TDMC V2

Unmittelbar nachdem das Tinkerdroid einsatzbereit war, übernahm es die Funktion meines Stromfresser HTPC im Schlafzimmer. Das ist nun schon einige Wochen her – Zeit also für einige Optimierungen und ein kleines Fazit.

Zwischenfazit

Streaming-Dienste

Das Streamen per App funktioniert einwandfrei und ohne jegliche Probleme. Am häufigsten kommt Amazon Prime zum Einsatz. Derzeit habe ich kein Netflix Abo, daher kann ich zur Funktion von Netflix noch nicht viel sagen. Ich wüsste aber nicht woran es scheitern sollte.

Um Sky-Go habe ich mich bis dato nicht weiter gekümmert. Meine Sky-Nutzung beschränkt sich im wesentlichen auf Fußball-Spieltage – das schaue ich lieber im Wohnzimmer.

Kodi / Live-TV

Kodi läuft ebenfalls hervorragend – einzig das Live-TV, dass ich Enigma2 Client von meinem Receiver im Wohnzimmer beziehe, hat eine recht miese Bildqualität und benötigt recht lange um den Stream zu laden. Hin und wieder kommt es dabei auch zu kurzen Ladepausen. Das Tinkerboard hängt per Powerline-Adapter am LAN. Möglicherweise ist die recht geringe Übertragungsrate des Adapters nicht ganz unschuldig daran. Einen Test mit direkter LAN-Verbindung ins Netzwerk wird es noch geben – weitere Alternativen wären recht kostenintensiv.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das normale TV-Programm seit einigen Jahren schon nicht mehr zum intensiven gucken einlädt. Mittlerweile schaue ich, abgesehen einiger ganz weniger Ausnahmen, gar kein normales TV-Programm mehr.

Gehäuse

Bisher hatte ich noch kein Gehäuse für das Tinkerboard, abgesehen von dem Hutschienengehäuse. Für den Einsatz als Media-Center ist dieses natürlich eher weniger geeignet, daher habe ich nach einer schicken Alternative gesucht.

Da das Tinkerboard in jedes Raspberry Pi Gehäuse passt – ist die Auswahl sehr groß. Ich wollte ein etwas größeres und elegantes Gehäuse haben. Meine Wahl fiel auf das Quattro Case für knapp 12 € + Versand.

Neben dem Board ist es dafür vorgesehen eine 2,5″ Festplatte/SSD aufzunehmen. Aktuell muss ich von dieser Funktion aber keinen Gebrauch machen. Das Gehäuse verfügt zusätzlich über eine VESA-Konforme Aufnahme – so könnte man das ganze Teil auch hinter einem Bildschirm anbringen. Bei mir steht es aktuell einfach neben dem Fernseher.

Fernsteuerung

Das größte Problem bei jedem selbst gebauten Media-Center ist die Fernsteuerung. Für Kodi kann man die Kore-App benutzen, aber immer erst das Telefon rauszuholen ist  lästig, zumal die Bedienung der anderen Apps wie Netflix oder Amazon Prime Video schon nicht mehr funktioniert. Das Tinkerboard unterstützt kein HDMI-CEC, daher fällt die Fernbedienung des Fernsehers ebenfalls aus.

In der Testphase habe ich das Tinkerdroid hauptsächlich mit meiner Logitech K800 bedient – das klappt natürlich super, ist aber keine Dauerlösung.

Bei Ebay und Amazon gibt es haufenweise 2,4 GHz Fernbedienungen zum kleinen Preis. Ich habe mir eine Wechip W1 Air Mouse für knapp 11 € bestellt. Fernbedienungen dieser Art versprechen auf jeden Fall, laut Beschreibung, hohe Kompatibilität – Betriebssystem übergreifend.

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Im Lieferumfang befindet sich die Fernbedienung, ein Ladekabel und der USB-Empfänger.

Die Oberfläche der Fernbedienung sieht wirklich hochwertig aus und alle Tasten lassen sich einwandfrei bedienen. Insgesamt ist die Haptik wirklich super.

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Auf der Rückseite findet sich eine vollständige Tastatur. Das ist natürlich sehr nützlich, wenn man „mal kurz“ was in ein Suchfenster eingeben möchte oder irgendeine Änderung vornehmen will. Klar, könnte man die Oberflächen-Tastatur benutzen – aber Jene macht meiner Meinung nach nur bei Touch-Bildschirmen Sinn.

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Die Wechip W1 funktioniert unter Android Plug&Play. Empfänger einstecken – loslegen. Die Air-Mouse Funktion erinnert ein bisschen an die Nintendo Wii – funktioniert aber ebenfalls sehr gut. Für den Preis kann man also wirklich nicht meckern und dank des integrierten Akku umgeht man auch die Probleme mit den leeren Batterien ziemlich elegant.

Schlusswort

Meine persönliche Android-TV/Streaming Box hat mich jetzt insgesamt knapp 25 € gekostet (ohne Board und Speicherkarte) und bisher jede Erwartung erfüllen können.

Mein alter HTPC lief sowohl mit Windows (7), als auch mit Ubuntu 16.04, die Kernfunktion hat Kodi bereitgestellt – aber Android ist meiner Meinung nach für ein Media-Center das beste Betriebssystem. Es erfordert keinen großartigen Einrichtungsaufwand und läuft schnell und stabil. Der Wechsel zwischen den Apps geht Blitzschnell von statten und die Bedienung ist sowohl mit Tastatur als auch mit der Wechip W1 sehr angenehm und simpel.

Was Kodi betrifft bin ich momentan etwas geteilter Meinung, denn einerseits bietet es zum Verwalten eigener Medien-Bibliotheken allerhand nützliche Funktionen an auf der anderen Seite hängt es der Zeit leider etwas hinterher, da die mangelnde Einbindung der hiesigen Streaming-Dienste meiner Meinung nach absolute Pflicht sein muss.

Stand Kodi 17 bietet es einfach zu wenig an um unter Android, abgesehen der Live-TV Funktion, wirklich vakant zu sein. Ich bin jedenfalls auf Kodi 18 sehr gespannt und werde garantiert einen umfassenden Blick darauf werfen, sobald es in der Final bereit steht.