Libreelec – Tinkerboard

Auf der Suche nach einer brauchbaren Lösung, die aktuellen Daten des Tinkerboards auf einfachste Weise auch Fhem anliefern zu können, bleiben auf Systemebene unter Android nur spezielle Apps und das AMAD-Modul (in Fhem).
Die Kombination aus App und AMAD habe ich natürlich mal angetestet und bin bei der Einrichtung kläglich gescheitert.

Kodi selbst hat, wie bekannt, ein Fhem-Modul. Dort kann man auf eine ordentliche Anzahl an Readings zurückgreifen, mit der sich allerhand netter Dinge anstellen lassen.
Unter Android habe ich es mit Kodi 18 nicht geschafft, die Streamingdienst-Addons von Amazon Prime und Netflix erfolgreich zum Laufen zu bringen und auch Kodi 18 selbst lief relativ instabil.

Libreelec

… bietet, zumindest was den Raspberry betrifft, eine Distro, die Kodi als grafische Oberfläche nutzt – ergo ein reines Mediacenter. Tatsächlich gibt es Libreelec sogar für das Tinkerboard bzw. den Rockchip.

Das musste ich natürlich testen, daher hab ich mir Libreelec heruntergeladen, eine SD-Karte ausgegraben und das Image mit Etcher auf die Karte geschrieben.

Erwartungen

  • Das System sollte stabil laufen
  • Streamingdienste sollten einwandfrei funktionieren
    • Daten, wie z.B. Playstatus, sollten Fhem zuverlässig angeliefert werden

In der Vergangenheit habe ich z.B. mit dem Playstatus diverse Events angestoßen. Dank des Linux-Kerns von Libreelec sollte es natürlich auch möglich sein das System leicht zu bearbeiten.

Klar ist, dass die Versionen für den Pi gegenüber der Rockchipversion jeweils aktueller sein werden. Soll mich aber erstmal nicht stören.

Inbetriebnahme

Erstmal Image brennen

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Ins Board damit, booten und dann die Grundeinstellungen vornehmen

Meine Wechip-Airmouse (siehe hier) funktionierte auch von Anfang an problemlos. Kodi lässt sich damit absolut perfekt bedienen.

Datenbank-Anbindung

In der Regel nutze ich jede Kodi-Instanz immer mit meiner zentralen Datenbank. Das bietet gewisse Vorteile und kann ich daher nur empfehlen. Auch das Amazon Video Plugin kann an die zentrale Datenbank angebunden werden und speichert seine Daten dann nicht auf der SD-Karte des Boards.

Damit Kodi weiß, dass es eine Datenbank gibt, muss in der Datei „advancedsettings.xml“ eine ensprechende Angabe zur Datenbank hinterlegt werden.
Falls die Datei noch nicht existiert, kann man diese einfach erstellen.

Leider unterscheidet sich der Dateipfad bei jedem Betriebssystem. Generell muss die Datei in das Userdata Verzeichnis, wo dieses bei den verschiedenen Betriebssystemen zu finden ist, kann man hier im Kodi-Wiki nachlesen.

 

LibreELEC/OpenELEC /storage/.kodi/userdata/

Ich habe die Datei meist irgendwo auf dem Rechner und kopiere sie dann immer per SSH oder Filezilla in den entsprechenden Pfad.

Nachdem das erledigt ist, brauch Kodi bzw. das System einen Neustart – danach sollte die Datenbank voll einsatzbereit sein.

Addons

Das Installieren und Einrichten der Addons geht mittlerweile leicht von Hand und ist an zahlreichen Stellen hinlänglich dokumentiert. Für die grundlegende Installation und Einrichtung des Amazon Prime Addons habe ich hier ein schönes, schnörkelloses Video für euch rausgesucht:

 

Das Netflix Addon lässt sich ebenso mühelos installieren und einrichten.

Die, im Video gezeigte, Installation des Widevine Plugins dauert eine Weile. Mein Tinkerboard hängt, wie gezeigt, nur im Wlan und der Download von 2 GB allein dauert schon ein bischen länger.

Kodi & Fhem

Um Kodi und Fhem miteinander zu verbinden muss Kodi-seitig noch die Steuerung aktiviert werden und in Fhem das Device angelegt. Wie das funktioniert steht z.B. hier sehr gut beschrieben.

In meinem Fall gab es so ein Device schon, es musste lediglich die IP-Adresse geändert werden und die Kodi-seitige Steuerung eingeschaltet werden.

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Im Ausschnitt bekommt man schon einen guten Eindruck von der Anzahl der Readings, die Kodi bereitstellt

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Die gezeigten Readings sind auf einem sehr alten Stand und dienen nur zur Veranschaulichung

Ebenso üppig sind die Möglichkeiten Kodi aus Fhem heraus per set-Befehl zu steuern.

  • Falls also mal der Bildschrim bzw. der Fernseher abgeschaltet sein sollte, könnte man Kodi per Fhem herunterfahren lassen.
  • Wenn eine Video-Wiedergabe gestartet wurde, könnte man das Licht entsprechend einregeln (z.B. Deckenleuchte abschalten, Ambientebeleuchtung einschalten)

Wie so oft sind die Möglichkeiten nur durch den eigenen Wahnsinn begrenzt.

Die spannende Frage bleibt aber nun, wie die Readings, bei laufender Wiedergabe eines Addons, aussehen. Nachdem Widevine endlich installiert war, habe ich mal eine Folge Lucifer auf Amazon Prime gestartet, hier die Readings:

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Genau so habe ich mir das vorgestellt.

Fazit

Gegenüber der Android Version meines Tinkerboard-Mediacenters, die mit der jeweils separaten App perfekte Resultate abliefert, kann man mit Libreelec alles unter einem Dach vereinen und hat, ohne großen Aufwand, eine zentrale Schnittstelle zu  Fhem.

Auch, wenn es keine häufige Relevanz haben wird, ist mir das klassiche Linux-Fahrgestell bei Libreelec schon eine Spur lieber als Android.
Klar, hat man mit der ADB ebenfalls die Möglichkeiten das System an seinen Bedarf anzupassen – ich persönlich hab mittlerweile mit der klassischen Shell schon eindeutig mehr gearbeitet und fühle mich dessen auch sicherer.

Neben den Streamingdienst-Addons bietet Kodi 18 jetzt auch die Möglichkeit diverse Retro-Gaming Emulatoren direkt aus der Oberfläche heraus zu starten – ich wittere die Eierlegendewollmilchsau.
Ein Test diesbezüglich steht definitiv noch aus.

Das einzige Problem, das eines Tages vielleicht auftreten könnte, liegt seitens der Streamingdienstanbieter und ihren Verschlüsselungssystemen. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Community rund um Libreelec und den Addons fleißig weiter daran arbeiten werden.
Wünschenswert wäre natürlich eine Unterstützung seitens der Anbieter.