrung quasi.

Ich war schon immer ein Schreiber. Die Leidenschaft für’s Schreiben und das zwangsläufige Denken mündeten irgendwann mal in diesen Blog.

Für mich ein Ventil, um meine Gedanken zu kompensieren. Um selbst nicht zu vergessen, um zu unterhalten, Kunst und als liebgewonnenes Hobby.

Viele meiner Beiträge wirken auf euch besonders dunkel. Von meiner Warte aus sind sie eher die Normalität.
Manchmal probiere ich auch was Neues, indem ich versuche eine gewisse Reaktion bei meinen Lesern hervorzurufen.
Es macht mich stolz, wenn es funktioniert.
Echt sind die Beiträge dennoch immer.

Der Blog und seine Leser bedeuten mir sehr viel – danke dafür und bitte bleibt mir treu. Ihr seid meine Motivation. Keine Werbung und kein Geld kann mir mehr Kraft geben, als das echte Interesse durch euch.

Relevation Teil 3

Sehr häufig erhielt ich Anfragen zum Thema Fortsetzung meiner Relevation Reihe.

Es wird vielleicht die Zeit kommen, an der ich genug Input habe, um die Reihe würdig fortsetzen zu können, derzeit ist das aber nicht der Fall.

Nur so viel:
Mit meinem heiligen Gral habe ich es verkackt.
Die Gründe sind vielfältig. Und natürlich habe ich innerhalb des letzten Jahres viel darüber nachgedacht und mir meinen Kummer von der Seele geschrieben.
Nein, hier wurde und wird davon nichts mehr auftauchen. Das ist eine Angelegenheit, die ich mit mir selbst ausgemache und einen Abschluss finden werde.

Das Ganze ist nun über ein Jahr her. Es wäre vermessen zu sagen, dass ich seither die Weltherrschaft an mich gerissen hätte – nein, ich habe tatsächlich ein wenig den Faden verloren und bin aktuell auch noch dabei ihn wieder zu finden.
Bei mir dauert eben alles ein wenig länger 🙂

Generell fühle ich mich selbst aber auf einem ganz guten Weg. Auch wenn jeder Meter beschwerlich ist und es auch selbstverständlich einige Rückschläge gibt – the show must go on.

was macht eigentlich … 

  • der eigenbau NAS-Server?Was soll ich sagen? Er läuft sehr zuverlässig und sparsam vor sich hin.
  • Fhem?Natürlich habe ich Fhem immernoch im Einsatz. Leider gibt es in meiner aktuellen Wohnsituation wenig Potential für größere Aufgaben oder Erweiterungen.
    Klar, die ein oder andere Idee schwirrt in meinem Kopf herum, aber derzeit hapert es an der unbedingten Notwendigkeit und somit an der Motivation. Abgesehen davon, dass ich diverse Geräte mit dem Google-Assistant verknüpft habe, kann ich tatsächlich nicht viel berichten.
  • Das Zenfone 3 Deluxe?
    Auch das ist immernoch in Gebrauch. Auch wenn es seit 2018 keine Updates mehr gibt und langsam der Akku schlapp macht bin ich immer zufrieden gewesen.
    Zwischendurch habe ich mir um einen Nachfolger Gedanken gemacht. Vermutlich wird es ein Xiaomi.
    Selbstverständlich werde ich berichten.

Fazit

Alles in Allem und unschwer zu erkennen trete ich auf der Stelle.
Ein ungünstiger Umstand, der mich auch ziemlich ankotzt, aber sich auf die Schnelle nicht ändern lässt.

Es ist eine Phase, in der die Tage vergehen wie Minuten. Man hört den Sekundenzeiger nicht mehr ticken, sondern sicht nur den Stundenzeiger vor sich hin rasen.

Jeder neue Tag fordert die selben Herausforderungen. Die Anforderungen erfüllen, sich über Wasser halten und irgendwo am Rande vielleicht ein wenig Ruhe finden.

Immer auf der Suche nach dem Oxytocin-Flash, für den kein Kilometer zu weit ist. Doch jeder Flash legt die Erwartungen ein bischen höher.
Man kann nur enttäuscht werden. So ist das nunmal.

Der anfängliche Druck alles und jedem Gerecht zu werden schwindet langsam dahin. Ich habe gelernt mich selbst in den Vordergrund zu stellen und mich selbst wichtig zu nehmen.

Das passt nicht jedem – aber es ist mir egal.
Mir ist egal was andere von mir denken. Mir ist egal was andere von mir wollen.
Erstmal ich, dann vielleicht du. Ich nehme, ich gebe – vielleicht.

Ich bin diesen Weg gegangen, weil ich eine Chance wahrnehmen wollte, die so unwahrscheinlich war, wie ein Gewinn im Lotto.
Auch wenn ich sechs Richtige geküsst habe, fehlte dennoch die Superzahl.

Es ist ein Weg der Selbstfindung.
Was bin ich. Wer bin ich. Was will ich. Wie erreiche ich mein Ziel.
Again and again.

Wie das Kind auf dem Go-Kart drehe ich mich im Kreis und hoffe irgendwann mit dem Zeiger auf dem richtigen Feld stehen zu bleiben.

Es wirkt einfach so unvollendet. So voller Ideen, die einfach umgesetzt werden müssen und nicht mehr länger auf sich warten lassen wollen.
Doch leider muss ich noch mehr Geduld haben, obwohl diese schon seit über einem Jahr vollkommen verbraucht ist und mich von einem Verzweifler in den Nächsten treibt.

Mein Kopf ist voll. Mein Kopf ist leer.
Das ist nur eine sehr subjektive Einschätzung über meinen Gemütszustand. Stunde um Stunde vergeht. Wieder mal ein neuer Wahnsinn.
Am Rande des Abgrund und weit davon entfernt.

Die Wege des Tinkers sind unergründlich. Gestern. Heute. Morgen.

(P)reach

Müde.. so unfassbar müde…
Dreizehn Stunden schlaf – immernoch nicht wach.
Kraftlos.. unsagbar Kraftlos..
Niedergeschlagen. Matt. Ausgelaugt.

Ruhe ist alles was ich mir wünsche.
Doch auch all die Ruhe der Welt, kann mir meine Kraft nicht zurückgeben.
Mit letzter Kraft quäle ich meine erschöpften Finger über die beleuchteten Tasten und quetsche die letzten Worte aus meinem Hirn, nur um überhaupt mal wieder etwas zu schreiben.

Sinnlos… Ein gesunder Mix aus Gewohnheit und Existenzangst treiben mich morgens aus der wohligen Wärme.
Während Ying und Yang schon hungrig und ungeduldig um mich herum schleichen, kratze ich ein kleines bischen Motivation zusammen.
Der Körper spult seine Routinen ab, die grauen Zellen sehnen sich nach Betäubung.

Der erste Kontakt mit der Außenwelt- ein Blick durch das Fenster ins demotivierende Himmelsgrau.
Der Zweite der, einer kläglich nassen Kälte, nach dem Schließen, der Haustür.
Beim Gang um die Ecke peitscht ein eisiger Wind mir den Regen ins Gesicht – schon kein Bock mehr.
Das Haupt nach unten gesenkt, sehe ich das dreckige Pflaster an mir vorbeiziehen.
Keine Dauerlösung, nein – höre ich mein mittlerweile erwachtes Unterbewusstsein immer wieder murmeln.

Und dann sehe ich dich wieder. Selbe Zeit, selber Ort. Nur ein bischen später als das letzte Mal.
Ich mag dich. Oft habe ich dich das wissen lassen. In Zeiten absoluter Dunkelheit warst du Einer dieser hell leuchtenden Sterne am Himmel.
So einfach und liebreizend. Wie eine einzelne Blume, umgeben von einem wohlduftend rosarotem Schleier, inmitten einer riesigen Wiese.
Die Eine, von denen man immer mehr möchte. Die, die ohne ein Wort zu sagen ein Gefühl von reinem Glück vermitteln kann.
Die, mit der man alles tun kann – und die, die unendlich grausam sein kann, wenn man mehr erwartet.
Die solide Grundlage und die Büchse der Pandora.
Eine, der man wohlwissend ihr Herz schenkt und akzeptiert, dass du drauf rum trampelst.

Dennoch schwingen unserere Welten im selben Universum. Auf. Ab. Auf. Ab.
Immer wieder.
Ich warte auf den Schnittpunkt unserer Parabeln. Manchmal laufen sie parallel – sinnloses Schreiben.
Unverhoft und unvorhersehbar. Endloses Warten.
Da ist er wieder – so ein Schnittpunkt.
Unpräzise. Ganz ohne Zirkel.
So ruhig wie jetzt war es in letzter Zeit selten.
Die See schweigt sich aus.
Die Sonne leuchtet fröhlich auf die kurze Unendlichkeit.

Jeder führt seinen eigenen Krieg.
Wir sind die Warlords.
Jeder Tag eine neue Schlacht.
So unheimlich weit voneinander entfernt.
Wieder eine Schlacht gewonnen – wieder wächst die Distanz.
Ich wünsche mir deine Schlachten zu führen. Sie wirken leichter auf mich..

Am Schnittpunkt laufen unserer Wellen wieder auseinander.
Ich kletter den Berg hinauf, während du stehen bleibst.
Ich warte auf dich, hier oben. Wache über dich. Aus der Ferne.
Meine Geschütze stehen bereit für dich. Nur steig endlich den verdammten Berg hoch..

Am Gipfel des Tagtraums verstecke ich mich weiter hinter der Illusion.
Zusammen könnten wir nicht nur die unendlichen Schlachten, sondern den ganzen Krieg gewinnen.
Ich hier, du dort.
Das Meer schweigt, die Sonne leuchtet.
Wir sind unendlich. Zu Göttern ernannt.
Imstande die Welt zu gestalten.

Dein Blick am Gipfel erfüllt mich mit Trauer.
Ich bin schon lang nicht mehr da.
Auf dem Weg nach unten werfe ich immer wieder einen Blick über die Schulter.
Sehe dich dort. Spähend in die Ferne sehen.
Ich bin es nicht, den du hoffst zu finden.

Das dreckige Pflaster unter meinen Füßen wird zu rauem Schotter.
Ich steige ein und fahre los.
Das Gas auf Anschlag in Richtung Unendlichkeit.
Ob ich Sie jemals erreiche?!

Patient Null

Ich bin es.
Patient Null.
Die Quelle.
Ich bin es.
Der, der es heraufbeschwor.
Ich.
Der Anfang.
Das Ende.

Wir sehen uns all die Science-Fiction und Dystopie doch nur aus einem Grund an.
Es erleben.
Es sehen.
Es fühlen.

Das System.
Der Zusammenbruch.
Apokalypse.
Anarchie.

Freiheit.

Ich will es.
Du willst es.
Wir alle wollen es.

Und während sich all die Systemnutten dieses Landes um das letzte Paket Klopapier im Supermarkt prügeln – wir haben es immer gewusst.
In Zeiten wie diesen – ist Geld nur noch zum Arsch abwischen gut.

Sabbatical

Liebe Leser,

mit dem heutigen Beitrag möchte ich mich in eine etwas längere Schaffenspause verabschieden.

Seit dem letzten Jahr hat sich in meinem Leben sehr viel geändert. Einiges davon habe ich noch gar nicht richtig aufgearbeitet oder für mich selbst abgeschlossen.

Auch wenn sich Vieles zum positiven verbessert hat, kann ich den Kern meiner eigenen Existenz nur schwer erkennen.
Es gibt viel was ich noch anpacken will, aber manchmal fehlt mir sogar die Motivation überhaupt aufzustehen..
Ich denke darüber nach einfach los zu lassen, packe dann aber wieder zu.
Es geht auf und ab – jeden Tag auf’s Neue. Es macht einfach keinen Sinn fort zu gehen. Nicht für mich. Nicht jetzt.

Es ist ein schwerer Weg zurück in ein eigenes Leben. Aber ich will ihn weiter gehen. Mit all seinen Hürden und Hindernissen.

Die kommenden Tage und den kommenden Monat werde ich dazu nutzen in mich zu gehen und eine persönliche Bilanz zu ziehen.
Persönliche Ziele festzulegen und endlich anzupacken.
Um weiter zu kommen.
Weiter zu kommen – um zurück zu kehren.
In alter Frische.
Hier.
Am Tinkerblog.
Der letzten Festung des Widerstandes.

732020